Projekt in der Schuhfabrik
Werke „sichtbar“ machen

Ahlen -

Stela Anastasaki ist im Rahmen des Start-Programms für sechs Wochen im Bürgerzentrum Schuhfabrik aktiv. Ihr Projekt richtet sich an blinde und sehbehinderte Menschen.

Dienstag, 22.10.2019, 11:00 Uhr
Stela Anastasaki (M.) ist im Rahmen des Start-Programms Mitarbeiterin auf Zeit in der Schuhfabrik. Ihr Projekt Tak-Til wird begleitet von Nazanin Asgari (r.) und Christiane Busmann.
Stela Anastasaki (M.) ist im Rahmen des Start-Programms Mitarbeiterin auf Zeit in der Schuhfabrik. Ihr Projekt Tak-Til wird begleitet von Nazanin Asgari (r.) und Christiane Busmann. Foto: Sabine Tegeler

Was wäre, wenn ich Kunst nie sehen könnte? Diese Frage, die sich Stela Anastasaki vor Jahren selbst stellte, hat dazu geführt, dass die Griechin jetzt in Ahlen arbeitet. Sie ist die vierte Teilnehmerin des Start-Programms der Bundesvereinigung soziokultureller Zen­tren, Robert-Bosch-Stiftung und Goethe-Institut Thessaloniki, die im Bürgerzentrum Schuhfabrik für sechs Wochen ein selbst gewähltes Projekt umsetzen darf und sich damit für eine weitere Förderung bewirbt.

Die Kunsthistorikerin hat acht Jahre im Museum für zeitgenössische Kunst in Thessaloniki pädagogische Begleitprogramme für Kinder entwickelt. Sie hat mit Kindern und Erwachsenen, mit Einheimischen und Mi­granten gearbeitet. „Aber ich habe nie blinde Menschen im Museum gesehen“, sagt Stela. Dabei sei es doch wichtig, Kunst erfahren zu können: „Kunst erweitert den Geist.“ Und so sei die Idee gewachsen, Kunstobjekte für Blinde und Sehbehinderte erfahrbar zu machen.

Christiane Busmann, Geschäftsführerin des Bürgerzentrums, nennt das „inklusive Öffnung“. Sie freut sich über die neue Mitarbeiterin auf Zeit, die jetzt zusammen mit Nazanin Asgari ihre Idee weiterentwickeln kann. Denn die Schuhfabrik verfügt über die dafür notwendige neue Technik: einen 3-D-Drucker.

Stela Anastasaki möchte damit zum einen Schilder mit Brailleschrift herstellen, aber auch – und das ist ungleich schwieriger – tastbare QR-Codes, die dann zahlreiche Informationen zum Abhören bereithalten. Die QR-Codes sollen tastbar sein, damit blinde und sehbehinderte Menschen nicht nur spüren, wo sie ihr Handy hinhalten müssen, sondern auch, dass sie willkommen sind.

Da Stela Anastasaki nur bis zum 15. November Zeit hat, hat sie von der Idee, alle Kultureinrichtungen in Ahlen mit solchen Codes zu bestücken, Abstand genommen. In dieser Zeit sollen zwei Schilder für das Bürgerzentrum Schuhfabrik entstehen: eines mit dem Raumplan und eines mit der Geschichte des Hauses. Außerdem sucht die Griechin das Gespräch mit dem Kunstmuseum, um für das Thema zu sensibilisieren.

Die 36-Jährige schaut aber auch schon ein bisschen in die Zukunft und hofft, dass irgendwann auch neue, heute noch sehr teure Technologien in Einsatz kommen: virtuelle Handschuhe zum Beispiel.

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