Zusammenarbeit mit Tierrechtsorganisation PETA
Elf neue Hundeleben im Ahlener Mammut-Tierheim

Ahlen -

Zusammen mit Tierheimleiterin Marion Herzog hat die Tierrechtsorganisation PETA elf Hunde aus einer Zuchtanlage gerettet. Im Ahlener Tierheim werden sie umsorgt. Aber dort sollen sie möglichst nicht allzu lange bleiben.

Mittwoch, 23.10.2019, 17:55 Uhr aktualisiert: 23.10.2019, 18:06 Uhr
Tierheimleiterin Marion Herzog mit dem Cocker Spaniel Fred und der fast blinden Labradorhündin Rosi. Die beiden sind ein Herz und eine Seele und sollen nur zusammen vermittelt werden.
Tierheimleiterin Marion Herzog mit dem Cocker Spaniel Fred und der fast blinden Labradorhündin Rosi. Die beiden sind ein Herz und eine Seele und sollen nur zusammen vermittelt werden. Foto: Ralf Steinhorst

Die beiden Jack Russel Lina und Emma toben und schmusen mit Tierheimleiterin Marion Herzog in ihrem Käfig in der Quarantänestation im Mammut-Tierheim, als hätte es kein Gestern gegeben.

Dabei waren die beiden mit neun anderen Hunden bis Samstag im Osnabrücker Land unter katastrophalen Umständen in einer Zuchtstation untergebracht, bis sie von der Tierrechtsorganisation PETA und Marion Herzog gerettet wurden (wie berichtet).

Hilferuf der Tierschutzdetektivin

Am vergangenen Freitag ging der Hilferuf der durch die VOX-Sendung „Hundkatzemaus“ bekannten Tierschutzdetektivin Judith Pein, die auch bei PETA aktiv ist, bei Christiane Schäfer ein. Diese hat in ihrer Funktion als Vorsitzende des Mammut-Tierheims schon länger eine Verbindung zu Judith Pein.

Ein Nachbar der Zuchtstation hatte der Tierschutzdetektivin den Hinweis auf die unsäglichen Bedingungen dort gegeben. Es müsse schnell gehandelt werden. Nach dem Hilferuf schlossen sich Christiane Schäfer und Marion Herzog schnell kurz und die Tierheimleiterin fuhr mit ihrem Mann Michael Herzog gleich am Samstag zu dem niedersächsischen Hof.

Schnell abgestreift haben die beiden Jack Russel Lina und Emma ihre Vergangenheit.

Schnell abgestreift haben die beiden Jack Russel Lina und Emma ihre Vergangenheit. Foto: Ralf Steinhorst

Dort sorgte Judith Pein in Absprache mit der Besitzerin dafür, dass die Tierretter das Gelände im Einvernehmen betreten konnten. „Das Wohnhaus war ok, der Stall aber erbärmlich“, schildert Marion Herzog ihre ersten Eindrücke. Sie habe Bretterverschläge vorgefunden, der Stall sei voller Kot gewesen, Ratten und Kadaverreste hätten herumgelegen.

Die Tiere seien verängstigt gewesen und hätten mit Hundefutter aus ihren Verstecken gelockt werden müssen. Zuvor seien sie mit Hühnerschredder und altem Brot förmlich abgespeist worden. Die Zucht sei kreuz und quer und ohne Rücksicht auf Gestalt, Größe und Art der Tiere erfolgt. Im Blick habe der Züchter nur den lukrativen Verkauf der Welpen gehabt.

Und was hat die Besitzerin gesagt? „Sie hat die Möglichkeit genutzt, dass die Tiere gerettet werden können“, berichtet Marion Herzog. Denn der Mann, der psychisch krank sei, habe sich zum Zeitpunkt der Rettung im Krankenhaus befunden. Die Frau sei gegen ihn machtlos gewesen.

Zwei Hunde operiert

Eigentlich wollte Marion Herzog nur zwei der Hunde mit nach Ahlen nehmen, am Ende waren es alle elf. Sie waren weder geimpft noch entwurmt und entfloht, hatten Ohrmilben oder gar heruntergebrochene Zähne. „Die haben alle etwas“, ist Marion Herzog auch jetzt noch immer erschüttert. Eine Dackelhündin hatte einen doppelten Leistenbruch, eine Labradorhündin einen Tumor am Bein. Beide wurden inzwischen in der Tierklinik Ahlen operiert.

Für die Rückkehr am frühen Samstagabend ins Mammut-Tierheim waren alle verfügbaren Mitarbeiter zusammengetrommelt worden, um die Tiere zu versorgen. „Das war ein richtiger Gewaltakt“, beschreibt Christiane Schäfer die Aktivitäten. Marion Herzog verbrachte zudem den ganzen Sonntag in der Hunde-Quarantäne, um den Vierbeinern ein möglichst angenehmes Einleben zu ermöglichen. „Wir sind erstaunt, wie schnell sich die Hunde erholen“, ist Christiane Schäfer froh, dass die Maßnahmen schnell gegriffen haben.

Noch sind die elf Hunde in Quarantäne, aber Interessierte können sich schon beim Mammut-Tierheim melden. Sie können auch schon mit den Hunden Gassi gehen. Alle können einzeln vermittelt werden, nur bei der fast blinden Labradorhündin Rosi und Cocker Spaniel Fred macht Marion Herzog eine Ausnahme. Die sind ein Herz und eine Seele und sollen nur zusammen in ein neues Zuhause ziehen.

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