Zweite Gesamtschule
Keine Rede mehr vom Miteinander

Ahlen -

Natürlich braucht Ahlen eine zweite Gesamtschule, sagt Alois Brinkkötter. Der Leiter der Fritz-Winter-Gesamtschule will die Aussagen seiner Gymnasialkollegen nicht so stehen lassen.

Freitag, 15.11.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 16.11.2019, 19:11 Uhr
Bezogen Stellung zur Einrichtung einer zweiten Gesamtschule: René Poloczek (Lehrerrat), Pasquale Fuchs und Luca Schönfeld (SV), Schulleiter Alois Brinkkötter und Claudia Buchartowski (didaktische Leiterin).
Bezogen Stellung zur Einrichtung einer zweiten Gesamtschule: René Poloczek (Lehrerrat), Pasquale Fuchs und Luca Schönfeld (SV), Schulleiter Alois Brinkkötter und Claudia Buchartowski (didaktische Leiterin). Foto: Sabine Tegeler

Es ist so einiges, was Alois Brinkkötter in der aktuellen Diskussion um die Einrichtung einer zweiten Gesamtschule in Ahlen fehlt. Ein fundiertes pädagogisches Konzept zum Beispiel. Und Kooperationsbereitschaft.

Der Leiter der Fritz-Winter-Gesamtschule bittet am Freitagvormittag kurzfristig zum Gespräch. Gemeinsam mit René Poloczek vom Lehrerrat, den Schülersprechern Pasquale Fuchs und Luca Schönfeld und der didaktischen Leiterin Claudia Buchartowski will er dem Vorstoß der beiden Gymnasialschulleitungen entgegentreten. Meinolf Thiemann vom Städtischen Gymnasium und Mechtild Frisch vom Gymnasium St. Michael hatten am Mittwoch gemeinsam eine zweite Gesamtschule mit Oberstufe für überflüssig erklärt.

„Ich bin natürlich für eine zweite Gesamtschule“, steigt Alois Brinkkötter ein. Aber: „Was mir in der aktuellen Diskussion aber fehlt, ist ein pädagogisches Konzept.“ Man könne nicht einfach eine Gesamtschule einrichten, ohne die entsprechende Haltung zu implementieren. „Es reicht nicht, das Schild auszutauschen“, sagt Brinkkötter, das Wesentliche sei, auch inhaltlich die pädagogische Alternative zum gegliederten Schulsystem darzustellen.

Nur weil Vorwürfe seit 30 Jahren immer wieder erhoben werden, werden sie nicht wahr.

Alois Brinkkötter

Den Schulleiter wurmt allerdings noch viel mehr, dass seine Kompromissvorschläge keine Resonanz, insbesondere beim Städtischen Gymnasium, fänden. Seine Anregung, ein Oberstufenzentrum für alle drei Schulen in städtischer Trägerschaft einzurichten, habe das Städtische Gymnasium mit dem Pressetermin am Mittwoch beantwortet – und dabei noch Unterstellungen auf den Tisch gebracht: „Dass wir keine Studierfähigkeit herstellen. Und dass wir uns die Schüler aus dem ganzen Kreis zusammensuchen. Nur weil Vorwürfe seit 30 Jahren immer wieder erhoben werden, werden sie nicht wahr.“ Diese „plötzlichen Angriffe“ könne er nicht nachvollziehen. Das Miteinander der Schulen sei dadurch jetzt enorm gestört.

Lehrer René Poloczek plädiert für eine Verschiebung des Themas: Statt eine schnelle und knappe Entscheidung zu treffen, solle durch einen Austausch der Schulen besser erst einmal ein klares Schulkonzept erarbeitet werden. Und ein klares Bekenntnis zu einer Kooperation beider Gesamtschulen abgelegt werden, schiebt Alois Brinkkötter hinterher. 30 von etwa 36 Sekundarschülern habe er in die Oberstufe aufgenommen und interpretiert das so: „Die Schüler haben doch schon längst entschieden, mit wem sie kooperieren wollen.“

Seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit auch mit dem Städtischen Gymnasium sei immer da gewesen: „Aber ich bin ja nur auf Ablehnung gestoßen.“ Dementsprechend gehe er in den „Schulgipfel“, der für Freitagnachmittag anberaumt war, auch ohne Empfehlungen. Einen vorliegenden – noch vertraulichen – Kompromissvorschlag werde er sicher nicht stehenlassen: „Der müsste eh erst in unseren Gremien beraten und verändert werden.“ Schließlich gelte an seiner Schule, dass alle neuen Ideen mit allen besprochen werden. Und das dauere dann auch dementsprechend.

Gut vernetzt und im Gespräch seien übrigens die Jugendlichen der betreffenden Schulen, berichten die beiden Schülervertreter Pasquale Fuchs und Luca Schönfeld von gemeinsamen Treffen: „Unter uns herrscht ein super Klima.“

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