Tour durch den Ahlener Osten
Wann ist ein Radweg ein Radweg?

Ahlen -

Die Radtour durch den Ahlener Osten am Dienstagnachmittag sollte Schwachstellen für den Radverkehr aufzeigen. Sie wurde aber mehr als das. Die Praxis zeigte, dass es den meisten Teilnehmern auch an der verkehrsrechtlichen Kenntnis fehlte, wann eine Benutzungspflicht für Radwege besteht.

Mittwoch, 09.10.2019, 17:00 Uhr
Viele Diskussionen mit den Planern Lisa Morgenschweis (links) und Uwe Höger (nicht im Bild) prägten die Radtour am Dienstagnachmittag durch den Ahlener Osten.
Viele Diskussionen mit den Planern Lisa Morgenschweis (links) und Uwe Höger (nicht im Bild) prägten die Radtour am Dienstagnachmittag durch den Ahlener Osten. Foto: Ralf Steinhorst

20 Radler dabei

Die zweistündige Tour über rund sechs Kilometer fand im Rahmen des Konzepts „Barrierefreier fuß- und radverkehrsfreundlicher Ahlener Süd/Osten“ statt, 20 Radfahrer nahmen daran teil. Lisa Morgenschweis und Uwe Höger von den Planungsbüros Protze und Theiling sowie AKP und Stadtplanerin Angelika Schöning wollten so mit den Radfahrerinnen und -fahrern ins Gespräch kommen. „Wir wollen mit der Optimierung des Radverkehrs nicht die Fußgänger zurückdrängen“, kündigte Lisa Morgenschweis in ihrer Begrüßung für die Erarbeitung von Lösungen an.

Gleich am Treffpunkt Glückaufplatz fand sich mit dem Übergang des Radwegs auf die Fahrbahn der August-Kirchner-Straße gegenüber der Diesterwegschule die erste Gefahrenstelle. „Ein äußerst kritischer Punkt. Kinder fahren meist auf dem Gehweg weiter“, kommentierte Bezirkspolizist Rudolf Jünemann die Schwachstelle. Eine schwer zu lösende Situation, wie sich in der Diskussion dann zeigte.

An der Kreuzung Beckumer Straße / Jägerstraße ist eine Querung der Fahrbahn wegen dem dichten Verkehr nur schwer möglich.

An der Kreuzung Beckumer Straße / Jägerstraße ist eine Querung der Fahrbahn wegen dem dichten Verkehr nur schwer möglich. Foto: Ralf Steinhorst

Einfacher gelöst werden kann dagegen der auf dem Fußgängerweg endende Radweg aus dem Zechenpark gegenüber der Einfahrt Stapelstraße / Steigerstraße.

Brisant erwies sich die Kreuzung Wetterweg / Rottmannstaße / Feldstraße. „Das ist hier eine Paradekreuzung“, stellte Uwe Höger fest. Ampelmasten auf Rad- und Fußwegen sowie Schulverkehr wegen der Barbara­schule werden die Köpfe der Planer wohl noch zum Rauchen bringen.

Den Radverkehr auf die Straße zu bringen, ist für Stadtteilbüroleiter Hermann Huerkamp keine Option: „Rücksichtnahme im Ahlener Osten, das ist anders als in der Innenstadt.“

Benutzungspflicht oder nicht?

Weitere Brennpunkte waren die Querungsmöglichkeiten an den Kreuzungen Emanuel-von-Ketteler-Straße / Am Stockpiper und Beckumer Straße / Jägerstraße, wobei Maßnahmen auf der Beckumer Straße als Bundesstraße vom Landesbetrieb Straßen.NRW genehmigt werden müssen.

Ist der Radweg an der Beckumer Straße benutzungspflichtig? Nein, wie sich herausstellte. Auch wenn das Pflaster dort rot unterlegt ist, müssen Radfahrer diesen nicht zwangsweise nutzen, hier besteht Freiwilligkeit. Denn nur mit entsprechenden blauen Schildern mit Fahrradsymbol ausgewiesene Radwege sind benutzungspflichtig. Gleiche Situation auf der Rottmannstraße. Dort sorgte für Verwirrung, dass 100 Meter vor der Ampel zur Emanuel-von-Ketteler-Straße in Richtung Paul-Rosenbaum-Platz Radfahrer per Schild von der Straße auf den Radweg geleitet werden. Die gesamte Radwegeproblematik löste viele Diskussionen aus. Gerade diese Diskussionsfreudigkeit lobte am Ende auch Uwe Höger: „Sie sind sehr konzen­triert mitgefahren.“

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