Kunstmuseum Ahlen
Er macht das Licht greifbar

Ahlen -

Raumgreifende und erstaunliche Lichtkunst von Adam Barker-Mill ist ab Samstag im Kunstmuseum Ahlen zu sehen. Zuvor wird aber am Freitag der „Colour Cube“ auf dem Museumsplatz eingeweiht.

Donnerstag, 21.11.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 22.11.2019, 11:46 Uhr
Um den Effekt zu erreichen, den die großen Lichtwerke des britischen Künstlers beabsichtigen, hat das Kunstmuseum neue Räume geschaffen.
Um den Effekt zu erreichen, den die großen Lichtwerke des britischen Künstlers beabsichtigen, hat das Kunstmuseum neue Räume geschaffen. Foto: Sabine Tegeler

Ein weißer Kubus aus Beton harrt seit einiger Zeit am Museumsplatz seiner Dinge. Er wirft Fragen auf. Was soll das? Warum steht er da? Kommt da noch was?

Ja, da kommt noch was. Der „Colour Cube“ des britischen Künstlers Adam Barker-Mill wird am heutigen Freitagabend eingeweiht. Im Beisein des Künstlers, seiner Frau Carolyn und vielen Gästen aus dem In- und Ausland. Das neue Lichtkunstwerk ist eine Gabe der Theodor F. Leifeld-Stiftung mit Unterstützung des Landes. Es schafft eine Verbindung zur Lichtinstallation „Kaskade“ des Isländer Egill Sæbjörnsson und setzt das Kunstmuseum Ahlen damit einmal mehr ins internationale Licht. Zudem darf es als strahlende Abrundung des neugestalteten Museumsplatzes verstanden werden.

Aus dem Betonklotz wird am Freitagabend ein Lichtkunstwerk.

Aus dem Betonklotz wird am Freitagabend ein Lichtkunstwerk. Foto: Sabine Tegeler

Und als „Kunstwerk des Anstoßes für diese große Retrospektive“, sagt Dr. Stephan Trescher am Donnerstag, als er gemeinsam mit dem Künstler, dessen Galeristen Niklas von Bartha und der wissenschaftlichen Museumsmitarbeiterin Dagmar Schmidt die neue Ausstellung im Kunstmuseum vorstellt, die am Samstag eröffnet wird.

Die zeigt: Das Werk Adam Barker-Mills ist mehr als eine Spielerei mit Licht, Schatten und Farben. Die „Retrospektive“ bietet vielmehr ausgeklügelte Systeme, die die Augen des Betrachters reizen und hier und da das Gehirn überlisten. „Das Licht sichtbar machen“, nennt es Dagmar Schmidt: „Sehen und Wahrnehmung spielen eine große Rolle.“ Adam Barker-Mill schaffe Lichträume, in denen das Licht förmlich greifbar zu sein scheine.

Diese Lichträume brauchen aber auch ihren Platz. Das Kunstmuseum hat im Erdgeschoss zwei begehbare Boxen eingebaut, in deren innerer Abgeschiedenheit die Werke eine besondere Wirkung erzeugen. Fast meditativ, sagt Carolyn Barker-Mill, und empfiehlt, sich Zeit zu nehmen, um das Kontemplative zu empfinden.

Adam Barker-Mill

Adam Barker-Mill Foto: Sabine Tegeler

Andere Werke regen den Betrachter hingegen zur Bewegung an. Denn die Effekte erschließen sich erst, wenn sich der Besucher um sie herum bewegt, sich streckt oder hockt. Auch, wenn er meint, das Objekt bewege sich schon selbst.

Wie der 1940 geborene Künstler zum Thema Licht kam, erzählt er selbst: Cutter sei er gewesen beim Film. Und später dann Kameramann. Der wirkungsvolle Einsatz von Tages- und Kunstlicht war also damals schon sein Fach. Als einer der Kurzfilme mit seiner Beteiligung einen Oscar gewann, flüchtete Adam Barker-Mill vor dem Hollywood-Geschäft. „Ich entschied mich, mein eigenes Ding zu machen“, schmunzelt der Künstler heute.

Dieses „eigene Ding“ ist ab Samstag, 23. November, im Kunstmuseum zu sehen, zur Eröffnung um 16 Uhr spricht Niklas von Bartha.

Die Einweihung des „Colour Cubes“ am Museumsplatz findet am Freitag, 22. November, um 18 Uhr statt.

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