Zehn Jahre „Crash-Kurs NRW“
Den hohen Wert des Lebens vermitteln

Ahlen / Köln -

Die Aktion „Crash-Kurs NRW“ hat auch in Ahlen viel bewegt. Die lokalen Akteure machten sich zum Zehnjährigen auf zur Feierstunde nach Köln.

Sonntag, 08.12.2019, 07:00 Uhr
In der Ahlener Feuerwehr-Hauptwache trafen sich die lokalen Akteure vom „Crash-Kurs NRW“, um gemeinsam zur Feierstunde mit Minister Herbert Reul nach Köln zu fahren. Darunter auch die Ahlener Beate Berkhoff (9.v.l.) mit ihrer Mutter Beate sowie Jens Schüsseler (r.).
In der Ahlener Feuerwehr-Hauptwache trafen sich die lokalen Akteure vom „Crash-Kurs NRW“, um gemeinsam zur Feierstunde mit Minister Herbert Reul nach Köln zu fahren. Darunter auch die Ahlener Beate Berkhoff (9.v.l.) mit ihrer Mutter Beate sowie Jens Schüsseler (r.). Foto: Polizei

Die Folgen von zu schnellem Fahren oder Alkohol und Drogen im Verkehr aus unterschiedlichen Perspektiven zu vermitteln, das ist der Sinn der Aktion „Crash-Kurs NRW“, die seit genau zehn Jahren auch an Ahlener Schulen angeboten wird. Im Rahmen einer Feierstunde hat Minister Herbert Reul in diesen Tagen in Köln die Macher und Helfer des Programms geehrt.

In der Ahlener Feuerwehr-Hauptwache trafen sich die lokalen Akteure, darunter Polizisten und Feuerwehrleute, aber auch Seelsorger und Unfallopfer. Besonders für Beate Berkhoff , die im Jahr 1999 auf der Warendorfer Straße zwischen Ahlen und Tönnishäuschen schwer verunglückte, ist die Teilnahme immer wieder eine Konfrontation mit einem Ereignis, an dessen Folgen sie bis heute zu leiden hat. Dennoch, sagt sie, sei es ihr wichtig, jungen Leuten zu vermitteln, wie sich das Leben von einem Moment auf den anderen maßgeblich ändern kann.

„Mit Ihrem Engagement helfen Sie Menschen. Das ist gar nicht hoch genug zu würdigen“, sagte der Minister den knapp 700 Teilnehmern der Feierstunde. Vor zehn Jahren wurde das Präventionsprojekt für junge Erwachsene durch die nordrhein-westfälische Polizei als Pilotprojekt ins Leben gerufen. Hintergrund waren die hohen Unfallzahlen unter den 18- bis 24-jährigen Verkehrsteilnehmern.

Bei den Veranstaltungen an Schulen berichten Einsatzkräfte und Unfallopfer sowie deren Angehörige von ihren Erfahrungen bei Unfällen, an denen junge Menschen beteiligt waren. Sie zeigen Bilder von Unfallstellen und schildern ihre Empfindungen, wenn sie Erste Hilfe leisten oder eine Todesnachricht überbringen müssen. Insgesamt hat „Crash-Kurs NRW“ in den vergangenen zehn Jahren auf 4100 Bühnenveranstaltungen über 924 000 junge Menschen erreicht. Reul würdigte besonders das Engagement der Ehrenamtlichen. „Ohne Sie wäre das Programm nicht durchführbar. Insbesondere im oft stressigen Alltag ist es umso bemerkenswerter, dass Sie sich in den Dienst der Gesellschaft stellen und Ihre Zeit in ein Ehrenamt investieren.“ Wer einen „Crash-Kurs“ besucht hat, spürt die Wirkung sofort: Stille, Betroffenheit und Nachdenklichkeit.

Und nicht zuletzt schafft das Projekt Sensibilität: Im Jahr 2007 sind noch 137 Personen aus der Altersgruppe der 18 bis 24-Jährigen auf den Straßen in Nordrhein-Westfalen bei Verkehrsunfällen zu Tode gekommen. Im Jahr 2018 verzeichnet die Verkehrsunfallstatistik 66 Tote aus dieser Altersstufe. 15 142 junge Erwachsene wurden 2007 bei einem Unfall verletzt, im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 12 293 Verletzte zwischen 18 und 24 Jahren.

Stellvertretend für alle Beteiligten zeichnete der Minister sieben Helfer mit dem Ehrenamtstaler und einer Urkunde aus: Geehrt wurden Manuel Neisius (Notarzt aus Datteln), Timo Nitsche (Feuerwehrmann aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis), Dirk Klein (Rettungssanitäter aus Euskirchen), Petra Schult (Notfallseelsorgerin aus Höxter), Dominik Schreivogl (aus dem Hochsauerlandkreis, ist seit einem Unfall auf den Rollstuhl angewiesen), Marita Scheidel (Hinterbliebene aus Köln) und Michael Claus (Pfarrer aus Wuppertal).

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