Ortsausschuss lehnt Neubauprojekt ab
Gesamtkonzept für Kirchring erarbeiten

Vorhelm -

Keine Schnellschüsse: Bevor der Ortsausschuss Vorhelm einem Bauprojekt am Kirchring zustimmt, möchte er lieber ein Gesamtkonzept erstellen lassen.

Donnerstag, 14.11.2019, 09:28 Uhr
Eine behutsame Entwicklung sei für die Keimzelle Vorhelms gefragt, meinen Stadtverwaltung und Ortsausschuss. Eine Überplanung der ehemaligen Getränkehalle (l.) wollen sie daher nur in Verbindung mit einem Gesamtkonzept für den Bereich Kirchring.
Eine behutsame Entwicklung sei für die Keimzelle Vorhelms gefragt, meinen Stadtverwaltung und Ortsausschuss. Eine Überplanung der ehemaligen Getränkehalle (l.) wollen sie daher nur in Verbindung mit einem Gesamtkonzept für den Bereich Kirchring. Foto: Christian Wolff

Der Planung eines zweigeschossigen Mehrfamilienhauses mit maximal acht Wohneinheiten auf dem Gelände des ehemaligen Getränkehandels Katzer haben sowohl die Stadtverwaltung als auch die Mitglieder des Ortsausschusses Vorhelm eine klare Absage erteilt.

„Planungsrechtlich wäre diese Bauvoranfrage positiv zu bescheiden, aber wir halten das Ganze für eine städtebaulich nicht wünschenswerte Entwicklung“, erläuterte Stadtplaner Markus Gantefort und begründete dies mit dem „sensiblen Bereich“ rund um die St.-Pankratius-Kirche. „Es handelt sich hier um die Keimzelle unseres Dorfes“, konkretisierte Ludger Diekmann (CDU). „Wir sind nicht generell gegen so ein Neubauprojekt und halten die alte Halle für durchaus verzichtbar. Aber wir vertreten die Meinung, dass der Bereich rund um die Kirche insgesamt betrachtet werden muss. Wir wollen verhindern, dass hier punktuell Fakten geschaffen werden, die wir nicht wollen.“ Ein Gesamtkonzept für eine behutsame Entwicklung sei sinnvoller.

Neben der Pfarrkirche haben Politik und Verwaltung nämlich auch die denkmalgeschützte Brennerei Hasselmann sowie die frühere Domschänke im Blick. Diese Gebäude seien allesamt historisch wertvoll, da ortsbildprägend. „Um die Kirche herum sind leider nicht alle Gebäude ein Schmuckstück“, sagte Ortsausschussvorsitzender Hubertus Beier . Es habe auch schon einige Ansätze gegeben, die zum Teil lange leerstehenden Gebäudeteile zu beleben, erinnerte er. „Ich hatte vor sechs, sieben Jahren mal einen ,Runden Tisch‘ mit allen betroffenen Einwohnern geplant, aber leider wurde daraus nichts. Es fühlte sich auch niemand wirklich zuständig.“

Franz-Josef Kröger (SPD) richtete in diesem Zusammenhang den Blick mahnend nach Ahlen, wo etwa Kolping- und Kettelerhaus weichen mussten und die Bürger entsprechend betroffen waren, auch wenn es sich um keine Denkmale gehandelt hatte. Letztlich fasste der Ortsausschuss den einstimmigen Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans für den Dorfkern.

Ein weiteres Bauprojekt beschied das Gremium hingegen positiv: Auf einem Grundstück zwischen Dorffelder Straße und Von-Droste-Hülshoff-Straße, rechts neben dem früheren Hellbachhallen-Parkplatz, soll ein neues Baugebiet entstehen. Auf der 13 765 Quadratmeter großen Grünbrachfläche sei Wohnbebauung geplant, so Markus Gantefort. Hubertus Beier regte jedoch an, den Aufstellungsbeschluss mit einer Bürgerversammlung zu verbinden, um alle Nachbarn und interessierte Vorhelmer einzubinden. Der Vorsitzende erinnerte an eine erste Planungsidee vor etwa 15 Jahren. „Damals wollte man keine Vollbebauung, die nicht in den Randbereich von Vorhelm passt.“

Bernd Avermiddig (FWG) hielt fest: „Vorhelm ist gewachsen, der Kindergarten ist voll, das alles ist gut. Aber eine Bürgerinformation, bevor ein neues Baugebiet entsteht, hätten auch wir sehr gerne.“ Manuela Esper (SPD) nickte zustimmend. „Alle weiteren Details, wie die Bebauung aussehen kann, können wir ja in weiteren Sitzungen erörtern“, sagte sie. Dem pflichtete Stadtplaner Gantefort bei: „Art und Maß der Bebauung werden später diskutiert. Im Prinzip wird jetzt nur der Startschuss gegeben.“ Die Abstimmung erfolgte einstimmig.

Der dritte Bebauungsplan, der am Dienstag diskutiert wurde, drehte sich um eine Verdichtung von drei tiefen Grundstücken auf der Weinbecker Geist sowie eine Umnutzung von bislang gewerblich genutzten Gebäudeteilen zu Wohnzwecken. Dieses Ansinnen der Antragsteller segnete der Ausschuss ohne große Diskussion einmütig ab.

Wir wollen verhindern, dass hier punktuell Fakten geschaffen werden, die wir nicht wollen.

Ludger Diekmann (CDU)
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