Linksabbieger statt Sperre am Ring
Richard: Edeka gibt Standort auf

Ahlen -

Existenzängste um den kleinen Edeka am Eck – die nahm CDU-Ratsmitglied Erhard Richard am Montagabend in der Sitzung des Stadtplanungs- und Bauausschusses mit einer Nachricht, die aufhorchen ließ.

Mittwoch, 04.12.2019, 04:00 Uhr aktualisiert: 04.12.2019, 10:29 Uhr
Schlechter Abfluss: Geradeaus geht‘s künftig auch links in die Kapellenstraße. Das entlastet. Unterdessen scheint die Zukunft des Edeka an der Richard-Wagner-Straße schon besiegelt.
Schlechter Abfluss: Geradeaus geht‘s künftig auch links in die Kapellenstraße. Das entlastet. Unterdessen scheint die Zukunft des Edeka an der Richard-Wagner-Straße schon besiegelt. Foto: Ulrich Gösmann

In einer Versammlung seien die Mitarbeiter informiert worden, dass der Standort Richard-Wagner-Straße aufgelöst werde. Existenzgefährdung, wie in der Beschlussvorlage angeführt, könne daher in keiner Weise gesehen werden.

Eigentlich ging‘s um die Sperre, die im Vorsommer für einen Monat probeweise die Richard-Wagner-Straße vom Ring abklemmte. Die hatten Anwohner zur Verkehrsberuhigung favorisiert. Und die soll nach dem Willen der Stadt zunächst nicht zurückkehren. Belegt durch Verkehrszählungen und die Sorge um den Nahversorger. Der hatte nach dem Testlauf von deutlichen Umsatzrückgängen gesprochen und die Existenzfrage gestellt, sollte aus dem Testlauf eine Festinstallation werden.

Der Edeka an der Richard-Wagner-Straße.

Der Edeka an der Richard-Wagner-Straße. Foto: Ulrich Gösmann

Weitere Linksabbiegerspur

Bernd Döding machte den Anwohnern im Musikerviertel dennoch Hoffnung auf Entlastung. Nicht durch die Sperre, sondern durch einen zweiten Linksabbieger auf dem Konrad-Adenauer-Ring in die Kapellenstraße. Der den Reiz nehmen soll, schon vorher den Blinker zu setzen, um schneller durch das Wohnviertel zu kommen. Der Leiter der Ahlener Umweltbetriebe sprach von einem „schönen Zufall“, dass der Landesbetrieb Straßen.NRW die Fahrbahndecke der Kapellenstraße zwischen Kälberbach und Hohle Eiche sanieren und einen von der Straße abgegrenzten Radweg anlegen wolle. „Aufgrund unseres massiven Drucks“ werde der Knotenpunkt gleich mit angepackt. Heißt: Die Geradeausspur vom Ring in die Hohle Eiche werde auch Linksabbieger. Im Frühjahr sollen die Bürger informiert werden, Ende des Jahres 2020 sei Baubeginn. Applaus von Karl-Heinz Meiwes: Das bringe auch eine deutliche Entlastung für das Wohngebiet Hohle Eiche / Eschenbachstraße.

Erhard Richard modifizierte den Antrag, den seine Fraktion im Juni 2017 zur Verkehrsberuhigung der Richard-Wagner-Straße gestellt hatte: zunächst keine Sperre – und zu einem späteren Zeitpunkt nach den Veränderungen den Gesamtzustand neu überprüfen. Der Ausschuss stimmte dem einstimmig zu.

Der Edeka-Betreiber hatte die Zukunft des Marktes an der Richard-Wagner-Straße in der Vorwoche noch im Redaktionsgespräch offengelassen. Er wird im Sommer den neuen Markt im Nahversorgungszentrum Nord (Warendorfer Straße) eröffnen. Auch das könnte den Kleinen durch Eigenkonkurrenz Kunden kosten.

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