Fridays for Future
100 Bürger „pro Klimaschutz“

Ahlen -

„Wir sind sauer. Wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut“ – so tönte es am Freitag über den Marienplatz. Der war der Ort der Veranstaltung „Fridays for future“.

Freitag, 29.11.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 30.11.2019, 12:34 Uhr
Rund 100 Klimademonstranten versammelten sich am Freitag auf dem Marienplatz, darunter auch Anne Bussmann, Malu Moreno und Ute Zeyn (v.l.).
Rund 100 Klimademonstranten versammelten sich am Freitag auf dem Marienplatz, darunter auch Anne Bussmann, Malu Moreno und Ute Zeyn (v.l.). Foto: Peter Schniederjürgen

„Als eine von weltweit 2500 Städten – allein 500 in Deutschland – ist Ahlen nun mit dabei“, freute sich Mitinitiatorin Sophia Fiehe. Gemeinsam demonstrierten an die 100 Bürger aller Altersstufen für den Klimaschutz. „Das Klimapaket ist ein Witz“, kritisierte die Schülerin. Ebenso sah sie den jüngst für Europa ausgerufenen Klimanotstand als Augenwischerei. Nur ein Neustart kann die Erde lebenswert erhalten. Deutschland liege bereits deutlich hinter den klimaaktiven Staaten zurück. „Sieben der zehn schmutzigsten Kohlekraftwerke werden in Deutschland betrieben“, zeigte die Aktivistin auf.

Das war der Anlass für Bürgermeister Dr. Alexander Berger , das Wort zu ergreifen. „Ich war heute Morgen zum ‚Warmer-Pullover-Tag‘ an einer Grundschule“, berichtete der Stadtchef. Dabei gehe es darum, die Heizung zugunsten des Klimas zu drosseln. Damit geben nach seiner Ansicht die Kinder ein gutes Beispiel. „Wenn viele nur etwas tun, wird daraus schnell viel“, machte Berger klar. So sei die Stadt mit ihrem neuen Klimakonzept auf dem guten Weg. „Bislang konnten so 440 Tonnen COeingespart werden“, freute sich der Bürgermeister.

Pfarrer Willi Stroband sah sich als Theologe und Geistlicher außerstande, einen technischen Rat zu geben. „Doch kann ich den Menschen Zuversicht und Hoffnung vermitteln“, so der Pfarrer. Er erinnerte daran, wie sich zu seiner Studentenzeit aus einzelnen Gruppen eine ganze Friedens- und Anti-Atomkraft-Bewegung entwickelte. Genauso etwas hofft er auch für die Gruppen „ Fridays for Future “, „Parents for Future“ oder „Students for Future“.

„Jetzt ist Ahlen auch kein weißer Fleck mehr auf der Landkarte des Klimaschutzes“, freute sich Ludger Bruns . Er gehört zur Gruppe der Eltern und war von Beruf Lehrer. Der Pensionär engagiert sich für die „Parents“-Gruppe und ist ein aktiver Umweltschützer. „Es ist oft nicht leicht, mit den hochgesteckten Zielen klarzukommen“, überlegte Bruns. Er nannte ein Beispiel aus seinem Leben. „In Urlaub geht’s mit dem Zug erholsam und sparsam – wenn denn die Anschlusszüge pünktlich sind“, schmunzelte der Aktivist. Doch nach Münster, also im regionalen Nahverkehr, verzichte auch er noch nicht auf das Auto. „Den öffentlichen Nahverkehr finanziell attraktiver machen“, forderte er. Denn die vergangenen beiden Dürresommer hätten drastisch klargemacht: Der Klimawandel ist da, nicht nur in Afrika und Australien, nein, hier bei uns vor der Tür und im Garten.

Schließlich beendete Lasse Meiwes, ein weiterer Mitbegründer der „Fridays“-Bewegung, die Demonstration, indem er aufrief, zuzuhören und mitzumachen. „Wir wolle keinen Ozean aus Plastikflaschen und von unseren Kindern hören, dass wir die Welt kaputtgemacht haben“, führte der Schüler vor dem Publikum aus.

Schließlich kündigte Ludger Bruns an, es werde bald Treffen der „Parents“-Gruppe im Bürgerzentrum Schuhfabrik geben. „Wir wollen uns etwa zweimal im Monat dort treffen, voraussichtlich dienstags“, kündigte Ludger Bruns an. Infos per E-Mail an ahlen@parents4future.

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