Theaterstück „Ganz schön blöd!“
Mobbing im Internet-Zeitalter

Ahlen -

Ganz schön blöd, wenn plötzlich peinliche Bilder von Handy zu Handy wandern. Und ganz schön blöd, wenn Erwachsene übers Internet plötzlich Kinder anmachen. „Ganz schön blöd!“ ist deswegen auch der Titel eines Theaterstücks, mit dem der Verein Zartbitter Köln am Freitag, 8. November, um 14 Uhr in der Aula des St.-Michael-Gymnasiums gastiert.

Montag, 04.11.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 04.11.2019, 14:58 Uhr
Irene Janzen (Leitung OGS Barbaraschule), Rena Lohel (Schulsozialarbeiterin), Heinrich Sinder (Geschäftsführer Caritasverband) und Christa Kortenbrede (Caritas-Fachstelle gegen sexuellen Missbrauch) laden ausdrücklich weitere Grundschulkinder und Eltern zum Theaterstück „Ganz schön blöd!“ ein.
Irene Janzen (Leitung OGS Barbaraschule), Rena Lohel (Schulsozialarbeiterin), Heinrich Sinder (Geschäftsführer Caritasverband) und Christa Kortenbrede (Caritas-Fachstelle gegen sexuellen Missbrauch) laden ausdrücklich weitere Grundschulkinder und Eltern zum Theaterstück „Ganz schön blöd!“ ein. Foto: Sabine Tegeler

Den Hintergrund der Aufführung erläutern Heinrich Sinder , Geschäftsführer des Caritasverbands, und Christa Kortenbrede von der Fachstelle gegen sexuellen Missbrauch gemeinsam mit Irene Janzen , Leiterein der gOGS Barbaraschule, und Schulsozialarbeiterin Rena Lohel.

Der Caritasverband für das Dekanat Ahlen begeht das Jubiläumsjahr zu seinem 50-jährigen Bestehen mit besonderen monatlichen Veranstaltungen. „Nach Hinweis von Christa Kortenbrede auf das Theaterstück haben wir als Adressaten unsere OGS in den Blick genommen“, so Sinder. Die Caritas ist Träger des Offenen Ganztags an der Barbara- und der Albert-Schweitzer-Schule. Beide Schulen hätten das Angebot sehr positiv aufgenommen.

Warum sie ausgerechnet dieses Theaterstück auswählte, erklärt Christa Kortenbrede: „Mobbing, Angstmache und sexuelle Grenzüberschreitungen, das Thema ist nicht neu. Aber was heute anders ist, sind die Mittel.“ Die Diplom-Sozialpädagogin verweist aufs Smartphone: „Wenn man früher nur einen doofen Zettel rübergeschoben bekam, geht‘s heute sofort in alle WhatsApp-Gruppen“, spielt sie auf Mobbingmethoden an. Und auch sexualisierte Gewalt übers Internet und Handy sei eben ein Auswuchs der neuen Medien.

Mädchen und Jungen müssten Vertrauen haben, sich zu öffnen. Müssten lernen, dass es nichts mit Petzen zu tun hat, wenn sie um Hilfe bitten. Und deswegen sei dieses Theaterstück nur ein Baustein in dem Schutzkonzept der Caritas, das die Stärkung von Kindern zum Ziel hat.

Absichtlich finde das Theaterstück am Nachmittag statt: damit sowohl Kinder als auch Eltern anschließend darüber reden können. Oder sich auch direkt mit ihren Problemen auch an die OGS-Mitarbeiterinnen wenden können.

Irene Janzen weiß, dass unkontrollierte Handy-, Tablet- oder auch Fernsehnutzung Kindern nicht gut tut. „Wir haben uns bewusst gegen einen Fernseher hier entschieden. Und wenn ein Kind mit dem Handy kommt, wird das hier eingeschlossen“, zeigt die OGS-Leiterin auf den Schrank in ihrem Büro. „Hier sollen die Kinder direkt spielen, ihre Erfahrungen machen und ihre Grenzen austesten.“

Für die Aufführung von „Ganz schön blöd!“ sind noch 30 Plätze frei für Kinder mit Eltern oder Eltern alleine. Der Caritasverband nimmt Anmeldungen per E-Mail an info@caritas-ahlen.de entgegen

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