Der hätte einen Beigeschmack
Ahlen-Tasse nun doch ohne Mops

Ahlen -

Die Ahlen-Tasse ist fertig. Mit Rathaus. Ohne Mops.

Samstag, 02.11.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 02.11.2019, 06:02 Uhr
Das illustre Ahlen auf Tasse und Bierkrug: Das Wimmelbild trägt die Handschrift von Dorothee Reichenberger. Das Beinchen hebt nun doch nicht der Mops.
Das illustre Ahlen auf Tasse und Bierkrug: Das Wimmelbild trägt die Handschrift von Dorothee Reichenberger. Das Beinchen hebt nun doch nicht der Mops. Foto: Ulrich Gösmann

Nanu! Nun doch mit Rathaus. Nun doch ohne Mops? Dorothee Reichenberger überrascht mit ihrer ersten Ahlen-Tasse, die an die Redaktion adressiert ist. Vor sechs Wochen – nach ihrer Recherche-Runde im Regen – hatte sie es noch anders vor. Mit Mops. Ohne Rathaus. Die Designerin vom Möhnesee erklärt ihren Stimmungswandel.

Ahlen zeichnen? Dafür muss man Ahlen erst kennenlernen. „Kuckuck und Co“, ein kleines Atelier in Möhnesee-Körbecke, hatte den Auftrag einer Getränkemarktkette im Spätsommer auch für die größte Stadt im Kreis erhalten, nachdem schon 20 verschiedene Exemplare für Warendorf inklusive Sondereditionen unter ihrer Feder gestaltet worden waren.

Eigentlich ist er ja negativ behaftet.

Dorothee Reichenberger

Was ist wichtig, was muss drauf? „In Ahlen ist es das erste Mal, dass wir einen Facebook-Aufruf gemacht haben“, sagt die 58-Jährige. Über den kam sie auf den Mops, ohne die Hintergründe zu kennen. Doch die sind es, die sie nach erster amüsierter Begeisterung umschwenken ließen. Die Tasse hätte einen Beigeschmack, den sie nicht haben soll. „Eigentlich ist er ja negativ behaftet“, tastet sich Reichenberger vorsichtig ins Thema, das jetzt auch das Landgericht Münster beschäftigt. Lange habe sie hin und her überlegt, dann den Mops von der Wunschliste gestrichen. Wenn, könne es ja später noch eine Sonderedition in kleinerer Stückzahl geben, sagt sie augenzwinkernd. Und überhaupt: Der Gepfändete, der den Namen Ahlens um die halbe Welt schickte, sei auch noch tiefschwarz – und zeichnerisch kaum darstellbar.

Designerin Dorothee Reichenberger auf ihrer Erkundungstour durch Ahlen.

Designerin Dorothee Reichenberger auf ihrer Erkundungstour durch Ahlen. Foto: Ulrich Gösmann

An seiner Stelle hebt jetzt ein brauner Mischling das Beinchen auf dem Marktplatz. Der ist auf 10 mal 21 Zentimetern Fläche Zentrum einer illustren Stadtpräsentation, auf der es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Im Hintergrund recken sich die Fördertürme und der blaue Wasserturm in den Himmel. Links außen rauscht die Werse am Rathaus vorbei. Auf das die Künstlerin trotz aller politischer Diskussionen nun doch nicht verzichten wollte. Schließlich gehöre ein Rathaus zum Stadtbild.

Ich war ganz positiv überrascht. Die bunten Häuschen auf dem Marktplatz – wunderschön!.

Dorothee Reichenberger

Ihr Gesamtkunstwerk nennt Dorothee Reichenberger Wimmelbild. 15 Stunden habe sie dafür gebraucht. Eine gute Zeit. „Es ist mir leicht gefallen“, versichert sie – und gesteht: „Es gibt manche Orte, zu denen ich keinen Zugang finde.“ Anders in Ahlen: „Ich war ganz positiv überrascht. Die bunten Häuschen auf dem Marktplatz – wunderschön!“

Warum aus der Ahlen-Tasse auch gleich noch ein Ahlen-Bierkrug wird, lässt sich mit dem Auftraggeber erklären. Es ist die Getränke-Oase. Weinliebhaber können sich die Stadtsilhouette übrigens selbst mit einer Banderole auf die Flasche kleben.

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