Zentrale Gedenkfeier auf dem Marktplatz
Kein Unterricht kann Erfahrungen ersetzen

Ahlen -

Auf der Zentralen Gedenkfeier der Stadt Ahlen zum Volkstrauertag auf dem Marktplatz kamen neben Bürgermeister Dr. Alexander Berger auch Rainer Legant und Ariane Krumtünger zu Wort.

Montag, 18.11.2019, 16:30 Uhr aktualisiert: 18.11.2019, 17:42 Uhr
Ariane Krümtünger gedachte der Toten von Kriegen und Gewaltherrschaft. Rainer Legant (kl. Bild) berichtete von der Schülerfahrt zum Soldatenfriedhof bei Lommel.
Ariane Krümtünger gedachte der Toten von Kriegen und Gewaltherrschaft. Rainer Legant berichtete von der Schülerfahrt zum Soldatenfriedhof bei Lommel. Foto: Peter Schniederjürgen

Gedenken sucht neue Formen. Dafür steht auch der Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge ( VdK ). Unter dessen 100-jährigem Bestehen stand der Volkstrauertag am Sonntag. Das machte Bürgermeister Dr. Alexander Berger bei der Zentralen Gedenkfeier auf dem Marktplatz deutlich.

Mit dabei waren die Abordnungen zahlreicher Vereine und Verbände, auch die Feuerwehr. Mit einem Ehrenzug war die Bundeswehr vertreten. Dazu kamen auch viele Vertreter der Kommunalpolitik. Feierlich beleuchtet wurde der regennasse Platz durch Fackelträger.

„Der Volkstrauertag soll uns Mahnung sein, was passieren kann wenn Gesellschaften sich nicht gegen Intoleranz, Hass und Gewalt stellen“, sagte der Bürgermeister. Dabei betonte er ausdrücklich, dass es darum gehe, den Frieden im Inneren zu wahren – im Privaten, am Arbeits- oder Ausbildungsplatz. „Gräben sind schnell ausgeworfen, aber oft nur schwierig wieder zuzuschütten“, gab er zu bedenken. Dr. Alexander Berger forderte zur Demut und Dankbarkeit angesichts des langen Friedens und des Wohlstands, den Europa scheinbar selbstverständlich genießt, auf. „17 Million Tote des Ersten Weltkriegs und 55 Millionen Tote des Zweiten Weltkriegs sind das Ergebnis von Nationalismus, Diktatur und Völkermord“, zitierte der Bürgermeister aus einer gemeinsamen Erklärung des Bundespräsidenten und der Bundeskanzlerin sowie des Chefs des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesratspräsidenten. Dabei bat Berger um Unterstützung bei der in Kürze beginnenden Straßensammlung für den Volksbund, die auch von Soldaten des Ahlener Aufklärungsbataillons 7 unternommen wird.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger und Oberstleutnant Timo Gadow legten gemeinsam einen Kranz nieder.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger und Oberstleutnant Timo Gadow legten gemeinsam einen Kranz nieder. Foto: Peter Schniederjürgen

Der Sprecher des „Arbeitskreises 8. Mai“, Rainer Legant, befasste sich später gemeinsam mit den weiterführenden Schulen der Stadt mit der Vermittlung der Erinnerungskultur. Legant berichtete unter anderem von der Fahrt zum größten Soldatenfriedhof im Westen, nahe der belgischen Stadt Lommel. Hier ruhen über 40 000 Kriegstote. Er schilderte die Bedrückung, die der Anblick der endlosen Gräberreihen nicht nur bei den Schülern auslöste. „Kein noch so gut strukturierter Unterricht kann derartige Erfahrungen ersetzen“, so Rainer Legant. Dazu kam noch, dass einige der Gefallenen ein „Gesicht“ bekamen. „Wir fanden die Gräber von neun gefallenen Ahlenern und zwei Soldaten aus Drensteinfurt“, berichtete der Lehrer. Das habe einiges in den Schülern bewegt.

Schließlich gedachte Ariane Krumtünger, sie macht ihr Freiwilliges soziales Jahr in der städtischen Kulturabteilung, der Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft. Zum Abschluss legte der Bürgermeister gemeinsam mit den Kommandeur des Aufklärungsbataillons 7, Oberstleutnant Timo Gadow, Kränze am Ehrenmal nieder. Die National- und Europahymne, gespielt von Musikverein Vorhelm, rundete die Gedenkfeier ab.

Gräben sind schnell ausgeworfen, aber oft nur schwierig wieder zuzuschütten.

Dr. Alexander Berger
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