Erneuerung des Stadtparks
Renaturierung der Werse jetzt inbegriffen

Ahlen -

Der „Masterplan Ahlener Innenstadt“ sieht auch eine Rundumerneuerung des Stadtparks vor. Konzepte sind vorbereitet, Mittel beantragt: Jetzt wird es konkret.

Dienstag, 03.12.2019, 13:33 Uhr aktualisiert: 03.12.2019, 14:00 Uhr
Wasserspiele im Stadtpark: Diese Aufnahme aus dem Jahr 1965 zeigt die vom früheren Stadtgärtner Wilhelm Reiberg konzipierte Anlage, die zur Erholung dienen und Kinder zum Spielen animieren sollte. Im Laufe der Jahre wurden viele Brunnen aufgrund des Pflegeaufwands zurückgebaut.
Wasserspiele im Stadtpark: Diese Aufnahme aus dem Jahr 1965 zeigt die vom früheren Stadtgärtner Wilhelm Reiberg konzipierte Anlage, die zur Erholung dienen und Kinder zum Spielen animieren sollte. Im Laufe der Jahre wurden viele Brunnen aufgrund des Pflegeaufwands zurückgebaut. Foto: Stadt Ahlen

Ältere Ahlener denken wehmütig daran zurück, als im Stadtpark noch Wasserfontänen aus den Brunnen sprudelten und bunte Beete den Eindruck eines Kurparks vermittelten. Das Schattendasein, das die Anlage jedoch seit Jahren fristet, ist auch der Stadtverwaltung nicht angenehm, weshalb ihre Aufwertung im „Masterplan Ahlener Innenstadt“ einen besonderen Schwerpunkt darstellt.

Im Vorfeld wurden die Bürger unter anderem bei Informationsveranstaltungen eingebunden. Kritikpunkte laut Verwaltungsvorlage: Die Qualität der Wege ist schlecht, es existieren nur noch wenige Bänke, der Baumzustand ist unbefriedigend, blühendePflanzen und Sträucher fehlen, Eiben und dauergrüne Pflanzen bestimmen das Bild und viele Fahrzeuge befahren denPark. Die Ausstattungselemente an Brunnen oder Pergola sind in einem schlechten Zustand. Fehlendes Licht am Abend und in der Nacht ermöglicht kein sicheres Begehen und Wegweiser fehlen.

Mit der Antragsstellung, die laut Stadtbautat Andreas Mentz vor wenigen Wochen erfolgte, rückt die in einem Werkstattverfahren konzipierte Neugestaltung in greifbare Nähe. Eine 80-prozentige Landesförderung steht in Aussicht. „Hinzugekommen ist die Renaturierung der Werse, die in dieser Maßnahme mitberücksichtigt werden soll“, sagte er am Montagnachmittag im Stadtplanungs- und Bauausschuss. Die Renaturierungsmaßnahmen werden durch den Wasser- und Bodenverband geplant, finanziert und umgesetzt und bilden daher einen eigenständigen Baustein. Mit Details der Ausgestaltung hielt sich Mentz aber bewusst noch zurück. „Die werden zu gegebener Zeit vorgelegt.“

Einen Fokus legen die Gestalter auf den Übergang zwischen St.-Franziskus-Hospital und Park als sichtbares und vielfrequentiertes Entree. Die Ahlener Umweltbetriebe erarbeiten ein neues Verkehrskonzept zur Erschließung und in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt wird ein neues Spielplatzkonzept integriert. Die eigentliche Umgestaltung des Stadtparks wird vom Büro „Scape“-Landschaftsarchitekten geplant und vorbereitet. Alle Leistungen werden inhaltlich aufeinander abgestimmt.

Die ursprüngliche Idee, die rund 30 Parkplätze gegenüber dem Haupteingang des Krankenhauses ersatzlos aufzugeben, habe sich als schlechte Option erwiesen, so der Stadtbaurat. Es gebe vorerst eine Kompromisslösung, bei der im östlichen Bereich Stellflächen vorgehalten werden. „Die weitere Durchfahrt soll nur noch für Liegendanfahrten der Klinik und Taxen vorbehalten sein.“

Konkrete Vorstellungen gebe es bereits für die seit Jahren gesperrte Brücke an der Robert-Koch-Straße. Sie soll soweit ertüchtigt werden, dass sie Radfahrern und Fußgängern weiterhin offensteht, aber auch eine gewisse Aufenthaltsqualität bietet. Andreas Mentz verwies auf die Installation von Sitzgelegenheiten, auf denen man künftig den Blick ins Grüne auf die Werse genießen kann.

Die Ausgaben stehen unter dem Vorbehalt einer Zuwendung aus Mitteln der Städte-bauförderung und belaufen sich auf insgesamt 2 306 000 Euro. Der zu finanzierende Eigenanteil beträgt 461 200 Euro.

Stadtplaner Markus Gantefort ergänzte, dass in diesem Jahr drei Förderanträge im Rahmen des „Masterplans Ahlener Innenstadt“ berücksichtigt worden seien – einmal für die Planungskosten des Stadtparks, dann für die Umgestaltung und Aufwertung des Bahnhofsvorplatzes mit Sidney-Hinds-Park und für ein neues Fußgängerleitsystem, das immerhin 70 000 Euro koste. „Der Bescheid umfasst eine Zuwendung von insgesamt 336 000 Euro.“

Um den Fußverkehrs- und Radverkehrsteilnehmern in der Innenstadt zu einer besseren Orientierung und Erreichbarkeit von öffentlichen Einrichtungen und zentralen oder bedeutenden Orten zu verhelfen, soll ein Leit- und Informationssystem für Bürger sowie für Touristen installiert werden. Das Teilprojekt ist Bestandteil des „Masterplans“ und soll die derzeit uneinheitliche und marginale Beschilderung von Orten in der Ahlener Innenstadt ergänzen. Die Stelen sollen mit Hilfe von QR-Codes über eine digitale Schnittstelle verfügen, um weiterführende Informationen einbinden und abrufen zu können.

Der Stadtplanungs- und Bauausschuss nahm den Sachstandsbericht wohlwollend zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung einstimmig, Förderanträge für das Städtebauförderprogramm 2020 entsprechend dem Sachverhalt zu stellen.

Der Bescheid umfasst eine Zuwendung von insgesamt 336 000 Euro.

Markus Gantefort

 

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