Maßnahmen zum Hochwasserschutz
Fischtreppe bei Verings Mühle

Ahlen -

Bei Verings Mühle soll eine Fischtreppe errichtet werden. Diese dient nicht nur der Wanderung von Lebewesen im Wasser, sondern auch dem Hochwasserschutz. Die Stadt hat bei diesem Thema ein großes Maßnahmenpaket abzuarbeiten.

Donnerstag, 10.10.2019, 20:00 Uhr
Das Stauwehr bei Verings Mühle am ehemaligen Haus Seppenhagen ermöglicht es Fischen und Kleinstlebewesen bislang nicht, im Gewässer zu wandern. In unmittelbarer Nähe soll daher eine Umgehungsrinne als Fischtreppe angelegt werden, die zugleich auch dem Hochwasserschutz dient.
Das Stauwehr bei Verings Mühle am ehemaligen Haus Seppenhagen ermöglicht es Fischen und Kleinstlebewesen bislang nicht, im Gewässer zu wandern. In unmittelbarer Nähe soll daher eine Umgehungsrinne als Fischtreppe angelegt werden, die zugleich auch dem Hochwasserschutz dient. Foto: Christian Wolff

Neben dem digitalen Hochwasserschutz durch Berechnung von Fließrichtungen und Landschaftsmarken – die Stadt stellte vor wenigen Wochen ein entsprechendes Programm vor – sind die baulichen Maßnahmen längst nicht abgeschlossen.

Zu den bestehenden Regenrückhaltebecken, die in den vergangenen Jahren an vielen Stellen entstanden sind, kommen mittelfristig weitere Staumulden sowie zahlreiche Veränderungen an Kanälen und anderen sogenannten Einleitstellen.

Im Ahlener Stadtgebiet gibt es rund 120 Orte, an denen ein öffentlicher Regenwasserkanal in ein Gewässer bei Starkregen einleitet. „Misch- und Niederschlagswassereinleitungen bedürfen einer wasserrechtlichen Erlaubnis“, erklärte Robert Reminghorst , stellvertretender Leiter der Ahlener Umweltbetriebe, in der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses. „Diese sind zeitlich befristet und müssen regelmäßig neu beantragt werden.“ Dabei müssen Änderungen der rechtlichen und technischen Regelungen direkt mit berücksichtigt werden. Ein Maßnahmenkonzept sei daher mit den Wasseraufsichtsbehörden abgestimmt worden.

An Einleitstellen, die Platzpotenzial bieten, müssen laut EU-Wasserrahmenrichtlinie heute Regenrückhaltevorrichtungen und für Einleitstellen in extrem beengten Verhältnissen ein Umgehungsgerinne angelegt werden. In Ahlen geschieht das beispielsweise an der Werse bei Verings Mühle am Haus Seppenhagen eine Fischtreppe errichtet. Bei der jetzigen Situation an der Wehranlage der Mühle sei „eine Wanderung von Kleinlebewesen und Fischen nicht gegeben“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. „Der notwendige Grundstückserwerb erschwert und verzögert spürbar die Umsetzung der wasserwirtschaftlichen Forderungen.“ Der Bedarf sei im Flächennutzungsplan der Stadt Ahlen verankert.

►  Stadtgebiet Ahlen: In Ahlen sind insgesamt 14 Regenrückhaltebecken an bestehenden Einleitstellen und ein Umgehungsgerinne an der Werse stellvertretend für 34 bestehende Einleitstellen neu zu errichten. Bei sechs bestehenden Becken müssen Optimierungen umgesetzt werden. Im Rahmen des Abwasserbeseitigungskonzeptes sind zwölf Regenrückhaltemaßnahmen geschaffen worden. Damit hat das Stadtgebiet Ahlen jetzt 31 Rückhaltebauwerke. Das Umgehungsgerinne im Bereich der Werse an Verings Mühle ist dabei ein wasserwirtschaftlicher Ausgleich für nicht umsetzbare Regenrückhaltungen im Ahlener Stadtgebiet. Für fast jedes neue Erschließungsgebiet ist ein eigenständiges Regenrückhaltebecken zu errichten. Die Kosten werden in den kommenden zehn Jahren auf insgesamt 4,9 Millionen Euro geschätzt.

►  Ortsteil Dolberg: Um die Regenwassermengen aus den vorhandenen Einleitungsstellen im Lambertusdorf gedrosselt ableiten zu können, sind zwölf neue Regenrückhaltebecken erforderlich. Im Rahmen der Umsetzung des Abwasserbeseitigungskonzeptes wurden drei davon bislang gebaut. Die Kosten hier: schätzungsweise 2,7 Millionen Euro in den kommenden zehn Jahren.

► Ortsteil Vorhelm: Drei neue Regenrückhaltebecken erfordert das Maßnahmenpaket im Wibbeltdorf, um die Regenwassermengen der vorhandenen Gebiete ableiten zu können. Für sieben Einleitstellen sind bereits entsprechende Regenrückhaltemaßnahmen geschaffen worden; es gibt drei Regenrückhaltemaßnahmen. Für fast jedes neue Erschließungsgebiet ist nun ein eigenständiges Regenrückhaltebecken zu errichten. Die Kosten werden auf insgesamt 1,1 Millionen Euro geschätzt – Zeitraum auch hier: zehn Jahre.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6991749?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Menschenhandel-Verdacht: Razzien in Nagelstudios
Razzia in der Windthorststraße am Mittwochabend
Nachrichten-Ticker