Mit dem Außendienst auf Streife
Im Visier: Ahlens Brennpunkte

Ahlen -

Da waren es nur noch sechs Brennpunkte. Drei haben sich von der Liste des städtischen Außendienstes verabschiedet. An den anderen arbeitet die Ahlener Ordnungsbehörde – nicht nur mit wachsamen Augen.

Donnerstag, 12.09.2019, 20:00 Uhr
Lärm auf der Nordstraße, der Anwohnern an die Nerven geht. Regelmäßige Präsenz kann das Problem nur kurzfristig verringern.
Lärm auf der Nordstraße, der Anwohnern an die Nerven geht. Regelmäßige Präsenz kann das Problem nur kurzfristig verringern. Foto: Ulrich Gösmann

Für Gabriele Hoffmann sind sie die Brennpunkte unter den Brennpunkten: Hansastraße und Rottmannstraße. „Unsere wildesten Ecken.“ Sechs weitere finden sich im aktualisierten Konzept für den Außendienst der Ordnungsbehörde 2019. Die Leiterin der Rechts- und Ordnungsabteilung nahm die Mitglieder des Ausschusses für Ordnung, öffentliche Einrichtungen und Anregungen in ihrer jüngsten Sitzung mit auf virtuelle Streife.

Start im Stadtpark – mit guter Nachricht: Er ist raus aus der Liste der Brennpunkte. Alkoholisierte Besucher hatten ihn mit freilaufenden Hunden gelistet. Die Situation hat sich entspannt.

Blick in die Langst : Die Sauberkeit habe sich deutlich verbessert. Trotzdem finden sich nach sonnigen Wochenenden weiterhin Müll- und Aschereste sowie Brandstellen auf den Wiesen. Grillverbote in den heißen Sommermonaten 2018 und 2019 schärfen den Blick des Außendienstes auf das Naherholungsgebiet. Doch das reiche nicht. Hoffmann kündigte eine Umgestaltung der Fläche an: mit zusätzlichen Müllbehältern, einer deutlicheren Erkennbarkeit der Grillfläche und einer Aufnahme von Regelungen zum Grillverbot in die ordnungsbehördliche Verordnung.

Gabriele Hoffmann nahm den Ausschuss mit auf Streife.

Gabriele Hoffmann nahm den Ausschuss mit auf Streife. Foto: Ulrich Gösmann

Entspannung an der Jibi-Brücke : Der Außendienst trifft in der Regel auf zwei bis drei Personen, teils alkoholisiert, aber freundlich.

Regelmäßige Kontrollen auch auf dem Büz-Parkplatz. Hoffmann: „Das Problem ist aber weniger der Parkplatz als die Nordstraße.“ Kiosk und Gaststätten könnten nicht verhindern, dass sich Leute auf der Straße aufhielten. „Auf das, was die Anwohner stört, haben wir leider keinen Einfluss.“ Heinrich Artmann (FWG) fragte nach einem Alkoholverbot in der Nordstraße. „Schwierig“, antwortete Hoffmann. Vor den Kiosken dürfe man dann keinen Alkohol trinken. „Das wäre geschäftsschädigend.“

Auf das, was die Anwohner stört, haben wir leider keinen Einfluss.

Gabriele Hoffmann

Entspannung melden die Außendienstler vom Pausenhof der Augustin-Wibbelt-Schule in Vorhelm und vom Wendehammer Sachsenstraße. Beide sind raus aus der aktuellen Liste der Brennpunkte.

Problematisch weiter die Situation zwischen Jugendzentrum Ost und Barbara­schule. Alkohol- und Drogenkonsum hatten den Spielplatz auf die politische Bühne gehoben. Rückschnitt von Grün und das Versetzen von Bänken habe zwar punktuell zu Verbesserungen geführt. Das Problem habe sich jetzt aber auf den Bolzplatz verlagert, für den nun ebenfalls eine Lösung gefunden werden müsse. Hoffmann: „Wir werden weiter bestreifen. Hier sehen wir uns vor dem Problem der Verdrängung.“

Zeche: Die Maßnahmen greifen, seitdem Bordsteinkanten und Schwellen sitzen, Abfallbehälter umgesetzt und aktuell auf der sogenannten „McDonald‘s“-Straße neu installiert wurden. Fazit: Die Situation hat sich entspannt; es werden weniger Fahrzeuge angetroffen; Jugendliche stehen häufig mit ihrem Pkw auf privatem Gelände. Und: Das hohe Tempo ist raus.

Erfolge an der Zeche. Und neue Müllbehälter auf der „McDonald‘s“-Straße.

Erfolge an der Zeche. Und neue Müllbehälter auf der „McDonald‘s“-Straße. Foto: Ulrich Gösmann

Brennpunkt Hansastraße / Rottmannstraße : Die Außendienstler sehen sich fortlaufend mit Vermüllung und Ruhestörung im Umfeld einzelner Immobilien konfrontiert. Der Unrat werde zwar schnell beseitigt, sagt Gabriele Hoffmann. „Das hat aber nur kurze Halbwertszeit.“ Was zu erklären sei: „Da wohnen Menschen, die sich bisher nicht mit Mülltrennung beschäftigt haben.“ Ulrich Westhues warf die Frage nach Kameraüberwachung in die Runde. Hoffmann: „Es muss ein Schwerpunkt für Straftaten vorliegen. Den haben wir aber nicht.“

Albert-Schweitzer-Schule: Das Gelände ist weiter Treffpunkt. Der Außendienst zeigt verstärkt Präsenz, um das Entstehen eines neuen Brennpunktes zu vermeiden.

Fazit der Ordnungsbehörde: „Brennpunkte verändern sich ständig. Durch Anwesenheit und Kontrollen des Außendienstes findet Verdrängung statt. Oft ist keine Ahndung möglich, da Verstöße niemandem zugeordnet werden können. Ein Vergleich der Brennpunkte aus dem Konzept 2017 mit denen aus dem Konzept 2019 zeigt allerdings, dass aus Sicht der Ordnungsbehörde keine neuen Brennpunkte entstanden sind, aber drei entschärft werden konnten.“

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