Mentz-Nachfolge
Bürgermeister muss jetzt liefern

Ahlen -

Zügig, schnellstmöglich, umgehend – das sind die meist genannten Vokabeln, wenn Ahlens Kommunalpolitiker auf die Nachfolge des 1. Beigeordneten An­dreas Mentz angesprochen werden, der am Dienstag dieser Woche in der Nachbarstadt Hamm einstimmig zum Stadtbaurat gewählt worden ist (wie berichtet).

Samstag, 05.10.2019, 21:00 Uhr
Für Stadtbaurat Andreas Mentz muss die Stadt schnell einen Nachfolger finden.
Für Stadtbaurat Andreas Mentz muss die Stadt schnell einen Nachfolger finden.

Die CDU wünscht sich, dass die Stelle schnellstmöglich ausgeschrieben wird, so dass Mentz wenn irgendmöglich einen Nachfolger noch einarbeiten könne, erklärt Fraktions- und Parteichef Peter Lehmann. Dazu erwarte er, dass der Bürgermeister ei­nen entsprechenden Vorschlag unterbreitet. Die Gelegenheit dazu bietet die interfraktionelle Runde, die Dr. Alexander Berger für kommenden Donnerstag eingeladen hat. Auch die Frage des 2. Beigeordneten will Lehmann in diesem Zusammenhang geklärt sehen, denn man könne nicht davon ausgehen, dass der Mentz-Nachfolger dieselbe Qualifikation mitbringe, die ihn befähige, auch das Amt des 1. Beigeordneten wahrzunehmen.

Headhunter-Agentur

So oder so ähnlich sehen das auch die anderen Fraktionsvorsitzenden, wobei sich die Stellungnahmen in der Tonlage unterscheiden. „Wir müssen umgehend ei­nen Nachfolger suchen“, fordert FDP-Fraktionsvorsitzender Eric Fellmann, der mit der Suche nach dem Beispiel des Stadtwerkegeschäftsführers eine Headhunter-Agentur beauftragen will. Zudem können sich die Liberalen gut einen zweiten Beigeordneten für Soziales, Schule und Kultur vorstellen.

Auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Gabi Duhme sieht jetzt den Bürgermeister am Zug. Sie erwarte, dass Berger am Donnerstag eine fertige Ausschreibung vorlegen werde, und schließt sich der Empfehlung, mit der Suche eine Personalagentur zu beauftragen, an. Intensiver beraten werde ihre Fraktion die Beigeordnetenfrage auf einer Klausurtagung vom 25. bis 27. Oktober. Persönlich wünscht sie sich einen zweiten Beigeordneten für die Bereiche Schule, Kultur, Jugend und Weiterbildung, weil die Themen eng mitein­ander verknüpft seien. „Wir benötigen jemanden, der die Dinge zusammen denkt“, un­terstreicht Duhme, so wie es Mentz als Stadtplaner getan habe. Eindringlich appelliert Duhme an andere Fraktionen, sich auf Gemeinsamkeiten zu besinnen, weil es sonst noch schwieriger werde, eine qualifizierte Nachfolge zu finden.

Berger-Kandidatur

Freie Wähler (FWG), Bürgerliche Mitte (BMA) und Bündnisgrüne, die den Bürgermeister gemeinsam aufgefordert hatten, bis zum 15. Oktober eine fertige Ausschreibung für die Stelle des 2. Beigeordneten vorzulegen, zeigen weniger Geduld und Verständnis. „Mir ist völlig unverständlich, warum der Bürgermeister drei Monate verstreichen ließ, ohne aktiv zu werden“, klagt FWG-Chef Heinrich Artmann. Mit der Nachfolgesuche von Mentz verbunden sieht er die Frage, ob Berger selbst als Bürgermeister erneut antrete. Denn davon hänge auch der Zuschnitt der Geschäftsbereiche für die Beigeordneten ab. Gleiches erwartet der FWG-Vorsitzende auch von der SPD und ihrem Kandidaten respektive ihrer Kandidatin für das Bürgermeisteramt. „Die Karten müssen jetzt auf den Tisch“, fordert Artmann.

Dampf will auch Matthias Bußmann für die BMA machen und vermisst eine klare Linie Bergers. In seinem eigenen Interesse müsse der Bürgermeister durch die Wahl von zwei Beigeordneten entlastet werden.

Aktionismus-Warnung

Grünen-Chefin Petra Päh­ler-Paul hält dem Bürgermeister vor, viel Zeit ungenutzt verstreichen lassen zu haben. Auch den Vorschlag, zunächst eine Kommission einzusetzen, um das Verfahren für die Besetzung der zweiten Beigeordneten­stelle zu regeln, sei wenig zielführend gewesen. Sinnvoll wäre es ihrer Meinung nach gewesen, damit den Hauptausschuss zu beauftragen. „Ich finde das schwierig. Ich will aber nicht den Bürgermeister zum Jagen tragen“, fasst Pähler-Paul ihre Kritik zusammen.

Nicht zuletzt Reiner Jenkel von den Linken sieht Handlungsbedarf, warnt aber vor Aktionismus. Die Suche ei­nes geeigneten Nachfolgers für Mentz nehme eine gewisse Zeit in Anspruch. Im Übrigen stellt sich Jenkel hinter Berger, dem er bescheinigt, in Haushaltsfragen und beim Rathaus einen guten Job zu machen.

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