Zweite Gesamtschule
Immer noch keine Entscheidung

Ahlen -

Der Schul- und Kulturausschuss hat die Entscheidung über die Umwandlung der Sekundar- in eine Gesamtschule erneut vertagt. Mit ihrer Anmeldung von Beratungsbedarf zog sich die CDU den Unmut anderer Fraktionen zu.

Montag, 25.11.2019, 21:06 Uhr
Schüler und Lehrer der Sekundarschule machten auf den Zuschauerrängen im Ratssaal erneut plakativ deutlich, welche Entscheidung sie sich wünschen.
Schüler und Lehrer der Sekundarschule machten auf den Zuschauerrängen im Ratssaal erneut plakativ deutlich, welche Entscheidung sie sich wünschen. Foto: Peter Harke

Für den zweiten Durchlauf im Schul- und Kulturausschuss vor erneut großer Zuschauerkulisse im Ratssaal hatte sich die Verwaltung gewappnet. Zur vermeintlich abschließenden Beratung und Beschlussfassung über die vorgeschlagene Umwidmung der Sekundarschule in eine zweite Gesamtschule holte sie sich geballten fachlichen Beistand der Bezirksregierung und der Schulentwicklungsplanerin Ulrike Lexis . Doch die Abstimmung wurde am Montag erneut vertagt, weil Iris Binder für die CDU noch Beratungsbedarf anmeldete, die sich dafür mehr als ein Stirnrunzeln bei SPD-Fraktionschefin Gabi Duhme , BMA-Vertreter Alfred Thiemann und der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Petra Pähler-Paul einhandelte.

Klaus Pläger, zuständiger Dezernent für Sekundar- und Gesamtschulen, sowie Bernhard Kock für die Schulaufsicht bekräftigten, dass eine gesonderte Elternbefragung für die Umwandlung der Sekundarschule nicht erforderlich sei. Der Anmeldeüberschuss von 80 Schülerinnen und Schülern an der Fritz-Winter-Gesamtschule reiche aus, um einen klaren Elternwillen für eine zweite Gesamtschule erkennen zu lassen.

Der Elternwillen ist eindeutig.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger

Auf Nachfrage Petra Päh­ler-Pauls räumte Schulentwicklungsplanerin Ulrike Lexis allerdings ein, dass sie in ihrem Gutachten zunächst eine Befragung der Grundschuleltern über die gewünschte Schulform em­pfohlen hatte. Es wäre damals noch ausreichend Zeit gewesen, eine solche Befragung durchzuführen, so Lexis. Stand heute vom 25. November halte sie auch mit Blick auf die Geburtenentwicklung in Ahlen die Ermittlung des Elternwillens aber nicht mehr für notwendig. Nach den Erhebungen von IT.NRW habe sich die Geburtenzahl auf einem hohen Niveau eingependelt: aktuell bei 500 Geburten von Frauen mit erstem Wohnsitz in Ahlen, wie sie ausführte. Damit sei – inklusive Zuzügen – mit einer Einschulungszahl von 600 Kindern in der Grundschule zu rechnen und beim Übergang zur fünften Klasse mit 640. Das reiche für die Bildung von mindestens 21, 22 oder 23 Klassen, führte Lexis aus. Sie sieht keine der Oberstufen der beiden Ahlener Gymnasien gefährdet.

Für Bürgermeister Dr. Alexander Berger war die auch von Dr. Werner Klawonn erhobene Forderung nach ei­ner Elternbefragung obsolet. Alle Zahlen lägen auf dem Tisch. „Der Elternwillen ist eindeutig“, stellte Berger fest. Der Rat sollte den Mut haben, diesen auch umzusetzen. Mit der Zusicherung, dass die Bezirksregierung auch noch nach dem 30. November ei­nen Umwandlungsantrag der Stadt bear­beiten werde, gab sich auch Gabi Duhme zufrieden. FWG-Chef Heinrich Artmann fand mit seinem Vorstoß für einen zweiten Standort der Fritz-Winter-Gesamtschule keine Un­terstützung. (Weiterer Bericht folgt.)

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