Appell der Gymnasien
Kein Anlass für weitere Oberstufe

Ahlen -

Eine zweite Gesamtschule mit eigener Oberstufe? Braucht Ahlen nicht, sagen die Schulleitungen vom Städtischen Gymnasium und dem Gymnasium St. Michael und legen ihre Argumente dar.

Dienstag, 12.11.2019, 22:00 Uhr
Gemeinsamer Appell: Susanne Terveer (Gymnasium St. Michael), Dr. Anne Giebel (Städtisches Gymnasium), Mechtild Frisch (Gymnasium St. Michael) und Meinolf Thiemann (Städtisches Gymnasium).
Gemeinsamer Appell: Susanne Terveer (Gymnasium St. Michael), Dr. Anne Giebel (Städtisches Gymnasium), Mechtild Frisch (Gymnasium St. Michael) und Meinolf Thiemann (Städtisches Gymnasium). Foto: Sabine Tegeler

Sie haben eingeladen, um mit einer Stimme zu sprechen. Meinolf Thiemann und Dr. Anne Giebel, Schulleiter und Stellvertreterin vom Städtischen Gymnasium, Mechtild Frisch und Susanne Terveer, die Pendants vom Gymnasium St. Michael, appellieren für die Stärkung der gymnasialen Oberstufen in Ahlen. Und damit gegen die Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule.

Meinolf Thiemann startet mit klaren Worten: „Wir sind der Meinung, dass die gymnasiale Bildung einen hohen Stellenwert haben sollte.“ Für eine Stadt wie Ahlen sei das ein wichtiges Gut. Mechtild Frisch drückt‘s praktisch aus: „Wer zum Gymnasium geht, hat das Ziel, Abitur zu machen. Von Anfang an wird die Systematik auf dieses Ziel ausgerichtet.“ Das sei an Schulen mit mehreren Zielrichtungen eben nicht der Fall. Dementsprechend, so Thiemann, seien Abiturienten vom Gymnasium später weniger von Studienabbruch betroffen.

Wer zum Gymnasium geht, hat das Ziel, Abitur zu machen.

Mechtild Frisch

„Meine Position ist klar“, sagt der Schulleiter des Städtischen weiter: „Wenn der Schulfrieden erhalten werden soll, muss sich die Stadt was anderes überlegen.“ Der Anteil der Schüler mit Gymnasialempfehlung oder eingeschränkter Gymnasialempfehlung nehme nun mal nicht zu. Ein gutes Drittel sei das zurzeit, etwa 180 Kinder, weiß Mechtild Frisch. Ihre Schule ist dreizügig unterwegs, 90 bis 100 Mädchen und Jungen kommen pro Jahr. Die Fritz-Winter-Gesamtschule nehme 40 bis 50. Was fürs Städtische Gymnasium bleibt, sei da schon mager. Dennoch garantiere die Kooperation der Oberstufen von St. Michael und Städtischem eine gute Qualität im Kursangebot. „Zum Beispiel die naturwissenschaftlichen Leistungskurse“, so Mechtild Frisch: Als Einzelschule bekomme man die doch gar nicht mehr zusammen. In Kooperation aber schon. Gleiches gelte übrigens für die Sozialwissenschaften. Und Susanne Terveer bekräftigt: „Unsere Kooperation funktioniert. Es gibt keinen Anlass für eine weitere Oberstufe an einer zweiten Gesamtschule.“

Wir brauchen keine Großsysteme, in denen sich die Kinder verlieren.“

Meinolf Thiemann

Meinolf Thiemann spricht von einer „gesunden Dreizügigkeit“, ein kleines System, das Halt und Orientierung gebe: „Wir brauchen keine Großsysteme, in denen sich die Kinder verlieren.“ Die Realschule sei ein gutes, kleines System mit entsprechender Durchlässigkeit gewesen. Aber eine Rolle rückwärts werde es ja wohl nicht geben. Umso mehr wolle er betonen, dass das Städtische Gymnasium ja auch mit der Sekundarschule kooperiere. „Schüler mit Oberstufenqualifikation haben ihren Platz bei uns sicher.“ Diese Sekundarschüler bekämen ihr Abitur sogar mit dem Label „Gymnasium“. Alles, was mit der kostspieligen Errichtung einer zweiten Gesamtschule gefordert werde, sei doch eigentlich schon vorhanden.

Und was, wenn die Gesamtschule kommt? „Dann müssen wir damit leben und werden dementsprechend unser Profil noch einmal stärken“, sagt Meinolf Thiemann, und Susanne Terveer sieht‘s ähnlich: „Dann werden wir unsere Kooperation stärken und hoffen, dass die Eltern Qualität schätzen.“

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