Landgericht Münster verhängt Geldstrafe
Bundeswehr-Ausbilder zeigt bei Berufung Reue

Ahlen / Münster -

Hohe Wellen schlug 2017 ein Prozess gegen einen Ausbilder der „Westfalen-Kaserne“. Der damals 30-Jährige war angeklagt, weil er als Ausbilder seine Stellung ausgenutzt und Untergebene erniedrigt haben soll.

Donnerstag, 19.09.2019, 17:30 Uhr
Die Vorgänge um einen Ausbilder aus der „Westfalen-Kaserne“ hatten 2017 hohe Wellen geschlagen. Jetzt kam es zur Berufungsverhandlung, die ihm eine Geldstrafe einbrachte.
Die Vorgänge um einen Ausbilder aus der „Westfalen-Kaserne“ hatten 2017 hohe Wellen geschlagen. Jetzt kam es zur Berufungsverhandlung, die ihm eine Geldstrafe einbrachte. Foto: Christian Wolff

Das Schöffengericht in Ahlen sah es nach zwei Verhandlungstagen als erwiesen an, dass der Portepeeträger zum Ende der Grundausbildung im Herbst 2016 bei einer Feier mit viel Alkohol einer 18 Jahre alten Soldatin übers Gesicht geleckt und sie zu seinem „Eigentum“ erklärt sowie zwei andere Re­kruten entwürdigend behandelt hatte.

Dafür erhielt der damalige Ausbilder eine Freiheitsstrafe von fünf Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde – inklusive der Zahlung von 2000 Euro als Bewährungsauflage. Damit ging das Gericht über das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß von 7200 Euro Geldstrafe hinaus (die „AZ“ berichtete).

Es war ein Urteil, gegen das der Angeklagte und sein Verteidiger umgehend Rechtsmittel angekündigt hatten. Der Rechtsanwalt sah weder den Schlag in die Genitalien noch eine versuchte Nötigung als erwiesen an. Außerdem bemängelte er die Ermittlungen der Vorgesetzten seines Mandanten.

Zwei Jahre nach dem erstinstanzlichen Urteil holte der folgenschwere Übergriff den ehemaligen Soldaten vor dem Landgericht Münster jetzt wieder ein. In dem neu aufgerollten Fall kam es zur überraschenden Kehrtwende: Hatte der Angeklagte noch im Ursprungsverfahren zu den Tatvorwürfen geschwiegen, legte er nun ein Geständnis ab und brachte seine Reue zum Ausdruck. Die vorgeladenen Zeugen brauchten somit nicht mehr gehört zu werden. Das alles „zahlte“ sich für den Angeklagten aus. Bei der Urteilsfindung berücksichtigte die Kammer sein Geständnis und verwarf die Berufung mit der Maßgabe, dass die Freiheitsstrafe der Vorinstanz in eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 50 Euro abgeändert wurde. Dreißig Tagessätze weniger, als von der Staatsanwaltschaft gefordert. Mit dem jetzt ergangenen Urteil steht dem neu eingeschlagenen Berufsweg des ehemaligen Soldaten nichts mehr im Wege. Nach Ablauf seiner Dienstverpflichtung wurde er regulär entlassen.

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