Überraschung beim Gelöbnis
Heiratsantrag vor der ganzen Truppe

Ahlen -

Das gehörte nicht zum militärischen Protokoll: Beim Gelöbnis in der „Westfalen-Kaserne“ machte ein Re­krut seiner Angebeten einen Heiratsantrag.

Freitag, 20.09.2019, 18:30 Uhr
Auf Knien hielt Schütze Pascal Knop um die Hand seiner Angebeteten Michelle Brentrup an. Sohn Aiden Leon und Oberstleutnant Timm Gadow waren Zeugen.
Auf Knien hielt Schütze Pascal Knop um die Hand seiner Angebeteten Michelle Brentrup an. Sohn Aiden Leon und Oberstleutnant Timm Gadow waren Zeugen. Foto: Peter Schniederjürgen

Feierliches Gelöbnis in der „Westfalen-Kaserne“ mit einem ungewöhnlichen Sonderauftrag: „Operation Herzblatt“. Vor der angetretenen Gelöbnisformation bat Schütze Pascal Knop am Freitag um die Hand von Michelle Bentrup. Zeuge war dabei nicht nur das gesamte Bataillon, auch Sohn Leon Aiden und nicht zuletzt Oberstleutnant Timm Gadow , Kommandeur des Aufklärungsbataillons 7, erlebten den romantischen Moment aus nächster Nähe mit.

Dabei begann alles streng militärisch. Das Bataillon marschierte ein. Dem Heeresmusikkorps aus Kassel folgten die Truppenfahne und die Ehrenformation zu den Kommandos von Major Michael Hertel. Mit der Meldung übernahm der Kommandeur, Oberstleutnant Timm Gadow. Er begrüßte die zahlreichen zivilen und militärischen Gäste, insbesondere auch die Abordnung des Dolberger Schützenvereins. Sie stand mit den Soldaten ihrer Patenkompanie, der Ausbildungs- und Unterstützungskompanie 7, in einer Reihe.

„Sie beenden mit dem heutigen Tag den ersten Schritt Ihrer militärischen Ausbildung, dazu gratuliere ich Ihnen“, sagte der Kommandeur zu den 118 angetretenen Rekruten. Er erinnerte sie an die zurückliegenden Wochen „…die nicht immer vergnügungssteuerpflichtig waren“. Oberstleutnant Gadow dankte den jungen Soldaten dafür, dass sie bereit seien, Pflichten und Verantwortung zu übernehmen. Diese unterschieden Soldaten von anderen Staatsdienern, allein schon durch den Verzicht auf die körperliche Unversehrtheit. „Was Sie hier gelernt haben, wird Ihnen bei Ihren künftigen Verwendungen immer von Nutzen sein“, erinnerte sie der Kommandeur.

Dann wich er vom Protokoll ab und bat Michelle Brentrup aus der Besucherschar zu sich. Sie kam in Begleitung von Leon Aiden. Dann, deutlich militärischer, befahl der Oberstleutnant dem Schützen Pascal Knop vorzutreten. Dem jungen Soldaten lief der fünfjährige Leon entgegen. Der Schütze fiel vor seiner Angebeteten auf die Knie und dann kam die entscheidende Frage: „Willst Du meine Frau werden?“, das folgende „Ja“ ging beinahe im Applaus unter.

Nach dem romantischen Zwischenspiel nahm das Gelöbnis seinen üblichen Verlauf. Es sprach der Dolberger Ortsausschussvorsitzende Philipp Gößling. „Unsere Patenschaft mit den Soldaten des Bataillons kommt aus der Mitte der Gesellschaft“, stellte Gößling klar. Für ihn ein Zeichen für den Rückhalt, den die Soldaten für ihren oft schweren und gefährlichen Dienst in der Bevölkerung haben. „Sie leben einen Widerspruch zur Strömung in der Gesellschaft“, so der Ortschef. Denn Soldat zu sein, sei weder „in“ noch „cool“. „Aber für den Dienst zu unser aller Sicherheit und Frieden verdienen Sie einen Ehrenplatz in der Gesellschaft“, meinte Gößling.

Schließlich gelobten die Soldaten mit der Hand auf der Truppenfahne, „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen“. Mit der Nationalhymne und dem Ausmarsch der Fahne endete dieses ungewöhnliche Gelöbnis.

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