BMX-Kids setzen sich ein
Mit BMX zum Bürgermeister

Ahlen -

Die Freunde Diego und Rafael machen keine großen Umwege. Sie wollten direkt vom Bürgermeister wissen, ob es nicht noch mehr BMX-Bahnen geben könnte in Ahlen. Am Dienstag gab‘s dazu Antworten.

Dienstag, 15.10.2019, 20:00 Uhr
Mit dem BMX auf die Skaterbahn? Nein. Was Marco hier zeigt, ist eigentlich nicht erlaubt.
Mit dem BMX auf die Skaterbahn? Nein. Was Marco hier zeigt, ist eigentlich nicht erlaubt. Foto: Sabine Tegeler

BMX fahren ist seine Leidenschaft. Diego, neun Jahre alt und Schüler der Albert-Schweitzer-Schule , kann davon zurzeit nicht genug kriegen. Aber irgendwie ist diese Bahn mit den Rampen hinter der Friedrich-Ebert-Halle für diesen Zweck nicht geeignet, das Fahren mit den Rädern ist dort außerdem verboten. Und die Dirtbike-Bahn im Berliner Park ist bei schlechtem Wetter keine Option. Zumal die dort angelegten Strecken hier und da nicht mehr die besten seien.

Austausch mit Jungbikern

Da kann man sich doch mal nach Unterstützung umsehen, findet der Neunjährige und macht sich am Montag kurzerhand zusammen mit seinem Freund Rafael auf ins Rathaus: Die beiden wollen direkt mal mit dem Bürgermeister sprechen. Der ist zwar selbst nicht da, aber Jörg Pieconkowski von den Umweltbetrieben und Annika Neumann von der städtischen Jugendförderung zeigen sich zuständig und wollen mit den couragierten und willensstarken Jungbikern in Austausch treten.

Diego, sein Vater Daniel Longo, Jörg Pieconkonwski und Annika Neumann.

Diego, sein Vater Daniel Longo, Jörg Pieconkonwski und Annika Neumann. Foto: Sabine Tegeler

Am Dienstagvormittag versammeln sich daraufhin gut 20 Kinder am Skatepark hinter der Friedrich-Ebert-Halle, um mit den beiden Verwaltungsvertretern zu diskutieren. Diegos Mutter, Britta Longo, hatte über Facebook aufgerufen, dass alle Mädchen und Jungen, die gerne BMX fahren, an dem Treffen teilnehmen können.

Auch Diegos Vater, Daniel Longo , findet den Vorstoß seines Sohnes super. Er war in seiner Jugend begeisterter Skater und hat sich Anfang der 90er zusammen mit seinen Kumpels dafür eingesetzt, dass die erste Skaterrampe in Ahlen aufgebaut wurde.

Dirtbike-Bahn selbst modellieren

Die Kinder der Gegenwart müssen sich allerdings den Argumenten Jörg Pieconkowskis erst einmal geschlagen geben. Der Gruppenleiter Grünflächen erinnert nämlich daran, dass die Dirtbike-Bahn im Berliner Park vor drei, vier Jahren unter der Prämisse angelegt wurde, dass die Biker selbst sie pflegen, modellieren und gestalten: „Da heißt es auch für euch, mal eine Schüppe zu nehmen und anzupacken“, schlägt er den Kindern für die Herbstferien vor. Nur, wenn etwas ganz gravierend kaputt sei, würden die Umweltbetriebe ans Werk gehen. Aber eine abgebrochene Rampe oder ein Matschloch im Boden? Das könnten die Biker gut selbst bearbeiten: „Gerade jetzt, wenn der Boden weich ist.“ Der sei wie Ton gut zu modellieren. Und vielleicht würde ja auch der eine oder andere Vater mitanpacken, zwinkert er zu Daniel Longo rüber. Der ist nicht ganz zufrieden. Die Bahn im Berliner Park selbst in Schuss halten – ok. „Aber die wollen ja auch bei schlechtem Wetter fahren. Und das geht da nicht.“ Jörg Pieconkowski jedenfalls ist bereit, zusammen mit den BMX-Kids den Zustand der Dirtbike-Bahn erst einmal in Augenschein zu nehmen.

Jugendförderin Annika Neumann will die Kritik der Kinder zudem ins Rathaus tragen, denn, so stellt sie fest: „Zurzeit gibt es in Ahlen wenig Skater, dafür umso mehr BMX-Fahrer.“ Und deren Anliegen sollten nicht ungehört bleiben.

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