Jugendliche planen am Konzept mit
Action auf den Aktionsflächen

Ahlen -

Bolzen auf Bolzplätzen: Das war gestern. Jugendliche wollen Action. Auf Aktionsflächen. Darauf baut die Aktionsflächenplanung der Stadt Ahlen.

Freitag, 29.11.2019, 21:00 Uhr
Der Dirt-Bike-Parcours im Berliner Park. Von seinen Nutzern mitgestaltet. Die Stadt will jetzt auf ganzer Fläche System in die Aktionsflächen bringen.
Der Dirt-Bike-Parcours im Berliner Park. Von seinen Nutzern mitgestaltet. Die Stadt will jetzt auf ganzer Fläche System in die Aktionsflächen bringen. Foto: Ulrich Gösmann

Im Jugendhilfeausschuss gab Jugendhilfeplaner Markus Beckmann am Donnerstagabend einen ersten Vorgeschmack auf das, was auf die Zielgruppe der 11- bis 17-Jährigen zukommt. Die sollen nicht nur Nutzer sein, sondern auch Planungspartner.

Dirt-Bike-Parcours, Beachvolleyballfeld, Skateanlagen und mehr: Alles da in Ahlen. Mal hier, mal da, aber bisweilen noch ohne Gesamtkonzept. Die Umsetzung will jetzt an die flächendeckende Spielplatz-Neuplanung der vergangenen Jahre anschließen.

Die aktuelle Studie der Weltgesundheitsorganisation lieferte Markus Beckmann eine Steilvorlage, um in das Thema einzusteigen: Rund 80 Prozent der Jugendlichen bewegten sich weniger als eine Stunde pro Tag. Der Radius, in dem sich Minderjährige frei bewegen, sei von mehreren Kilometern in den Sechzigern auf im Schnitt 500 Meter heute geschrumpft. Eine Verkehrsplanung, die das Auto in den Mittelpunkt stelle, lade nun einmal nicht zum Radeln, Rollern und Rennen ein.

Schulhöfe sind nach Unterrichtsschluss verschlossen, Spielplätze meistens für kleinere Kinder konzipiert.

Markus Beckmann

Auch jenseits der Straßen sei der Raum für Jugendliche begrenzt. „Schulhöfe sind nach Unterrichtsschluss verschlossen, Spielplätze meistens für kleinere Kinder konzipiert“, so Beckmann. „Wenn es überhaupt etwas für Jugendliche gibt, sind es Bolzplätze, eventuell noch ein Basketballkorb.“ Eine Überprüfung der Nutzung verschiedener Aktionsflächen hatte 2017 gezeigt, dass die klassischen Bolzplätze weniger genutzt werden. Dafür aber andere Angebote wie die Minispielfelder am JZ Ost und dem Juk-Haus oder die Skateanlage an der Gesamtschule. Selbstverständlich, so Beckmann, spiele auch die zunehmend digitalisierte Welt eine zen­trale, ja sogar vornehmlich konkurrierende Rolle.

Stand 2018 gibt es in Ahlen an 40 Standorten Aktionsflächen unterschiedlicher Qualität. Im Zuge der Gesamtplanung werden einige wegfallen, andere aufgewertet. Dabei wird der Fokus auch auf inklusive Angebote gelegt – und solche, die für Mädchen attraktiv sind. Die jetzt vorgelegte Verwaltungsvorlage nennt Beckmann als ersten Schritt auf dem Weg zu einer finalen Flächenplanung. „Die Erstellung des Katasters analog zur Spielflächenplanung wird nach dem jetzigen Stand im ersten Halbjahr fertiggestellt“, wurde der Mann aus dem Sachbereich Jugend konkret.

Pilot: Asche-Bolzplatz an Tombrock-Straße

Auf Grundlage des Katasters soll auch anhand von Prioritäten ein Vorschlag entwickelt werden, wann welche Plätze angegangen werden. Ab 2021, so Beckmann, müssten Mittel in den Haushalt eingestellt werden. „Im Anschluss daran würde dann der spannende Schritt der Umgestaltung einzelner Flächen in hoffentlich attraktivere Plätze erfolgen.“ Das mit analoger und digitaler Beteiligung junger Menschen. Dass Jugendliche in Ahlen dazu bereit seien, hätten sie bereits bei der „Ahlen neu denken“-Veranstaltung im vergangenen Jahr signalisiert. Als notwendigen Erfahrungsgrundstock für diese Beteiligungsprozesse soll im nächsten Jahr der Asche-Bolzplatz an der Elisabeth-Tombrock-Straße als Pilotprojekt umgestaltet werden. Jugendliche schlugen im vergangenen Jahr einen Mix aus Soccerfeld und Basketballkörben vor.

Bestenfalls werden zukünftig mehr junge Menschen sich eine Stunde oder länger am Tag bewegen.

Markus Beckmann

Die Aktionsflächenplanung soll die Spielplatzplanung mit den Sanierungsmaßnahmen sinnvoll ergänzen und so zu einem Gesamtpaket für Bewegungsvielfalt von Kindern im Alter von 1 bis 12 Jahren und Jugendlichen ab dem 13. Lebensjahr in Ahlen geschnürt werden. Beckmann in die Ausschussrunde: „Bestenfalls werden zukünftig mehr junge Menschen sich eine Stunde oder länger am Tag bewegen.“

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