Weltmusik in der Schuhfabrik
Mit Hilfe von Rap Deutsch gelernt

Ahlen -

Mit insgesamt drei musikalischen Auftritten feierte die Konzertreihe „One World – One Stage“ am Samstagabend im Bürgerzentrum Schuhfabrik ein kleines Jubiläum. Denn vor drei Jahren bot das Format erstmals Musikern eine Bühne, die mit der Flucht aus ihren Heimatländern auch ihre musikalische Karriere hinter sich gelassen hatten.

Dienstag, 10.09.2019, 21:00 Uhr
Verbanden arabischen mit westlichem Jazz-Pop: Trompeter Daniel Zervakis, Pianist Karim Alassil und Sängerin Farah Wardeh (v.l.).
Verbanden arabischen mit westlichem Jazz-Pop: Trompeter Daniel Zervakis, Pianist Karim Alassil und Sängerin Farah Wardeh (v.l.). Foto: Ralf Steinhorst

Mit den Worten „Wir sind wieder da!“, begrüßte Moderatorin Rocio Siekaup , im bewährten Duo mit Omid Salehi an ihrer Seite, das Publikum. Weil es sich um das dreijährige Bestehen der Reihe handelte, wurde von allen erstmal ein „Happy Birthday“ angestimmt, das jeder in seiner Heimatsprache sang. Der Friedensgruß untereinander mit Handschütteln kam passend obendrauf.

Dass Musiker auch Netzwerker sind, zeigte sich bei der Zusammenstellung der Protagonisten. So hatten sich Priscilla Konan, Farah Wardeh , Karim Alassil und Daniel Zervakis erst Ende Juli beim Projekt „European Refugee Choir“ im niederländischen Ede bei Arnheim kennengelernt und machen seitdem zusammen Musik. Den Auftakt bestritten Karim Alassil am Piano zusammen mit der syrischen Sängerin und Musikstudentin Farah Wardeh, die zeitweise von Trompeter Daniel Zervakis begleitet wurden. Sie zeigten mit ihren Jazz-Pop-Songs, wie arabische mit westlicher Musik verbunden werden kann. Das kam direkt im Liebeslied „Habaytak bel Saif“ zum Ausdruck. Dass Farah Wardeh auch für Klassiker eine schöne Stimme besitzt, zeigte sich beim Evergreen „Fly Me to the Moon“, der durch Frank Sinatra weltbekannt wurde. Das wurde vom Publikum mit großem Applaus honoriert.

Schon durch Auftritte im Juk-Haus bekannt trat dann der Iraker und Rapper Jezen Albasri auf die Bühne. „Er wollte mit Rap sein Deutsch verbessern“, kündigte ihn Omid Salehi an. „Rap ist leider langweilig“, zeigte der Beckumer dann in seinem Opener Humor und nahm sich damit quasi selbst auf den Arm. Dass Rap auch sanft geht, bewies er zusammen mit seiner jungen Tochter Lou in einem Liebesrap.

Erst 16 Jahre alt und mit einer hervorragenden Gospel-, R&B- sowie Jazzstimme ausgestattet präsentierte am Ende Prescilla Konan ihr Talent, begleitet von Daniel Zervakis am Piano. Die Sängerin, die aus der Elfenbeinküste kommt und seit zwei Jahren in Bielefeld lebt, beeindruckte das Publikum mit ihrer emotional kräftigen, aber auch sanften Stimme. Das kam besonders bei „Girl on Fire“ von Alicia Keys zum Ausdruck, wobei sie der US-Sängerin kaum nachstand. Deshalb trauten nicht wenige im Saal Prescilla Konan eine große Karriere zu.

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