Syrisch-Orthodoxe Gemeinde kauft Kirche
Aus St. Gottfried wird St. Johannes

Ahlen -

Die St.-Gottfried-Kirche ist verkauft. Sie wird künftig von der aramäischen Gemeinde St. Johannes der Täufer betrieben – ebenso Pfarrhaus und Pfarrheim. Der Kindergarten bleibt bei der katholischen Gemeinde St. Bartholomäus.

Donnerstag, 05.12.2019, 20:00 Uhr
Neben Kirche und Pfarrheim wechselt auch das Pfarrhaus von St. Gottfried in den Besitz der aramäischen Gemeinde. Der Kindergarten bleibt im Besitz der Gemeinde St. Bartholomäus.2014 wurde das 60-jährige Bestehen der St.-Gottfried-Kirche gefeiert. Jetzt wird sie neben Pfarrheim und Pfarrhaus verkauft. Der Kindergarten bleibt im Besitz der katholischen Pfarre St. Bartholomäus.
Neben Kirche und Pfarrheim wechselt auch das Pfarrhaus von St. Gottfried in den Besitz der aramäischen Gemeinde. Der Kindergarten bleibt im Besitz der Gemeinde St. Bartholomäus.2014 wurde das 60-jährige Bestehen der St.-Gottfried-Kirche gefeiert. Jetzt wird sie neben Pfarrheim und Pfarrhaus verkauft. Der Kindergarten bleibt im Besitz der katholischen Pfarre St. Bartholomäus. Foto: Ralf Steinhorst

Dass die Stadtpfarre St. Bartholomäus die St.-Gottfried-Kirche veräußern will, war kein Geheimnis mehr. Seit Mittwochabend ist es amtlich, dass die Syrisch-Orthodoxe Kirche St. Johannes der Täufer neuer Hausherr auf dem Areal wird – ausgenommen ist der Kindergarten. Schon lange haben die Gemeinden zusammengearbeitet, am 11. Januar wird die Übergabe gefeiert.

„Die Tinte ist trocken, der Vertrag notariell beglaubigt und vollzogen“, verkündete Dr. Ludger Kaulig , leitender Pfarrer in St. Bartholomäus, den Verkauf. Dieser betrifft die Kirche, das Pfarrheim und das Pfarrhaus, der Kindergarten St. Gottfried verbleibt im Besitz der katholischen Pfarre. Bis fast auf den Tag vier Jahre zuvor waren Vertreter beider Seiten erstmals zusammengekommen, um über einen Verkauf zu beratschlagen. Schon seit 2002 hatten beide Gemeinden die Kirche für ihre Gottesdienste genutzt und auch teilweise zusammen gefeiert. Das Verhältnis wird als gut bezeichnet.

Baulich mussten einige Veränderungen vorgenommen werden, alle Gebäude liefen zum Beispiel über eine Heizungsanlage. Der Kindergarten wurde dementsprechend vom Wasser- und Gasnetz auf dem Gelände getrennt und erhielt eine eigene Versorgung. „Das waren aufwendige Arbeiten“, blickte Mikael Uygul, Vorsitzender der aramäischen Gemeinde, zurück. Zudem musste das gesamte Areal neu vermessen und fürs Grundbuch neu aufgeteilt werden. Alle diese Entwicklungen dauerten Monate, was nicht zuletzt auch an der katholischen Seite lag. „Bei uns hat das Bistum Münster Mitspracherecht, was das Verfahren verlängert hat“, bekannte Pfarrer Dr. Ludger Kaulig.

St.-Bartholomäus-Kirchenvorstandsmitglied Alfred Thiemann verwies darauf, dass die Kirche ein sakramentaler und geweihter Raum bleibt. Das sei möglich, weil Papst Johannes Paul II. und Patriarch Ignatius Jakob III. am 31. September 1984 eine gegenseitige Anerkenntnis der Rechtgläubigkeit ihrer Kirchen vereinbarten. „Es besteht konfessionell eine große Nähe zwischen uns“, betonte Dr. Ludger Kaulig.

Allerdings wird die Kirche nach der offiziellen Übergabe den neuen Namen „Syrisch-orthodoxe Kirche St. Johannes der Täufer“ tragen. Die Übergabe wird mit einem gemeinsamen Gottesdienst vollzogen. Dafür wurde der 11. Januar (17 Uhr) bewusst gewählt, liegt das Datum doch fast in der Mitte der Patronatsfeste beider Gemeinden, St. Johannes am 7. Januar und St. Gottfried am 13. Januar.

Neben dem Kindergarten bleibt auch der Kirchort St. Gottfried erhalten, die Gläubigen dort werden in Absprache mit der syrisch-orthodoxen Gemeinde die Kirche und das Pfarrzentrum weiter nutzen können.

„Bei 60 Jahren Gemeindeleben ist das ein harter Schnitt“, gestand Kirchortteam­mitglied Elisabeth Klockenbusch. Ihre Kollegin Ilona Gombert sah der Zukunft gelassen entgegen: „Wir haben alle das Gefühl, dass wir weiterhin in gutem Einvernehmen leben werden“.  

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