Städtisches Gymnasium
Ein Geizhals wird bekehrt

Ahlen -

Die Musical-AG des Städtischen zeigte „Mr. Scrooge“ – eine großartige Umsetzung der Dickens-Geschichte „A Christmas Carol“.

Freitag, 22.11.2019, 20:16 Uhr aktualisiert: 22.11.2019, 20:30 Uhr
Auch durch gefühlvolle Weihnachtslieder, die die Frauen anstimmen, lässt sich der hartherzige Ebenezer Scrooge nicht erweichen. Foto: Dierk Hartleb
Auch durch gefühlvolle Weihnachtslieder, die die Frauen anstimmen, lässt sich der hartherzige Ebenezer Scrooge nicht erweichen. Foto: Dierk Hartleb

Weihnachten ist Dreck, Weihnachten muss weg.“ Ebenezer Scrooge versteht keinen Spaß, wenn es um Weihnachten und Mildtätigkeit für die geht, die wenig haben. Auch seine engsten Mitarbeiter wie Bob Cratchit und Verwandte wie sein Neffe Alfred haben bei Mr. Scrooge nichts zu lachen.

Dafür hatten die Besucher der Musicalpremiere am Donnerstagabend in der Aula des Städtischen Gymnasiums umso mehr Grund sich zu freuen, wie die Musical-AG die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens (A Christmas Carol) umsetzte. Allein Hendrik Schlotböller als unzugänglicher Griesgram, der seinen Mitmenschen nicht das Schwarze unter dem Fingernagel gönnt und alle anderen für Lauschepper hält, die es nur auf sein Geld abgesehen haben, ist ein Glücksfall. Die Rolle ist dem schlaksigen langen Lulatsch wie auf den Leib geschrieben.

Mr. Scrooge im Schlafrock.

Mr. Scrooge im Schlafrock. Foto: Dierk Hartleb

Glänzend besetzt sind auch die anderen Rollen. Dominik Mateina macht als Bob Cratchit eine hervorragende Figur und spielt die Rolle mit einer Mischung aus devoter Ängstlichkeit und aufmüpfiger Chuzpe. Gabrielle Melville verkörpert die Rolle des vor sieben Jahren verstorbenen letzten Freundes Scrooges, Jakob Marley als alter ego, der zu Lebzeiten ein ähnlicher Geizhals gewesen ist und dafür im Jenseits mit dem Tragen schwerer Eisenketten büßt. Jakob warnt den alten Freund, so weiterzumachen und prophezeit ihm das Erscheinen von drei Geistern: der Geist der vergangenen Weihnacht, der gegenwärtigen und der künftigen.

Ein Knaller der Auftritt von Julia Diner als Geist Nummer eins, der dem im Nachtgewand schlafenden Scrooge im auffallend roten Kostüm wie eine Diva vorkommen muss – ein bisschen aufgedreht und durchgeknallt, leicht vergesslich und unsortiert, aber charmant und liebenswert. Witzig und choreographisch brillant umgesetzt ihr gemeinsamer Auftritt mit den Geisttänzerinnen. Mr. Scrooge­ weiß gar nicht, wie ihm geschieht und sieht tanzende Schneemänner, lebende Lebkuchen, später noch eine singende Straßenlaterne und eine sprechende Tür. Nach dem Auftritt von Geist Nummer drei – Maya Helmel gleicht dabei einem Todesengel – ist der hartherzige Ebenezer Scrooge geheilt.

Großartig: Geist Nummer eins – Julia Diner.

Großartig: Geist Nummer eins – Julia Diner. Foto: Dierk Hartleb

Unter der Leitung von Katharina Braukmann ist aus der Dickens-Weihnachtsgeschichte in der Bearbeitung von Christian Berg und Michael Schanze ein mitreißendes Gesamtkunstwerk geworden, an dem viele mitgewirkt haben wie der Kunstkurs Q 2 von Stefanie Matern, der das fantasiereiche Bühnenbild in Rekordzeit baute, Mechtild Zumloh-Borghoff und Eva Recker, die sich um die Kostümierung kümmerten und das Technikerteam aus Florian Steffensmeier, Tom Licht, Tim Schniederjürgen, Atalan Cubukcu, Markus Klatt und Nils Post.

Das Premierenpublikum belohnte die Aufführung, an der praktisch alle Altersklassen beteiligt waren und die am heutigen Samstag um 15 Uhr wiederholt wird, mit orkanartigem Beifall. Von der stellvertretenden Schulleiterin Anne Giebel gab es für die Mitwirkenden Hausaufgabengutscheine.

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