Schwachstellen im Verkehr
Barrierefrei durch Süd/Ost

Ahlen -

Im Rollator und Rollstuhl durch Ahlens Südosten: Schwachstellen in der Barrierefreiheit soll ein Test-Spaziergang herausfinden. Eine Radtour schließt sich aus anderem Blickwinkel an.

Dienstag, 24.09.2019, 14:28 Uhr aktualisiert: 24.09.2019, 15:56 Uhr
Eine Befragung will herausfinden, wie es für Radfahrer ist, im Südosten unterwegs zu sein. Die Radtour liefert Erkenntnisse. Eine Woche zuvor machen sich Fußgänger auf den Weg durchs Quartier.
Eine Befragung will herausfinden, wie es für Radfahrer ist, im Südosten unterwegs zu sein. Die Radtour liefert Erkenntnisse. Eine Woche zuvor machen sich Fußgänger auf den Weg durchs Quartier. Foto: Stadt Ahlen

Radfahrer und Menschen, die im Rollstuhl unterwegs sind, sollen im Ahlener Südosten barrierefreier ans Ziel kommen. Die Stadt lädt deswegen zu einem besonderen Spaziergang am Dienstag, 1. Oktober, ein. Er legt einen Fokus auf die Barrierefreiheit für Fußgänger sowie auf Menschen, die im Rollstuhl oder mit dem Rollator am Straßenverkehr teilnehmen.

Am Dienstag, 8. Oktober, findet eine Radtour statt, die das Thema Radverkehr in den Blick nimmt. Beide Touren beginnen um 16 Uhr und dauern in etwa zwei Stunden. Treffpunkt wird an beiden Tagen das Stadtteilbüro am Glückaufplatz sein.

Wer hat das nicht schon beobachtet: Zu schmale Gehwege machen ein Fortbewegen im Rollstuhl schwierig. Das Ausweichen auf den Radweg oder manchmal sogar auf die mehr oder weniger stark befahrene Fahrbahn wird dann nötig. Radfahrer und Fußgänger kommen sich in die Quere, weil Radstreifen zu schmal bemessen sind. An Kreuzungen ist unklar, wo sich Radfahrer und Fußgänger aufstellen sollen, um auf die Grünphase zu warten. Nicht jede Ampel ist für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen ausgestattet, Bushaltestellen sind trotz begonnenen Umbaus an manchen Stellen noch nicht taktil erkennbar, womit selbstständiges Fortbewegen für diese Personengruppe gelegentlich schwierig wird. „Es gibt noch eine Menge zu tun, auch in Ahlen“, sagt Stadtplanerin Angelika Schöning und lädt Bürger ein, daran mitzuwirken. Gelegenheit besteht beim Spaziergang bzw. der Radtour durch den Ahlener Südosten.

„Bei den Begehungen wollen wir gemeinsam mit Interessierten Orte aufsuchen, an denen Konflikte zwischen Pkw-, Rad- und Fußverkehr existieren“, so Schöning. Hindernissen, die immer wieder Unsicherheiten produzierten, wolle man so auf die Schliche kommen. Zudem gebe es Informationen über Barrierefreiheit sowie einen interessanten Erfahrungsaustausch.

Teilnehmende können beim Spaziergang in ganz neue Rollen schlüpfen. Schöning: „Wer mag, kann ausprobieren, wie man sich im Rollstuhl fortbewegt oder mit dem Langstock hantiert.“ Die Begehungen finden im Rahmen des Konzepts „barrierefreier fuß- und radverkehrsfreundlicher Ahlener Süd/Osten“ statt und werden von den beiden beauftragten Planungsbüros „akp“ aus Kassel und „protze + theiling“ aus Bremen geführt. Die Ergebnisse werden protokolliert und damit Bestandteil des Konzepts. Die Präsentation erfolgt in einer Bürgerversammlung am Montag, 28. Oktober, um 18 Uhr im Glückaufheim.

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