Zukunftssorgen hinter Rathausfrage
Wegfall der Parkplätze könnte Existenzen bedrohen

Ahlen -

Existenzsorgen entlang der Südspange, sollten die beiden großen Innenstadtparkplätze für den Neubau von Rathaus und Stadthalle wegfallen. Zahnarzt Dr. Detlef Tilch prognostiziert Auswirkungen bis weit in die Einkaufsstadt hinein.

Samstag, 19.10.2019, 09:00 Uhr
Für den Parkplatzerhalt: Jörg Spiekenheuer (l.) und Dr. Detlef Tilch (r.) mit seinen Söhnen und Zahnmedizinern David (2.v.l.) und Julian. Hinter ihnen Praxis und Werkstatt.
Für den Parkplatzerhalt: Jörg Spiekenheuer (l.) und Dr. Detlef Tilch (r.) mit seinen Söhnen und Zahnmedizinern David (2.v.l.) und Julian. Hinter ihnen Praxis und Werkstatt. Foto: Ulrich Gösmann

Die Ahlener Innenstadt ohne ihre beiden größten Parkplätze? Für ihn unvorstellbar. Und für viele um ihn herum existenzbedrohend, prognostiziert Dr. Detlef Tilch . Sollten sich die beiden Neubauten von Rathaus und Stadthalle auf die stark frequentierten Stellflächen setzen, werde das Auswirkungen bis weit in die City haben. Auch deshalb liegen bei ihm und seinen Nachbarn die Unterschriftenlisten für das Bürgerbegehren und den Erhalt der beiden Bestandsbauten aus.

Vom Rathausparkplatz rüber auf die andere Straßenseite – das ist gängige Praxis auf dem Weg in die Zahnarztpraxis an der Westenmauer. „Ich habe die große Sorge, dass während der Bauphase beide Parkplätze wegfallen und damit auch die Grundlage aller gehbehinderter Patienten“, sagt der Zahnmediziner, der seine Praxis inzwischen mit seinen Söhnen David und Julian führt und an seinen Versorgungsauftrag erinnert.

Im schlimmsten Fall kannst du dann auch zumachen.

Jörg Spiekenheuer

Ob mit Gehstock, Rollator oder Rollstuhl: Ein Viertel der Patienten sei auf eben diese Nähe angewiesen. Was auch für andere um ihn herum gelte. Und: „Wenn 25 Prozent wegfallen, haben wir ein Problem.“ Findet auch Jörg Spiekenheuer. Der Betreiber von „Stante Pedes“ Orthopädietechnik gleich nebenan spürt ebenso wenig Luft, diesen Wegfall über Jahre kompensieren zu können: „Im schlimmsten Fall kannst du dann auch zumachen.“ Nachbarn lang über die Südspange teilten ihre Sorgen. Sie alle würde es treffen – vom Hörgeräteakustiker oder das Kino bis hin zur Hebammenpraxis. Tilch: „Sollte es wirklich so weit kommen, wird man es bis zur Gerichtsstraße merken.“

Sollte es wirklich so weit kommen, wird man es bis zur Gerichtsstraße merken.

Dr. Detlef Tilch

Der Ersatz-Parkplatz, der am Lindensportplatz eingerichtet werden soll, sei zu weit weg, die Innenstadt für Gehbehinderte dann nicht mehr erreichbar. Entsprechend groß das Interesse seiner Patienten, sich in die Unterschriftenlisten einzutragen. Tilch: „Viele wollen allein schon wegen der Parkplatzsituation unterschreiben.“ 98 Prozent derer, die angesprochen würden, machten mit. „Einige nehmen sogar Listen mit nach Hause, um Freunde und Bekannte zu befragen.“ Und überhaupt: Heute, wo alles über Klimaschutz redet, sei es eine umweltpolitische Katastrophe, 50 Meter weiter einen Neubau in den unberechenbaren Treibsand zu setzen und 1500 Lkw-Ladungen für den Abtransport der Altlasten auf die Straße zu schicken.

Als Schüler des Städtischen Gymnasiums, erinnert sich Detlef Tilch, habe er während des Rathaus-Neubaus den Krach im Klassenzimmer aus nächster Nähe miterlebt. Insbesondere bei den Gründungsarbeiten. Lehrer seien nicht mehr zu verstehen gewesen. Und das solle sich jetzt wirklich wiederholen?

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7008788?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Negativrekord statt Befreiung: Preußen Münster spielt 1:1 gegen Eintracht Braunschweig
Die Megachance nach wenigen Sekunden: Heinz Mörschel (beim Schuss) und Luca Schnellbacher hatten hier kein Glück.
Nachrichten-Ticker