Tag des offenen Denkmals
Stille Zeitzeugen sprechen

Ahlen -

Das war ein Denkmaltag der besonderen Art: Von Bilderschau bis Unternehmervilla reichte die Palette der offenen historischen Orte in Ahlen.

Montag, 09.09.2019, 14:56 Uhr aktualisiert: 09.09.2019, 15:14 Uhr
Die Zeche Westfalen ist jedes Jahr dabei, wenn der „Tag des offenen Denkmals“ ansteht. Hoch hinaus führte Jörg Brehme seine große Gruppe auf einen der beiden Fördertürme von Schacht 1/2.
Die Zeche Westfalen ist jedes Jahr dabei, wenn der „Tag des offenen Denkmals“ ansteht. Hoch hinaus führte Jörg Brehme seine große Gruppe auf einen der beiden Fördertürme von Schacht 1/2. Foto: Peter Schniederjürgen

Der Tag stand unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Das passte in der Wersestadt perfekt. Hier verbanden sich der Luxus der Villa im Landhausstil mit der Energieversorgung und der harten, stählernen Welt des Bergbaus.

Weit offen war das Gartentor der Familie West. Bereits vor 11 Uhr standen die ersten Interessierten vor der reetgedeckten Villa auf dem weitläufigen Grundstück am Vorhelmer Weg. Mit viel Liebe fürs Detail erweckt die Familie das Haus aus seinem langen Dornröschenschlaf. Eine Aufgabe, die nicht einfach ist. „Wir sind seit Weihnachten hier und haben jede Minute genossen“, sagte der glückliche Eigentümer. Stefan West hat mit seiner Familie das denkmalgeschützte Haus behutsam kernsaniert und es am Sonntag zur Besichtigung geöffnet.

Manfred Gall , seines Zeichens Ex-Kumpel und Grubenwehrmann „auf Westfalen“, zeigte derweil im Museum des Bergbautraditionsvereins vieles aus der Zeit Untertage. So konnte er mit zahlreichen Anekdoten aus seiner aktiven Zeit die statische Geräteschau des Museums zum Leben erwecken. Allein der Übungsraum der Grubenwehr mit Übungsfahrten, bergmännisch für Leiter, bot viel Stoff. „Die Übungsstrecke mussten wir mit Schutzausrüstung in festgelegter Zeit durchqueren. Bei fast 40 Grad kein Spaß“, erklärte der Bergmann. Noch heute wird die Strecke von der Feuerwehr gern benutzt. In der entschärften Version gibt sie den Besuchern einen spannenden Eindruck.

Hoch hinaus führte Jörg Brehme seine große Gruppe auf den Förderturm der alten Zeche. Das ist immer wieder ein buchstäblicher Höhepunkt und beliebt – weit über Ahlen hinaus. „Kein Wunder, denn der Blick reicht von hier oben ja auch weit darüber hinaus“, amüsierte sich Brehme.

Tag des offenen Denkmals 2019

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  • Foto: Peter Schniederjürgen
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Die Fördertürme waren praktisch die Gelenke, von denen die Förderkörbe ins Dunkel der Schächte glitten. Angetrieben wurden sie von großen Maschinen in der Halle auf der anderen Straßenseite. Hier hatte sich die Fotogruppe „Kontrast“ mit rund 100 Bildern präsentiert. In der Maschinenhalle gab es ungewöhnliche Ansichten alter Anlagen. Eindrucksvolle Bilder von „Lost Places“ – Industriegebäude, Schlösser und andere stille Zeitzeugen – hatte der Fotoclub ausgestellt.

Etwas versteckt, nahe dem „Europakreisel“ an der Dolberger Straße, liegt auf halbem Weg zwischen Kreisverkehr und Europaschule ein Trafohäuschen. Das küsst der Verein „Ahlener Stadtbildmacher“ derzeit wach. „Wir freuen uns auf die Gespräche mit der Stadt und hoffen auf offene Ohren für unsere Nutzungskonzepte“, erklärte Silke Bücher-Wagner. Als Vorsitzende des Vereins hat sie einen ganzen Strauß von Ideen dabei, was mit dem kapellenartigen Backsteingebäude passieren könnte. Das diente in seiner aktiven Zeit mit abertausend weiteren Häuschen landauf, landab dazu, dass der elek­trische Strom auf Haushaltsstärke heruntertransformiert wurde. Heute sind viele dieser ehemaligen Landmarken verschwunden. Dabei repräsentierten die Trafohäuschen einen wunderbaren Querschnitt durch die verschiedensten Baustile. Dieses, Im Pattenmeicheln, erinnert an eine kleine Kapelle.

Wir freuen uns auf die Gespräche mit der Stadt.

Silke Büscher-Wagner

 

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