Multivision in der Stadthalle
In hohen Höhen und tiefen Bergen

Ahlen -

Eine 7000 Kilometer lange spannende Reise durch die Anden erlebten 234 Zuschauer zusammen mit Heiko Beyer am Dienstag in der Stadthalle. Und sie hörten von berührenden menschlichen Schicksalen.

Mittwoch, 06.11.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 07.11.2019, 10:28 Uhr
Referent Heiko Beyer rückte in seinem Vortrag „Die Anden“ in erster Linie die Menschen, manchmal aber auch Tiere Südamerikas – hier ein Alpaca – in den Mittelpunkt.
Referent Heiko Beyer rückte in seinem Vortrag „Die Anden“ in erster Linie die Menschen, manchmal aber auch Tiere Südamerikas – hier ein Alpaca – in den Mittelpunkt. Foto: Sabine Tegeler

Sieben Länder in sieben Monaten über 7000 Kilometer – das ist schon ein Pensum, das Heiko Beyer am Dienstagabend seinem Publikum in der Stadthalle auferlegt. Der Multivision-Referent nimmt die 234 Zuschauer mit auf die Reise durch Südamerika, über die Anden von Venezuela bis Kap Hoorn.

AZ-Redaktionsleiter Peter Harke hat den aus Erlangen stammenden Fotojournalisten zuvor vorgestellt als promovierten Elektrotechniker, der einst in der Softwareentwicklung arbeitete. Kein Wunder also, dass der Vortrag nicht nur durch einfach schöne Dias, sondern auch einen höchstmöglichen Medieneinsatz besticht: Drohnenaufnahmen, Filmsequenzen, viele kleine technische Finessen machen die Multivision über eine lange Bergkette rund.

Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Argentinien und Chile in nur etwa zwei Stunden – da heißt es, eine Auswahl zu treffen. Heiko Beyer entscheidet sich zugunsten der Menschen. In jedem Land trifft er bemerkenswerte Persönlichkeiten, begleitet manchmal ihren Alltag, erzählt ein anderes Mal nur kurze Episoden.

Dabei ist die Geschichte des einfachen Kokablätter kauenden bolivischen Minenarbeiters Don Carlos mindestens genauso spannend, wie die der Quechua-Indianerin Hilaria, die als Sklavin geboren wurde, es später als Analphabetin ins peruanische Parlament schaffte und heute dennoch am Existenzminimum lebt. Heiko Beyer versteht es gut, die berührenden Schicksale mit erheiternden Episoden zu mischen, ohne dass sich beides in die Quere kommt.

Du wirst eine starke Frau kennenlernen. Sie kann gut kämpfen.

Don Eusebio

Viele Lacher erntet der Referent beispielsweise, als er seine im wahrsten Sinne des Wortes schweinischen Mitbewohner im venezuelanischen Catatumbo vorstellt. Oder sich an die Weissagung des Schamanen Don Eusebio erinnert: „Du wirst eine starke Frau kennenlernen. Sie kann gut kämpfen.“ Die Wrestlerin Sonja in El Alto ist dann aber doch nichts für Heiko Beyer, er trampt lieber weiter ins nächste Abenteuer.

Es mag auch an seiner bayerischen Herkunft liegen, dass Heiko Beyer die Berge ins ganz besondere Licht rückt. Die Aufnahmen vom Gipfel des Pico Humboldt, vom eisigen Ishinka in Peru, vom blau schimmernden San-Rafael-Gletscher in Chile faszinieren einfach. Und sie zeigen die Naturgewalten, die das Leben in den teilweise sehr unwirtlichen Anden bestimmen.

Umso bewundernswerter die Geduld, mit der Heiko Beyer schließlich die Bilder bekommt, die er sich ersehnt hat – die Spiegelungen, die entstehen, wenn die Salar de Uyuni bei Regen mit Wasser voll läuft. Oder die Wolken in Patagonien, dem „wilden Ende der Welt“. Und natürlich das eine große Symbol für die Reise seines Lebens: das Albatros-Denkmal auf Kap Hoorn im Südpolarmeer.

Mit großem Applaus quittiert das Publikum in der Stadthalle diese visuelle Tour in hohe Höhen und tiefe Berge, die Heiko Beyer durch viel körperlichen Einsatz möglich machte.

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Nächster Vortrag: „Süd-Afrika – Von Kapstadt zum Kilimanjao“ (in 3D) von Stephan Schulz, Donnerstag, 5. Dezember, 19.30 Uhr, Stadthalle

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