Verkehrsplanung Bahnhofstraße
Mentz: Wortmann möchte Mauer-Erhalt

Ahlen -

Die Diskussion um die Umgestaltung der Bahnhofstraße im Sinne des Radverkehrskonzepts fand am Montag im Betriebsausschuss ihre Fortsetzung. Stadtbaurat Andreas Mentz widersprach der BMA-Äußerung, die Mauer am Kugelbrunnen könnte weggerissen werden.

Dienstag, 24.09.2019, 16:00 Uhr
Die Mauer am Kugelbrunnen mit ihrem eingelassenen Kreuz erinnert an die Wallanlage der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Architekt Heiner Wortmann kann sich eine Entfernung nicht vorstellen, wohl aber eine Modifizierung, hieß es im Betriebsausschuss.
Die Mauer am Kugelbrunnen mit ihrem eingelassenen Kreuz erinnert an die Wallanlage der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Architekt Heiner Wortmann kann sich eine Entfernung nicht vorstellen, wohl aber eine Modifizierung, hieß es im Betriebsausschuss. Foto: Gösmann / Wolff

Kritische Töne in Richtung BMA wurden am Montagnachmittag im Betriebsausschuss laut. Es ging erneut um die geplante Umgestaltung der Bahnhofstraße im Sinne des Radverkehrskonzepts. Dort sollen – wie berichtet – sechs Parkplätze zugunsten gegenläufiger Fahrradspuren weichen.

Ratsfrau Martina Maury hatte in der Vorwoche über unsere Zeitung verlauten lassen, der Architekt der Fußgängerzone habe ihr gegenüber bestätigt, dass er nichts gegen einen Abriss der dortigen Mauer am Kugelbrunnen habe, wenn dadurch eine Entzerrung der Verkehrssituation erreicht werde. So könnten nach BMA-Ansicht auch die Parkplätze erhalten werden.

Stadtbaurat Andreas Mentz stellte jetzt klar, dass eine solche Aussage von Heiner Wortmann keinen Bestand habe: „Ich habe erst vorige Woche noch einmal mit ihm gesprochen und er hat es bestätigt“, sagte er. Demnach halte der Architekt am Erhalt der Mauer fest, da diese den Verlauf der historischen Wallanlage nachzeichne und somit analog zum Mariengarten, wo sich das einstige Haus Heitmann in der Umfassung wiederfindet, zum Konzept der Innenstadtgestaltung gehöre. „Das einzige, was sich Herr Wortmann vorstellen könnte, wäre eine Modifizierung der Mauer, vielleicht durch Veränderungen in der Höhe“, so Andreas Mentz.

Genauso sei es schon im Mai 2018 besprochen worden, als bei einem Ortstermin gemeinsam mit Wortmann erstmals nach Lösungen der „kniffligen Verkehrssituation“, wie Mentz sie nannte, gesucht wurde. „Mir ist völlig klar, dass der Verlust dieser Parkplätze wehtut. Aber wir sehen hier keine Alternative.“

Rolf Leismann (BMA): „Es ist unstrittig, dass die Gesamtsituation dort schlecht ist, aber wir sehen gewisse Widersprüche in der jetzigen Planung.“ Dass die BMA ohne vorherige Einbindung von Verwaltung und politischer Gremien in der Presse über telefonische Äußerungen Wortmanns berichtet, konnte Bernd Meiwes (SPD) nicht verstehen. „So geht man nicht miteinander um!“ Leismann konterte prompt: „Gestehen Sie uns zu, dass wir nicht alles ungeprüft übernehmen. Wenn man einen anderen Kenntnisstand erlangt, darf man den auch kommunizieren.“

Ralf Marciniak hielt ungeachtet dessen fest, dass die CDU nach wie vor „Bauchschmerzen“ habe, was den Wegfall des Parkstreifens angeht. „Wir waren immer noch auf die Umsetzung eines Parkkonzepts für die gesamte Innenstadt“, wiederholte er die Äußerungen aus dem Stadtplanungsausschuss. Dennoch hoben die Christdemokraten die Hand für die vorgesehene Umgestaltung.

„Ich kann die Diskussion nicht nachvollziehen. Alle anderen Alternativen wären zu teuer“, hielt Dieter Bröer (Grüne) fest. Für Reiner Jenkel (Linkspartei) herrscht noch immer eine zu große Diskrepanz zwischen denen, die Fahrradfreundlichkeit erreichen und denen, die Autofreundlichkeit beibehalten wollen.

Letztlich stimmt der Betriebsausschuss – bei Enthaltung der BMA – für die Veränderungen an der Bahnhofstraße. Was die bereits vorgestellten Planungen für die Nordstraße am Abzweig Gerichtsstraße angeht, wo ebenfalls eine veränderte Radspur vorgesehen ist, gab es keine Abstimmung. Hier wurde die Verwaltung um Nachbesserung des Konzeptvorschlags gebeten.

Mir ist völlig klar, dass der Verlust dieser Parkplätze wehtut.

Andreas Mentz
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