Christuskirche
Erster Gottesdienst Heiligabend

Ahlen -

Noch beherrschen Gabelstapler und Schubkarren das Bild in der Christuskirche. Aber die Arbeiten schreiten voran.

Sonntag, 20.10.2019, 19:41 Uhr aktualisiert: 21.10.2019, 14:46 Uhr
Ein Gabelstapler in der Kirche? Das ist schon ein ungewöhnlicher Anblick. Zurzeit werden die neuen Bodenplatten aus Rüthener Grünsandstein im Kirchenraum verlegt.
Ein Gabelstapler in der Kirche? Das ist schon ein ungewöhnlicher Anblick. Zurzeit werden die neuen Bodenplatten aus Rüthener Grünsandstein im Kirchenraum verlegt. Foto: Sabine Tegeler

Es ist schon ein seltsamer Anblick: Die Kirche ist leer. Ganz leer. Kein Altar mehr, kein Taufbecken, keine Bänke. Selbst der Steinboden ist raus, die Füße stehen auf weichem Untergrund. In der Luft hängt Staub. Und die Sonne malt durch die Kirchenfenster hindurch bunte Streifen auf die Erde. Ein mystischer Moment. . . wären da nicht die Handwerker, die mit dem Gabelstapler Bodenplatten umherfahren, Sand verteilen und Plastikplanen auslegen.

Ja, in der Christuskirche an der Gemmericher Straße wird kräftig gearbeitet. Schließlich soll an Heiligabend der erste Gottesdienst nach der Sanierung gefeiert werden. Ein ambitioniertes Ziel.

Andererseits sind die Arbeiten in ziemlich kurzer Zeit schon gut vorangeschritten, wie Baukirchenmeister und Presbyter Ulrich Schulte , Küsterin Melanie Vanzetta und der kreiskirchliche Architekt Lutz Thomas Kusch betonen: Start war am 5. August. Und mittlerweile ist schon so viel geschehen.

Die neue Heizungsanlage: energetisch zukunftsfähig.

Die neue Heizungsanlage: energetisch zukunftsfähig. Foto: Ulrich Schulte

Der Kunststeinboden zum Beispiel ist raus. „Nur den Taufbeckenstandort, die Altarstufe und die Kanzeleinfassung haben wir so gelassen“, zeigt Lutz Thomas Kusch: „Weil‘s die Gründungszeit zeigt.“ Auf die größte Fläche wird zurzeit aber Rüthener Grünsandstein verlegt: in seiner Schlichtheit elegant.

Darunter verbirgt sich das, was unter anderem Anlass für die bauliche Großmaßnahme war: eine neue Heizungsanlage nämlich. Bei dem Stichwort glänzen Ulrich Schultes Augen: „Das ist zukunftsträchtige Energie“, erklärt er begeistert das Prinzip der Umluftheizung im Boden, die die kalte Luft in der Kirche erwärmt und dann wieder abgibt. Und das so, dass die Orgel nicht unter plötzlichen Temperaturschwankungen leidet, wie Lutz Thomas Kusch hinterher schiebt. Der Architekt schätzt: „Das wird unsere Heizkosten halbieren.“

Das wird unsere Heizkosten halbieren.

Lutz Thomas Kusch

Klar, dass zur energetischen Sanierung auch eine neue Beleuchtung innen und außen gehört. Die LED-Lampen seien bereits bestellt, böten tolle Lichtspiele und könnten auch gedimmt werden, sagt Ulrich Schulte, bevor er in die Nebenräume schwenkt: Es werden behindertengerechte Toiletten und neue Waschbecken eingebaut.

Apropos behindertengerecht: Die Planer haben sich auch für eine andere Aufteilung der Bänke entschieden. Statt langer Sitzreihen präsentieren sich den Gottesdienstbesuchern demnächst vier Sitzblöcke. „Das macht es Menschen mit Rollatoren einfacher, ihren Platz zu finden“, erklärt Lutz Thomas Kusch. Die alten Bänke wurden überarbeitet, abgeschliffen und neu lackiert. Sie warten in der Neustadtkirche auf ihren Einsatz.

Kreiskirchlicher Architekt Lutz Thomas Kusch, Baukirchenmeister Ulrich Schulte und Küsterin Melanie Vanzetta.

Kreiskirchlicher Architekt Lutz Thomas Kusch, Baukirchenmeister Ulrich Schulte und Küsterin Melanie Vanzetta. Foto: Sabine Tegeler

Lutz Thomas Kusch will ganzheitlich sanieren: Die Licht- und Bautechnik müsse nicht nur formalen Ansprüchen, sondern auch neuen Gottesdienstformen genügen, findet er. Deswegen gebe es in Zukunft keine fest installierten Podeste mehr in der Christuskirche. Flexibilität sei das Gebot der Stunde.

Rund 450 000 Euro nimmt die Evangelische Kirche für die Sanierung in die Hand. Eigentlich wenig für so umfangreiche Maßnahmen. „Das liegt daran, dass wir das hier mit eigenen Kräften machen“, spielt der kreiskirchliche Architekt auf seine eigene Position an. Und will in diesem Zuge auch noch ein Lob an Ulrich Schulte loswerden: Nicht oft habe man so kompetente und einsatzbereite Unterstützer an der Seite.

Ich vermisse meine Gemeinde.

Melanie Vanzetta

Das gelte aber auch für Küsterin Melanie Vanzetta, die immer vor Ort sei und als „gute Seele“ der Gemeinde auch während dieser Baumaßnahme wirke. Die eben so Gelobte lächelt und bekennt, dass sie das Ende der Bauarbeiten herbeisehnt: „Ich vermisse meine Gemeinde!“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7011687?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Negativrekord statt Befreiung: Preußen Münster spielt 1:1 gegen Eintracht Braunschweig
Die Megachance nach wenigen Sekunden: Heinz Mörschel (beim Schuss) und Luca Schnellbacher hatten hier kein Glück.
Nachrichten-Ticker