Gelbe Tonne für Ahlen?
Entscheidung hängt noch in der Luft

Ahlen -

Vom Gelben Sack auf die Gelbe Tonne: Entschieden ist noch nichts. Der Wunsch nach Tonne halt der Sitzung des Ahlener Betriebsausschusses aber deutlich nach.

Dienstag, 24.09.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 25.09.2019, 08:53 Uhr
Die Entscheidung hängt noch in der Schwebe. Einen Beschluss zur Einführung der Gelben Tonne fasste der Betriebsausschuss am Montagabend noch nicht. Die Stimmung war aber eindeutig: Sack ade!
Die Entscheidung hängt noch in der Schwebe. Einen Beschluss zur Einführung der Gelben Tonne fasste der Betriebsausschuss am Montagabend noch nicht. Die Stimmung war aber eindeutig: Sack ade! Foto: Ulrich Gösmann

Die Einführung der Gelben Tonne – absolut begrüßenswert, fand am Montagabend im Betriebsausschuss auch Karl-Heinz Meiwes. Der von der Verwaltung vorgeschlagenen einmaligen Monatsleerung setzte der Genosse allerdings entgegen: „Ich weiß von anderen Gemeinden, die das alle 14 Tage machen.“ Offene Fragen auch von anderen Seiten. Und ein offenes Ende, weil FWG-Vorsitzender Heinrich Artmann vorab noch Beratungsbedarf angemeldet hatte. Ihm gehe das jetzt – vorbei an der Öffentlichkeit – alles zu schnell.

Bernd Döding , Leiter der Ahlener Umweltbetriebe, erklärte den jetzt möglichen Frühstart mit der Ausnutzung eines Sonderkündigungsrechtes (wir berichteten), der den Gelben Sack schon zum 1. Januar 2021 in Ahlen ablösen könnte. Und nicht erst ein Jahr später. Die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) sei gerade in Verhandlungen mit den Systembetreibern. Zwei, drei Städte im Kreis fehlten noch. „Im Kontext mit anderen Gemeinden wollen wir auch dazugehören.“

Warum erst den Umweg über die Gelbe Tonne, intervenierte Heinrich Artmann (FWG). Hamm habe gleich auf die Wertstofftonne umgestellt. Ahlen baue sich gerade einen neuen, hochmodernen Betriebs- und Wertstoffhof. „Sollten wir nicht sehen, dass wir gleich mit der Wertstofftonne weiterkommen?“ Und auch diese Frage noch: „In zwei Jahren tauschen wir dann die Deckel oder alle Tonnen?“

Ziel, antwortete Bernd Döding, sei die Wertstofftonne. „Das geht aber nur kreisweit. Wir wollen den Fuß in der Tür haben.“ Die Verhandlungen mit den Systembetreibern seien „sehr kompliziert“.

Die Gelbe Tonne ist für uns kostenneutral.

Bernd Döding (Umweltbetriebe)

Rolf Leismann (BMA), auch am Dienstag auf ganzer Linie offensiv eingestimmt, schwante, dass – wie so oft – in diesem Fall noch irgendetwas hinterher komme, was den Bürger belaste. Mehr Personal? Mehrkosten? Döding nahm Dampf aus dem Wortbeitrag: „Die Gelbe Tonne ist für uns kostenneutral. Wir sind nicht in die Entsorgung eingebunden.“ Die 2 bis 2,50 Euro, die Leismann in der Verwaltungsvorlage gelesen habe, bezögen sich nicht auf die Gelbe Tonne, sondern auf die Wertstofftonne.

Rudolf Jaschka (CDU) störte die Einheitsgröße von 240 Litern. „Bekommt ein Zwei-Personen-Haushalt dann auch eine große Tonne?“ Der Bürger habe doch schon genug Großes im Garten stehen. Sonderlösungen, so Döding, seien nicht beabsichtigt. „Das würde die Systemverhandlungen weiter erschweren.“

In der Bevölkerung ist das noch nicht angekommen.

Heinrich Artmann (FWG)

Karl-Heinz Meiwes brach eine Lanze für die Gelbe Tonne: „Sie war immer wieder Forderung der Politik.“ Umso erstaunlicher, dass die FWG jetzt auf die Bremse trete. An Heinrich Artmann die Frage: „Wollen Sie in dieser Frage einen Bürgerentscheid?“ Der reagierte postwendend: „Es geht nicht um einen Bürgerentscheid“, sondern um andere Formen öffentlicher Beteiligung. Sei es durch die Ahlen-App, über die nachgefragt werden könnte: „Was wollt ihr?“ Artmann abschließend: „Das geht mir hier einfach zu schnell. In der Bevölkerung ist das noch nicht angekommen.“

Was ist, wenn mehr Müll anfällt? Bekommt man dann noch einen gelben Sack dazu?

An­dreas Huesmann (FDP)

Einen Schmunzler entlockte die Frage von An­dreas Huesmann (FDP): „Was ist, wenn mehr Müll anfällt? Bekommt man dann noch einen gelben Sack dazu?“ Bernd Döding verneinte: Der Sack sei dann Geschichte. Es bestehe die Möglichkeit, auf einen 1,1-Behälter umzuschwenken. Außerdem könne künftig gepresst werden. Was beim Sack kaum gelinge.

Dieter Bröer (Grüne) ließ seiner Erleichterung freien Lauf: „ Wichtig ist, dass keine Säcke mehr herumfliegen.“ Dass nichts mehr aufplatze, was Ratten anlocke. Der Büz-Koch sah alle als Gewinner. Er selbst eingeschlossen: „Ich brauche 20 Säcke in der Woche. Eine saubere Tonne wäre mir lieber.“

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