Ahlener Landwirte auf dem Münsterplatz
Mit Schleppern im Schneckentempo nach Bonn

Ahlen -

Auch Ahlens Landewirte machten mobil. Für den zentralen Bauernprotest rollten ihre Traktoren nach Bonn.

Dienstag, 22.10.2019, 21:00 Uhr
Ahlens Landwirte auf dem Weg nach Bonn. Die Schlepper rollten die Nacht durch.
Ahlens Landwirte auf dem Weg nach Bonn. Die Schlepper rollten die Nacht durch. Foto: Klaus Rubbert

Mit dem Traktor nach Bonn: Das kann schon mal länger dauern, wenn der Konvoi wächst und wächst. Ahlens Landwirte legten am Montagabend für den zen­tralen Bauernprotest den Gang rein, rollten durch die Nacht und erreichten Bonn am Dienstagvormittag – mit dreistündiger Verspätung.

„Wir haben es alle bis ans Ziel geschafft“, meldet sich Klaus Rubbert am Nachmittag aus der ehemaligen Bundeshauptstadt. Der Beisitzer des Landwirtschaftlichen Ortsverbands Ahlen war am Montag gegen 22 Uhr mit Kollegen und neun Traktoren gestartet. Eine Stunde später ging es ab Drensteinfurt bereits mit 132 Fahrzeugen weiter. Die Route führte über Hamm-Pelkum, Unna und Schwerte durch das Bergische Land. „Für die Autobahnen hatten wir von der Bezirksregierung keine Genehmigung bekommen“, erklärt der Landwirt aus der Bauerschaft Ester die langsamere Route, die allerdings keineswegs auf den Tacho drückte. Die Nadel schwankte auf den 170 Kilometern zwischen 15 und 40 km/h. Oder stand auf Null, wenn gar nichts mehr lief. Klaus Rubbert berichtet von mehreren Zwischenfällen. Unter anderem von einem Laster, der unter einer Brücke festgesessen habe und den ganze Tross zum Stillstand gebracht habe. Rund 100 Polizisten hätten den Demonstrationszug begleitet, um die Strecke abzusichern. Rubberts Einschätzung: „Die Polizei war überfordert mit dem Konvoi.“ Die Ausfälle in den eigenen Reihen hätten sich in Grenzen gehalten, drei der rund 400 Schlepper ausgesetzt.

Ahlener Landwirte unter den Demonstranten auf dem Münsterplatz in Bonn.

Ahlener Landwirte unter den Demonstranten auf dem Münsterplatz in Bonn. Foto: Klaus Rubbert

Eigentlich sollte Bonn gegen 6.30 Uhr erreicht sein. Daraus wurde 9.30 Uhr.

Die Stimmung auf dem Münsterplatz bezeichnet der Ahlener als „laut und emotional“. Dazu hätte insbesondere die Rede von Dr. Hermann Onko Aeikens, Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, beigetragen. „Nur politische Phrasen. Wir waren schnell auf 180.“ Rubbert erinnert an die Existenzsorgen vieler Kollegen, die sie an dem Landwirtschaftspaket festmachen, das am 4. September in Berlin verabschiedet worden sei.

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