Neues Salzsilo kann auch Sole
Hölzerner Riese überragt alles

Ahlen -

Ahlens neues Salzsilo kann nicht nur Streugut bunkern, sondern auch Sole erzeugen. In Betrieb geht es jedoch erst, wenn im nächsten Jahr der Betriebs- und Wertstoffhof fertiggestellt ist. Ein Mammutprojekt.

Samstag, 21.09.2019, 09:00 Uhr
300 Tonnen Salz passen in diesen Rundkörper. Von Kiefer und Fischte umschlossen, soll das Streugut vor Verklumpungen geschützt sein.
300 Tonnen Salz passen in diesen Rundkörper. Von Kiefer und Fischte umschlossen, soll das Streugut vor Verklumpungen geschützt sein. Foto: Ulrich Gösmann

In eckiger Gesellschaft fällt der Runde schon jetzt auf. Und dürfte es noch mehr, wenn er erst steht. Mit über 18 Metern Höhe wird das neue Salzsilo der Ahlener Umweltbetriebe alle neun Neubauten auf dem weiten Areal des künftigen Baubetriebs- und Wertstoffhof am Eckpunkt Ostberg / Daimlerstraße überragen. Auch den wuchtigen Verwaltungstrakt, der es mit seinen vier Etagen auf 14 Meter bringt.

Form und Höhe sind das eine. Sein Material-Mix aus Kiefer und Fichte macht den Peilpunkt in grauer Fassaden-Gesellschaft zum Exoten. Die Ahlener Umweltbetriebe schwenken um – von Glasfaserkunststoff- auf Holz-Ummantelung, weil die Vorteile überwiegen. „Das Salz hat eine längere Lagerfähigkeit“, zieht Projektleiter Frank Buntrock den ersten Trumpf. Im bisherigen Silo auf dem Betriebshofgelände an der Alten Beckumer Straße laufe das Salz Gefahr, bei Sonnenneinstrahlung und zu langer Lagerung zu schwitzen und zu verklumpen. Einen weiteren Pluspunkt hat der Lieferant aus dem bayrischen Brannenburg seinem Ahlener Adressaten gleich schriftlich geben: Imprägniert angeliefert muss das Holz nicht mehr nachbehandelt werden. Aller guten Dinge sind drei: Mit 300 Tonnen liegt das Fassungsvermögen deutlich über dem des Vorgängers (120 Tonnen).

Nicht Dach, sondern Trichter. Dafür muss er noch umgedreht werden.

Nicht Dach, sondern Trichter. Dafür muss er noch umgedreht werden. Foto: Ulrich Gösmann

Der mächtige Rundbau steht bereits teilmontiert auf dem Platz. Neben ihm ein Zipfel, der Dach sein könnte, aber Trichter ist. „Der wird noch umgedreht“, rückt Architekt Jan Hintemann Fehldeutungen gerade.

Vier Betonfundamente stehen bereit, die den Silo-Komplex tragen werden. Mit einem Teleskopkran wird der Trichter in Kürze auf ein Stahlgestell aufgesetzt, darauf der große Behälter.

Wir sind weit fortgeschritten und fangen jetzt mit dem Straßenbau an.

Bernd Döding

Die künftige Befüllung läuft – ganz einfach – über eine Steigleitung. Vom Silozug wird das Salz in über 18 Metern Höhe ins Silo eingeblasen. Unten fahren – wie beim Vorgänger – die Streuwagen ein, um berieselt zu werden. Mit einer Neuerung: Über einen Nebenauslass gelangt Salz in einen speziellen Sole-Erzeuger. Eine 22-prozentige Sole wird dann für die Feuchtsalzstreuung in die gelben Fahrzeugtanks gepumpt, die seitlich angebracht sind. „Unsere Fahrzeuge sind bereits dafür ausgestattet“, lässt Frank Buntrock wissen – und nennt auch hier die Vorteile: schnellere Tauwirkung, bessere Fahrbahnhaftung und geringere Verwehung. Über den Streuteller landet ein Mix aus 30 Prozent Sole und 70 Prozent Trockensalz auf der Straße.

Am Fundament: Frank Buntrock und Jan Hintemann.

Am Fundament: Frank Buntrock und Jan Hintemann. Foto: Ulrich Gösmann

Der nächste Winter kommt bestimmt. Dem neuen Silo wird er aber maximal nur ein weißes Dach bescheren. In Betrieb geht der hölzerne Riese erst mit dem Betriebs- und Wertstoffhof insgesamt. Auf dem laufen die Arbeiten in Hallen und Gassen auf Hochtouren. Bernd Döding, Leiter der Ahlener Umweltbetriebe, bestätigt am Donnerstagnachmittag beim Ortstermin: „Wir sind weit fortgeschritten und fangen jetzt mit dem Straßenbau an.“ Im Oktober sollen die Werksstraßen asphaltiert werden. Dann darf auch hier der Winter kommen. . .

Vorboten des Straßenbaus auf dem Betriebsgelände.

Vorboten des Straßenbaus auf dem Betriebsgelände. Foto: Ulrich Gösmann

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