Betreiberin meldet sich zu Wort
Kündigung: Sorgen um „Café Stubs“

Ahlen -

Ernste Miene bei Jennifer Hartmann. Die Betreiberin des „Café Stubs“ am Marktplatz machte am Wochenende mit einem Internet-Beitrag öffentlich, dass sie die Kündigung erhalten hat. Die Marktbaustelle habe ihr Umsatzeinbußen beschert; nun drohe die Insolvenz.

Montag, 11.11.2019, 16:00 Uhr

Der Druck ist groß. „Ich kann nicht sagen, ob das ,Stubs‘ überleben wird“, macht Jennifer Hartmann die aktuelle Situation klar. Die Betreiberin des kleinen Cafés am Marktplatz machte am Sonntag die Probleme öffentlich, mit denen sie seit Monaten zu kämpfen hat.

Vor fast vier Jahren ist die Gastronomin angetreten, um sich einen Traum zu erfüllen und den Marktplatz mit dem „Café Stubs“ zu beleben. „Ich kämpfe nun seit zwei Jahren um meinen Laden“, schreibt sie im sozialen Netzwerk „Facebook“. Vor allem die lange Durststrecke der Marktplatzsanierung sieht sie demnach als Hauptgrund für die drohende Insolvenz. Nach „AZ“-Informationen stehen die Räume in Ahlens guter Stube nach Ausbleiben von Mietzahlungen zum 1. Mai zur Neuvermietung an. Vielleicht auch schon eher. Die Kündigung liegt bereits auf dem Tisch, so Hartmann. Das bestätigt auch die Eigentümerseite auf Anfrage unserer Zeitung.

Neben allen äußeren Einflüssen übt sich die Ahlenerin aber auch in Selbstkritik: „Ich habe viele Fehler gemacht und wichtige Dinge nicht angepackt“, schreibt sie weiter. Als dann Zeit war, das „Stubs“ zu sanieren, seien ihr jedoch von anderer Seite Probleme beschert worden.

Konkret ging es Jennifer Hartmann darum, neben dem Café auch einen Thekenausschank, also eine „kleine Pinte“ im Gastzimmer zu etablieren. Da sei ihr aber massiver Gegenwind entgegengeblasen. „Ich hätte diesen Umsatz so dringend benötigt, um das Café zu retten und um meine Existenz zu sichern“, erläutert sie ihre Grundintention. „Ich habe mir seit zwei Jahren kaum etwas gegönnt und jeden Euro im Laden gelassen. Meine Truppe hat das alles auch mitgemacht, weil sie an mich glaubte.“

Kritik richtet Hartmann in ihrem Wortbeitrag an den Vermieter, der während der Bauphase auf dem Marktplatz wenig Entgegenkommen gezeigt habe. Für die Zukunft malt sie nun schwarz: „Selbst wenn ich es schaffe, die Insolvenz abzuwenden, habe ich spätestens ab dem 1. Mai kein Ladenlokal mehr. Und welcher Vermieter will schon einen Pächter, der so angeschlagen ist?“

Für ihre Gäste hat Jennifer Hartmann indes nur lobende Worte übrig. „Ich habe viele tolle, besondere Menschen kennengelernt und viele ins Herz geschlossen“, formuliert sie. Freundschaften seien dadurch entstanden. „An all die Kunden, die in den vergangenen Monaten eine Inhaberin erlebt haben, die nicht mehr so lustig und freundlich war, wie sie diese kennengelernt haben: Es tut mir leid und ich möchte mich dafür entschuldigen. Manchmal ist es einfach schwierig, die negativen Dinge daheim zu lassen.“

Seit die Geschäftsfrau ihre Not öffentlich gemacht hat, erfährt sie zahlreiche Reaktionen von Ahlenern, die auf das gemütliche Café am Markt nur ungern verzichten wollen. Einige fordern: „Das ,Stubs‘ darf nicht sterben“. Andere bieten ihre Hilfe bei der Suche nach Alternativen an.

Ich hätte diesen Umsatz so dringend benötigt, um meine Existenz zu sichern.

Jennifer Hartmann
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