„Mord am Hellweg“: Edith Kneifl recherchiert
Ein Mordfall in der Zechensiedlung

Ahlen -

Die österreichische Krimiautorin Dr. Edith Kneifl hat es für ihre Teilnahme an Europas größtem Krimifestival „Mord am Hellweg“ nach Ahlen verschlagen. Ihre Geschichte und der Mord müssen dort spielen. Jetzt war sie auf Recherchetour in der Stadt und es steht fest: „Es wird ein Zechenkrimi“.

Freitag, 01.11.2019, 08:00 Uhr
Im Jupp-Foto-Club berichtete die österreichische Krimiautorin Dr. Edith Kneifl (4.v.r.) über ihre ersten Eindrücke aus Ahlen. Dort spielt ihr nächster Mordfall, über den sie für das Krimifestival „Mord am Hellweg“ schreibt. Christoph Wessels (r.) und Frank Schlösser (2.v.r.) vom Kulturamt begleiteten sie und besorgten ihr viele Ansprechpartner.
Im Jupp-Foto-Club berichtete die österreichische Krimiautorin Dr. Edith Kneifl (4.v.r.) über ihre ersten Eindrücke aus Ahlen. Dort spielt ihr nächster Mordfall, über den sie für das Krimifestival „Mord am Hellweg“ schreibt. Christoph Wessels (r.) und Frank Schlösser (2.v.r.) vom Kulturamt begleiteten sie und besorgten ihr viele Ansprechpartner. Foto: Marion Fenner

So viel vorweg: Es wird kein Kumpel einen Kumpel umbringen und auch der Bürgermeister darf am Leben bleiben. Viel mehr lässt sich sie aus Wien stammende Krimiautorin Dr. Edith Kneifl aber auch nicht entlocken. Sie ist in diesen Tagen in Ahlen unterwegs, um für ihren Beitrag für das internationale Krimifestival „ Mord am Hellweg “ zu recherchieren.

Mordgeschichten

Zwölf Seiten Platz geben ihr die Organisatoren in der Anthologie, die zum zehnten Krimi-Festival im kommenden Jahr erscheint. Zwei Vorgaben gibt es: Mindestens ein Mord muss geschehen, und die Geschichte muss in der ausgewählten Stadt spielen. Insgesamt 24 Autoren dürfen dafür ihre Mordgeschichten aus für sie ausgewählten Orten schreiben. Kneifl hat es nach Ahlen verschlagen.

Besichtigung

„Auf jeden Fall wird es ein Zechenkrimi“, war sie am Donnerstag nach der Hälfte ihrer dreitägigen Besichtigungstour sicher. Frank Schlösser von der städtischen Kulturabteilung hat Kneifl bei ihren Exkursionen begleitet, um ihr einen möglichst umfassenden Eindruck von der Stadt zu vermitteln. Die Zeche hat die Autorin fasziniert. Als ihr allerdings dort der Zugang zum Maschinenraum mit den Worten: „Da kommt niemand rein“, verweigert worden war, lernten die Mitarbeiter die resolute Wienerin mit österreichischem Charme kennen. „Natürlich wollte ich rein, ich musste doch wissen, wie es dort aussieht.“ Sie durfte rein. Ob dort der Mord passiert, oder doch jemand vom Kirchturm geworfen wird, das weiß sie noch nicht.

ch will wissen, wie Menschen hier – insbesondere in den Zechensiedlungen – damals gelebt haben.

Edith Kneifl

Ihre Geschichte soll auf jeden Fall in den 1970er Jahren spielen, deshalb hat sie mit vielen älteren Bürgern gesprochen. „Ich will wissen, wie Menschen hier – insbesondere in den Zechensiedlungen – damals gelebt haben, welche Musik sie gehört haben und was sie bewegt hat.“ Passende Ansprechpartner hat Schlösser besorgt, darunter Mitglieder des Vereins zur Bewahrung der Bilddokumentation der Zeche Westfalen, kurz Jupp-Foto-Club genannt. Kneifl war begeistert, wie sie aufgenommen worden ist.

Eins verrät die Autorin, die bereits 25 Krimis veröffentlicht hat und zum achten Mal bei „Mord am Hellweg“ dabei ist, dann doch noch. Ein Liebesgeschichte soll in ihrer Kurzgeschichte ebenfalls eine Rolle spielen. „Das gehört bei mir einfach dazu.“

Familiäre Bezüge zum Bergbau

Einen Zechenkrimi hat Kneifl noch nie geschrieben. „Das wird allerdings dringend Zeit, weil ich durchaus familiäre Bezüge zum Bergbau habe“, sagt sie. Einer ihrer Großväter war Steiger in Essen, der andere hat als Wagner in Österreich Loren für den Bergbau gebaut.

„Wir freuen uns schon auf ihre Geschichte“, erklärte Christoph Wessels, Fachbereichsleiter Kultur der Stadt Ahlen. „Die Ahlener sind kritisch und kennen ihre Stadt“, warnte er mit einem Augenzwinkern. „Sie werden merken, wenn ein Detail in der Geschichte nicht stimmt.“

Werke in der Stadtbücherei

Doch erst einmal sorgt Wessels dafür, dass die Ahlener Kneifl, eine der erfolgreichsten Krimiautorinnen Österreichs, kennenlernen können. In der Stadtbücherei können jetzt Bücher der Krimiautorin ausgeliehen werden, damit sich die Bürger mit der Autorin schon einmal anfreunden können.

Im kommenden Jahr zum Krimifestival, das von den Kulturbetrieben Unna und dem Westfälischen Literaturbüro organisiert wird, kehrt die Wienerin im Herbst nach Ahlen zurück und wird ihre Geschichte dem Publikum präsentieren. Dann wird das Geheimnis gelüftet, wer in den 1970er Jahren wo und unter welchen Umständen in Kneifls Fantasie in Ahlen ums Leben gekommen ist.

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