Ehrenamtstag im Juk-Haus
Persönliche Erfüllung finden

Ahlen -

Nie die Freude an der Arbeit zu verlieren und mehr Wertschätzung durch die Gesellschaft zu erfahren, das wünschen sich die in Ahlen ehrenamtlich tätigen Frauen und Männer, die am Donnerstagabend Gast des „Ahlener Ehrenamtstages“ im Juk-Haus waren. Zum ersten Mal lud die Stadt ehrenamtlich engagierte Menschen zu einem geselligen Abend ein, der sämtliche Bereiche des Ehrenamts abdeckte.

Freitag, 22.11.2019, 22:00 Uhr
Rund 200 Personen aus allen Feldern des Ehrenamts folgten der Einladung der Stadt ins JuK-Haus. Außer warmen Worten des Bürgermeisters gab es auch ein schmackhaftes Buffet.
Rund 200 Personen aus allen Feldern des Ehrenamts folgten der Einladung der Stadt ins JuK-Haus. Außer warmen Worten des Bürgermeisters gab es auch ein schmackhaftes Buffet. Foto: Stadt Ahlen

Bürgermeister Dr. Alexander Berger stellte in seiner Begrüßung fest, dass sich in Ahlen über die Jahre ein Fächer an Einzelehrungen gebildet habe, die in der Regel immer nur eine bestimmte Zielgruppe im Blick hatten: auf der Sinn-Konferenz die Seniorenarbeit, im Rahmen der Sportlerehrungen, beim Neujahrsempfang oder beim früheren Arbeitnehmerem­pfang. „Wir hatten nie einen Mangel an öffentlich bekundeter Wertschätzung, sie zerfaserte aber in gewisser Hinsicht“, begründete Berger das neue Format, in dem alle Engagementfelder zusammengeführt werden.

Der heutige Abend kann bei weitem nicht das aufwiegen, was Sie für die Menschen in unserer Stadt erbringen.

Dr. Alexander Berger

„Der heutige Abend kann bei weitem nicht das aufwiegen, was Sie für die Menschen in unserer Stadt erbringen. Wir wissen, was täglich ehrenamtlich geleistet wird und sind dankbar für Ihren Einsatz“, verneigte sich der Bürgermeister vor seinen Gästen und rief in Erinnerung, dass die Stadt Ahlen schon 2012 als Zeichen des Dankes die Ehrenamtskarte eingeführt habe, die zurzeit 210 Inhaberinnen und Inhaber bei sich führen und dafür diverse Vergünstigungen erhalten. „Das Ehrenamt soll mit dieser Veranstaltung neu in das Bewusstsein rücken, weil es in Ahlen unzählige Menschen gibt, die nicht nur an sich selbst denken“, führte Berger fort. In dem Potenzial an Hilfswilligen sehe er einen „riesigen Schatz, auf den auch in schweren Zeiten gebaut werden kann.“ Der Ehrenamtstag solle künftig auch dazu dienen, die Lücke zu schließen, die der wegen rückläufiger Teilnahme abgeschaffte Arbeitnehmerempfang hinterlassen habe. Berger dankte in diesem Zusammenhang der SPD, die mit einem entsprechenden Antrag seine Überlegungen unterstützt habe, neue Formen der Anerkennung für Arbeitnehmervertreter zu finden.

Schwerpunkt des ersten Ehrenamtstreffens, zu dem sich rund 200 Personen angemeldet hatten, war das Thema „Ehrenamt und Gesundheit“. Im Gesundheitssektor sei das Engagement riesig, wie der Gastgeber aufzählte: „Gesundheit ist nicht nur die Abwesenheit von Krankheit und so tragen all die Sportvereine, die Übungsleiter und Vorstände aktiv dazu bei, dass sich Menschen bewegen.“ Im Bereich der gesunden Ernährung unterstützten Ehrenamtliche Familien und helfen damit, Krankheit zu vermeiden. Auch wenn es Menschen gesundheitlich bereits nicht mehr gut gehe, seien Ehrenamtliche zur Stelle: von den „Grünen Damen“ im Krankenhaus über Demenzbegleiterinnen bis hin zur Hospizarbeit. Das Projekt „Vereinsbegleiter“ der städtischen Leitstelle „Älter werden in Ahlen“ zeige, wie stark das Engagement in Vereinen sei. Von 44 Vereinen sind in 43 die Leitungspositionen ehrenamtlich besetzt.

In einer von Daniela Noack moderierten Gesprächsrunde drückten sich die vielfältigen Motive aus, die Menschen im anstrengenden Ehrenamt Erfüllung finden lassen. Lesepatin Ursula Solmsdorf sagte, dass es der Spaß sei, mit Kindern zu arbeiten. „Wenn ich Kindern Freude am Lesen vermitteln kann, hält mich das selber jung.“ Dass die Vorstandsarbeit im Verein nicht immer beliebt sei, machte ASG-Übungsleiter André Deppe deutlich: „Vereine brauchen Personen, die Verantwortung übernehmen, und die Gemeinschaft und der Sport haben mir so viel gegeben, dass ich etwas zurückgeben möchte.“

Kontakt und Gespräch geben beiden Seiten viel, und die Menschen sind oft sehr dankbar, was sie auch zeigen.

Helena Overhage

Als Bereicherung für ihr Leben empfindet Helena Overhage die Arbeit mit erkrankten Menschen. In der Christlichen Krankenhaushilfe treffe sie auf Personen, die sich in einer teils schwierigen Phase von Krankheit befinden. „Kontakt und Gespräch geben beiden Seiten viel, und die Menschen sind oft sehr dankbar, was sie auch zeigen.“ Gemeinschaft und gemeinschaftliches Tun sind für Werner Peitzmann wichtige Gründe, sich ehrenamtlich im Projekt „Essbare Stadt“ der Kirchengemeinde St. Bartholomäus zu engagieren. „Und natürlich geht es auch darum, zu vermitteln, was Nutzgartenanbau mit Blick auf Nachhaltigkeit bedeutet.“ Gewerkschafter Manfred Kreutz wünscht sich, dass die Solidarität der Gemeinschaft wieder stärker wird. „Schließlich kann man zusammen mehr erreichen als alleine.“

Alle Talkgäste machten unisono deutlich, dass im fehlenden Nachwuchs die größte Gefahr für das Ehrenamt lauert. Neue Aktive zu finden, sei die wichtigste Aufgabe aller, die sich die Förderung des Engagements auf die Fahnen geschrieben haben.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7083822?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Prognose: Konservative mit absoluter Mehrheit im Parlament
Boris Johnson verlässt mit seinem Hund Dilyn ein Wahllokal in London.
Nachrichten-Ticker