Infoabend schwach besucht
Wenig Interesse an Gelber Tonne

Ahlen -

Sollen Verpackungen des Dualen Systems zukünftig weiter im Gelben Sack, oder doch besser in einer Gelben Tonne abgeholt werden? Mit dieser Frage befasste sich eine Bürgerinformationsveranstaltung am Donnerstagabend im Ratssaal des Rathauses, die mit 21 Bürgern nur schwach besucht war.

Freitag, 15.11.2019, 17:30 Uhr aktualisiert: 15.11.2019, 17:54 Uhr
Andreas Meschede von der AWG sowie Bernd Döding und Frank Buntrock von den Umweltbetrieben stellten sich in der Diskussion den Bürgern.
Andreas Meschede von der AWG sowie Bernd Döding und Frank Buntrock von den Umweltbetrieben stellten sich in der Diskussion den Bürgern. Foto: Ralf Steinhorst

Während bis zum 31. Dezember 2018 die Dualen Systeme entschieden haben, wie Verpackungsmüll abgeholt wird, gibt das neue Verpackungsgesetz vom 1. Januar 2019 an auch den Kommunen die Möglichkeit, darüber mitzubestimmen. Das hatte sich Andreas Meschede, Prokurist bei der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) im Kreis Warendorf, anders gewünscht. Ginge es nach ihm, wäre diese Abfuhr komplett in die Hände der Kommunen gegangen, die Organisation verbleibt aber in der Privatwirtschaft. Mehrmals musste er in der Veranstaltung, an der auch Bernd Döding und Frank Buntrock von den Umweltbetrieben teilnahmen, darauf hinweisen, dass die Kommunen auch jetzt nur bedingt Einfluss auf das System nehmen können. Die Einführung einer Wertstofftonne kann nur durchgeführt werden, wenn alle Kommunen im Kreis mitmachen. Einige haben sich aber schon jetzt dagegen ausgesprochen.

Verbleiben also herumfliegende und teilweise aufgerissene Gelbe Säcke an den Straßen oder doch besser stabile Gelbe Tonnen? Schnell formierte sich im Rathaussaal eine kleine Gruppe vor allem gegen die Gelbe Tonne, die 240 Liter fassen soll. Zu groß sei sie, zu viel Platz nehme sie auf den Grundstücken weg. Wenn schon eine Tonne, müssten doch auch 120 oder gar 80 Liter Größen möglich sein, so die Forderung. Das müsse zudem kostengünstiger sein, so zumindest die Annahme. Diesem Argument allerdings widersprach Andreas Meschede. Die Abfuhr werde nicht über Müllgebühren bezahlt, sondern an der Ladentheke mit dem Kauf eines Artikels. Nichtsdestotrotz werde er sich in Verhandlungen mit dem Dualen System auch für kleinere Tonnen einsetzen, wenn die Tonnen überhaupt erwünscht sind. Ob er das erreichen könne, wollte er nicht versprechen: „Wir können uns nicht alles wünschen.“

Acht Inhalte von Gelben Säcken sollen in eine 240-Liter-Tonne passen. Diese habe den Vorteil, dass man dort die Verpackungen pressen kann, beruhigte Meschede, dass eine vierwöchige Abholung reichen würde. Dem Wunsch nach stabileren Gelben Säcken, die zukünftig weiterhin alle zwei Wochen abgeholt werden würden, musste er aber eine Absage erteilen. Das Verpackungsgesetz gibt hier Grenzen vor. „Ich bin zu 1000 Prozent bei ihnen, Verpackungsmüll zu vermeiden ist der beste Weg“, hoffte der AWG-Prokurist, dass in drei Jahren bei einer neuen Entscheidung die Wertstofftonne kommen könne. Zunächst aber muss der Rat am 12. Dezember entscheiden, ob Sack oder Tonne. Eine Probeabstimmung mit vielen Enthaltungen unter den anwesenden Bürgern ergab übrigens eine acht zu sieben Mehrheit für die Einführung der Gelben Tonne. Ein knappes Ergebnis, das nicht repräsentativ sein könne, wie Bernd Döding abschließend betonte.

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