Gedenken an die Opfer von Halle
Jenkel: „AfD mitverantwortlich am Terror“

Ahlen -

Rund 100 Menschen erinnerten am Freitagabend an die Opfer des Terrorakts von Halle an der Saale. Aufgerufen dazu hatte der „Ahlener Appell“.

Sonntag, 13.10.2019, 17:44 Uhr aktualisiert: 14.10.2019, 09:08 Uhr
Zur Gedenkveranstaltung für die Opfer des Terrorakts von Halle gehörte auch ein Besuch am jüdischen Mahnmal an der Klosterstraße.
Zur Gedenkveranstaltung für die Opfer des Terrorakts von Halle gehörte auch ein Besuch am jüdischen Mahnmal an der Klosterstraße. Foto: Dierk Hartleb

Betroffenheit, aber auch Entschlossenheit, dem rechten Terror die Stirn zu bieten, äußerten die Redner auf einer Gedenkveranstaltung am Freitagabend für die Opfer des Terroraktes in Halle.

Der Aufforderung des „Ahlener Appells“, auch in der Wersestadt Solidarität zu bekunden, waren rund 100 Frauen und Männer gefolgt. Bevor die Gruppe vom Marktplatz zum Mahnmal in der Klosterstraße vor der ehemaligen Synagoge wechselte, erinnerte Sven Hanses als Sprecher des „Ahlener Appells“ an Jana L. und Kevin S., die in Halle zufällig Opfer der Mordlust des 26-jährigen Terroristen geworden seien.

Nur durch einen glücklichen Umstand habe der Mörder seinen Vorsatz, in der Synagoge ein Massaker unter den dort anwesenden Gläubigen anzurichten, nicht verwirklichen können. Es gebe keinen Schutz vor solchen Taten, es könne jeden treffen.

Ratsherr Reiner Jenkel machte die Alternative für Deutschland (AfD) mitverantwortlich für den braunen Terror, deren Redner durch die verwendete Terminologie eine Nähe zum NS-Unrechtsstaat erkennen ließen. Die AfD müsse „politisch bekämpft und alles getan werden, damit sie nicht im nächsten Ahlener Stadtrat vertreten“ seien.

Friedrich Löper , ehemaliger Geschichts- und Religionslehrer am Städtischen Gymnasium, bezeichnete den Terrorakt als „Angriff auf unsere Zivilisation, unsere Gesellschaft“. Zugleich verwies Löper auf den Talmud, der lehre: „Aus deinen Gedanken werden Worte, aus den Worten Taten.“ Löper forderte die Menschen auf, weniger Gleichgültigkeit zu demonstrieren. „Nach der gezielt geplanten Pogromnacht und Auschwitz hat niemand das Recht, wegzuschauen und zu schweigen.“

Daraufhin setzten sich die Teilnehmer schweigend zum Mahnmal für die ermordeten Ahlener Juden in Bewegung und legten dort eine Schweigeminute ein. Zu Ende ging die Solidaritätskundgebung mit zwei Liedern von Axel Ronig und Thomas „Mötte“ Gerullis als Duo „Gebrüder Möxel“: „Schalom!“

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