„Zankapfel-Weg“ an der Bachstraße
Stadt übernimmt Reinigung

Ahlen -

Die Anwohner von Postkamp und Mendelssohnweg müssen einen Patt an der Bachstraße nicht mehr selbst reinigen – zumindest vorerst nicht. Das entschied der Betriebsausschuss, wenn auch mit mahnenden Worten von Seiten der Stadt.

Samstag, 09.11.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 10.11.2019, 05:00 Uhr
Auf eine Übergangslösung für den Weg an der Bachstraße einigte sich der Betriebsausschuss: Die Stadt übernimmt die Reinigungs- und Winterdienstarbeiten so lange, bis eine entsprechende Arbeitsgruppe eine endgültige Lösung gefunden hat.
Auf eine Übergangslösung für den Weg an der Bachstraße einigte sich der Betriebsausschuss: Die Stadt übernimmt die Reinigungs- und Winterdienstarbeiten so lange, bis eine entsprechende Arbeitsgruppe eine endgültige Lösung gefunden hat. Foto: Ulrich Gösmann

Einige Anwohner von Postkamp und Mendelssohnweg haben Pech: Sie müssen nicht nur vor ihren Einfamilienhäusern Laub und Schnee kehren, sondern auch auf einem rückwärtigen, zur Bachstraße liegenden Weg. Eigentlich. Doch vorerst übernimmt die Stadt auf diesem Patt weiterhin die Reinigung.

Diese Kompromisslösung ergab sich in diesen Tagen bei der Sitzung des Betriebsausschusses. Für einen entsprechenden Antrag der SPD fand sich am Mittwoch eine breite Mehrheit, obwohl von Verwaltungsseite mahnende Worte kamen. „Auch wenn es sich bei diesem Abschnitt um eine Situation handelt, die in Ahlen möglicherweise einmalig ist, dürfen wir keinen Präzedenzfall schaffen“, sagte Stadtbaurat Andreas Mentz . „Wir müssen dafür Sondertouren fahren. Das ist ein Novum und geht zu Lasten des Haushalts.“

Eine geänderte Straßenreinigung an der Bachstraße hatte bereits im Februar 2018 für Ärger gesorgt (die „AZ“ berichtete). Die betroffenen Anlieger machten ihren Unmut öffentlich, weil sie die Gehbahn an der Bachstraße, die hinter ihren Grundstücken entlangläuft, reinigen und außerdem für die Straßenreinigung zahlen mussten. „Seit bald zwei Jahren warten die Leute auf eine Lösung. Wir sollten das Thema nicht weiter schieben“, bekräftigte Thomas Kozler für die Sozialdemokraten. „Die Bachstraße ist ein Einzelfall.“ Er forderte, dass die Stadt die Reinigungspflicht und den Winterdienst zumindest so lange übernehmen soll, bis die Ergebnisse einer eigens einberufenen Arbeitsgruppe vorliegen. Auf den Vorschlag des Ausschussvorsitzenden Joachim Rabe (CDU), in der kommenden Sitzung des Betriebsausschusses am 7. Dezember abzustimmen, wollte sich Kozler allein schon wegen des bereits starken Laubfalls nicht einlassen.

Dieter Bröer (Grüne) nutzte die Thematik für eine generelle Frage: „Wie können wir gerade älteren Menschen oder denjenigen, die nicht mehr so fit sind, helfen, diesen Pflichten nachzukommen?“ Er forderte, dass sich die Politik dazu Gedanken macht.

Stadtbaurat Andreas Mentz berichtete, dass immer wieder ältere Eigentümer bei der Verwaltung vorstellig würden, die mit den Säuberungsarbeiten vor der eigenen Tür überfordert seien. Diese dürften jedoch nicht zu Lasten der öffentlichen Hand fallen. Bernd Döding, Leiter der Ahlener Umweltbetriebe, erinnerte daran, dass eben jede Dienstleistung bezahlt werden muss.

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