Radstation im Bahnhof
Für Toiletten kein Betreiber in Sicht

Ahlen -

Mag der Ahlener Bahnhof auch gerade noch so aufwendig umgebaut werden, eine Radstation und sogar endlich Personenaufzüge zu den Bahnsteigen bekommen – öffentliche Toiletten im Gebäude wird es auf absehbare Zeit weiter nicht geben.

Mittwoch, 18.09.2019, 11:00 Uhr
Fahrradständer gibt es zwar nicht zu knapp im Bahnhofsbereich. Vor allem die Besitzer hochwertigerer E-Bikes werden vermutlich aber die geplante Radstation gerne in Anspruch nehmen.
Fahrradständer gibt es zwar nicht zu knapp im Bahnhofsbereich. Vor allem die Besitzer hochwertigerer E-Bikes werden vermutlich aber die geplante Radstation gerne in Anspruch nehmen. Foto: Peter Harke

Auf Beifall stieß am Montag im Stadtplanungs- und Bauausschuss das Vorhaben, im Ahlener Bahnhof eine Radstation einzurichten (die „AZ“ berichtete). Als „zukunftsweisend“ lobte Martin Hegselmann ( CDU ) das Konzept, das Baurat An­dreas Mentz und Mobilitätsmanager David Knor vorstellten.

Die Idee einer Radstation ist schon ein paar Jahre alt, ihre Realisierung scheiterte jedoch bisher an der nicht vorhandenen Flächenverfügbarkeit. Mit der Entscheidung der Deutschen Bahn AG, das Bahnhofsgebäude nicht zu veräußern, was sie zwischenzeitlich erwogen hatte, kam dann im November 2018 Bewegung in die Sache. Die DB will nun der Stadt die ehemalige Bahnhofsgaststätte überlassen, und das sogar mietfrei. An­dreas Mentz rechnet damit, dass ein langfristiger Vertrag über 20 Jahre abgeschlossen werden kann.

Die Stadt wird gleichwohl einiges investieren müssen. Die seit Jahren leerstehenden Räume seien in so schlechtem Zustand, dass sie komplett saniert werden müssten, erläuterte der Technische Bei­geordnete. Die Kosten sind mit 800 000 Euro veranschlagt, allerdings einschließlich der erforderlichen Einbauten für die Radaufbewahrung. „Preiswerter bekommen wir es nicht hin“, machte Mentz deutlich. Die Stadt erwartet aber eine mindestens 50-prozentige Förderung durch Land und Bund, vielleicht fällt diese sogar noch höher aus. Es gebe „verschiedene Förderwege“, die es intelligent zusammenzuführen gelte, erläuterte der Stadtbaurat und berichtete von einem „zuversichtlich stimmenden“ Gespräch, das er und Knor erst kurz vor der Ausschusssitzung geführt hätten.

Preiswerter bekommen wir es nicht hin.

Stadtbaurat Andreas Mentz

Betrieben werden soll die Radstation von einem inte­grativen Ausbildungsbetrieb, der nicht nur für die Bewachung der abgestellten Fahrräder verantwortlich wäre, sondern auch einen Reparaturservice anbieten könnte. David Knor äußerte die Erwartung, dass die 206 Stellplätze meistens zu hundert Prozent belegt sein werden. Was gleich die Frage nach möglichen Kapazitätserweiterungen aufwarf. Die sieht An­dreas Mentz durchaus auf der Rückseite des Bahnhofs. Dort gebe es „auch Flächen im Privatbesitz, über die wir sprechen“.

Eine Absage erteilte Mentz dem Wunsch von Heinrich Artmann (FWG), auch die Toiletten der früheren Bahnhofskneipe instand zu setzen und öffentlich zugänglich zu machen. „Persönlich würde ich das auch begrüßen“, so der Stadtbaurat. Nach Schätzung der Bahn würde die Ertüchtigung der WC-Anlage 280 000 bis 300 000 Euro kosten. Dabei sei „die Investition nicht das Problem, der Betrieb sehr wohl“. Die Bahn würde eine solche Anlage „in keinem Fall selbst betreiben“. Im Übrigen, so Mentz, seien die Automatiktoiletten auf dem Bahnhofsvorplatz „nicht so schlecht“. Sie würden mehrfach am Tag gereinigt.

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