Wirtschaftsverein „Pro Ahlen“
Kurz und knackig gut informiert

Ahlen -

Das neue Redekonzept bei der Vortragsveranstaltung „Wildes Geplapper“ des Stadtmarketingvereins „Pro Ahlen“ kam beim Publikum gut an. Jeder Referent hatte nur sechs Minuten und 40 Sekunden Zeit, um die Gäste über seine Projekte zu informieren. Das war echter Sport für die Redner, kam bei den Gästen aber gut an.

Mittwoch, 06.11.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 06.11.2019, 17:50 Uhr
Gestalter einer gelungenen Veranstaltung: Robert Kleinschmidt, Timm Ostendorf, Ulla Woltering, Walter Wolf, Fred Schirrmeister, Prof. Dr. Tobias Rudolph, Dr. Franisco Rodriguez, Hubertus Beumer, Frederik Neuhaus, Markus Scholz und Herbert Eick (v. l.).
Gestalter einer gelungenen Veranstaltung: Robert Kleinschmidt, Timm Ostendorf, Ulla Woltering, Walter Wolf, Fred Schirrmeister, Prof. Dr. Tobias Rudolph, Dr. Francisco Rodriguez, Hubertus Beumer, Frederik Neuhaus, Markus Scholz und Herbert Eick. Foto: Ralf Steinhorst

Wildes Geplapper? Was sich inhaltsleer und durcheinander anhört, ist tatsächlich inhaltsvoll und sehr strukturiert. Denn in dem aus Japan stammenden Vortragsformat, dass der Wirtschaftsverein „Pro Ahlen“ am Dienstagabend in der Ostendorf GmbH veranstaltete, waren die Referenten an ein enges Redekonzept gebunden.

Keine langen Reden

CO²-Emmissionen stellen für den Flughafen FMO eine Herausforderung dar, erklärte FMO IT-Leiter Dr. Francisco Rodriguez.

CO²-Emmissionen stellen für den Flughafen FMO eine Herausforderung dar, erklärte FMO IT-Leiter Dr. Francisco Rodriguez. Foto: Ralf Steinhorst

Acht Redner mit je 20 Folien mit je 20 Sekunden Länge bedeuten einen Vortragsabend in einer Nettoredezeit von nicht einmal einer Stunde. „In der Vergangenheit hatten wir oft Redner, die zu lange geredet haben“, erklärte Robert Kleinschmidt vom Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft, der zusammen mit seinem Kollegen Herbert Eick moderierte, die Grundidee. In der Kürze also liegt die Würze. Was Hausherr und Pro Ahlen Vorsitzender Timm Ostendorf dann noch einmal verdeutlichte: „Nach sechs Minuten und 40 Sekunden ist jeder Vortrag vorbei.“ Das sei für jeden Redner ein echter Sport.

Zeitbalken

Den Blick auf den Zeitbalken gerichtet: Feuerwehrleiter Walter Wolf.

Den Blick auf den Zeitbalken gerichtet: Feuerwehrleiter Walter Wolf. Foto: Ralf Steinhorst

Den Einstieg machte Walter Wolf, der als Leiter der Feuerwehr die Strukturen seiner Institution vorstellte. Ein Zeitbalken in der Fußzeile zeigte zur Orientierung dabei immer an, wann die 20 Sekunden abgelaufen sind. Auch die fortlaufenden Foliennummern gaben Übersicht über den Fortschritt des Vortrags. „Wir sind Tag und Nacht im Einsatz“, bekräftigte der Feuerwehrleiter gerade, als auf der Dolberger Straße zwei Einsatzfahrzeuge durchrauschten. „Das war so nicht geplant“, hatte er die Lacher auf seiner Seite.

Nach sechs Minuten und 40 Sekunden ist jeder Vortrag vorbei.

Timm Ostendorf

Humor bewies auch Dr. Francisco Rodriguez, IT-Leiter des Flughafens FMO. „Die CO-Emissionen sind eine große Herausforderung für uns“, stellte er fest, als er, natürlich geplant versehentlich, ein Foto mit ausgebrannten Fahrzeugen im jüngst vom Brand betroffenen Parkhaus einstreute: „So wollten wir damit allerdings nicht anfangen“.

Die Zuhörer erhielten viele Informationen in kurzer Zeit.

Die Zuhörer erhielten viele Informationen in kurzer Zeit. Foto: Ralf Steinhorst

Zu enges Redekonzept? Fachbereichsleiterin Ulla Woltering wusste sich bei ihren Ausführungen zur Präventionskette zu helfen: „Ich habe zweimal die gleiche Folie gemacht, damit ich mich nicht abhetzen muss.“ Im Vortrag stellte sie zudem fest, dass sich Verwaltung wie Wirtschaft in ihren Handlungsbereichen sehr nahe sind.

Logistik

Weitere Themen waren die Entwicklung der Kabelinfrastruktur vom Kupfer hin zur Glasfaser, dargestellt von Fred Schirrmeister vom Ingenieurbüro TIWA Plan in Ennigerloh. Das EUGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassung wird eine Herausforderung für die Unternehmen, Frederik Neuhaus vom prämierten Start-Up in Münster stellte seine Lösungsmöglichkeit vor.

In der Kürze liegt die Würze: Die Veranstalter Timm Ostendorf, Robert Kleinschmidt und Herbert Eick hatten das japanische Veranstaltungsformat bewusst gewählt

In der Kürze liegt die Würze: Die Veranstalter Timm Ostendorf, Robert Kleinschmidt und Herbert Eick hatten das japanische Veranstaltungsformat bewusst gewählt Foto: Ralf Steinhorst

Die Herausforderung individueller und kundenorientierter Logistik war Thema von Hubertus Beumer von der B-Logistik in Ennigerloh. Mit dem Konflikt zwischen preiswerten Lebensmitteln und den hohen Qualitätswünschen der Verbraucher zeigte Markus Scholz vom „Edeka“-Markt Kemper das Ziel seines Unternehmens auf, die Qualitätsfrage in der Zusammenarbeit mit Kleinlieferanten zu lösen. Das Bergbauthema „Grubenwasser – Pumpen bis in alle Ewigkeit?“ mit Dr. Tobias Rudolph, Professor am Forschungszentrum Nachbergbau der TH Bochum, rundete den Vortragsabend ab.

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