Landgasthof-Eigentümer wollen mehr Geld
Krisensitzung ums „Kulturgut“

Tönnishäuschen -

Eine emotionale Versammlung erwartet der Förderverein „Kulturgut Samson“ am morgigen Dienstagabend. Die gräfliche Familie hat das Kaufangebot für den Landgasthof, auf das die Mitglieder seit drei Jahren hingearbeitet haben, nicht akzeptiert.

Sonntag, 08.12.2019, 21:15 Uhr aktualisiert: 09.12.2019, 09:48 Uhr
Viel Zeit und Geld hat der Förderverein „Kulturgut Samson“ bereits für die Rettung und Wiederbelebung des alten Landgasthofes in Tönnishäuschen. Das Kaufangebot in sechsstelliger Höhe, das ihnen unterbreitet wurde, ist der gräflichen Eigentümerfamilie aber zu wenig.
Viel Zeit und Geld hat der Förderverein „Kulturgut Samson“ bereits für die Rettung und Wiederbelebung des alten Landgasthofes in Tönnishäuschen. Das Kaufangebot in sechsstelliger Höhe, das ihnen unterbreitet wurde, ist der gräflichen Eigentümerfamilie aber zu wenig. Foto: Archiv

Rund 150 Mitglieder, Fördermittel und Spenden in sechsstelliger Höhe sowie eine fürstliche Schirmherrin aus Regensburg: Eigentlich könnten die Voraussetzungen nicht günstiger sein, auf die der Förderverein „Kulturgut Samson“ aktuell verweisen kann. Dennoch droht das Projekt zur Rettung und Wiederbelebung des alten Landgasthofs in Tönnishäuschen auf der Zielgeraden noch zu scheitern.

In einer Pressemeldung teilt der Verein mit, dass bis zur Mitgliederversammlung am Dienstag, 10. Dezember, voraussichtlich keine schriftliche Einigung mit der Eigentümerfamilie Schall-Riaucour mehr erzielt werde. Bis vor wenigen Tagen habe es noch so ausgesehen, als ob es in Kürze eine Vertragsunterzeichnung geben könnte.

„Wir haben Haus Vorhelm ein aus unserer Sicht faires und marktgerechtes Angebot unterbreitet“, sagt Schriftführer Christian Wolff. Dieses sei jedoch nicht akzeptiert worden; es werde mehr Geld gefordert. „Wir wollten uns schließlich auf einen Kompromiss einlassen, indem wir zunächst nur das Gebäudeensemble erwerben und die dazugehörige Wiese sowie den Biergarten erst zu einem späteren Zeitpunkt.“ Zusätzlich sei ein Grundstückstausch vorgeschlagen worden. Doch trotz anfänglich positiver Signale hätten am Ende erneut Summen im Raum gestanden, die der Verein vor seinen Mitgliedern und Förderern nicht hätte rechtfertigen können, so der Schriftführer.

„Wir sind sehr enttäuscht, denn etwas Besseres als dieser Verein hätte dem Gebäude und der gesamten Umgebung nicht passieren können“, sagt Josef Remmert , ehemaliger Vorsitzender der Interessengemeinschaft Vorhelmer Vereine und Verbände (IG VVV), der selbst in Tönnishäuschen lebt und das Projekt von Beginn an unterstützt hat. „Das Ganze ist doch ein Musterbeispiel für bürgerschaftliches Engagement. Wir haben so viele tolle Ideen für das Objekt, die wir gerne auf den Weg bringen würden. Es ist uns ein Rätsel, warum die Auffassungen plötzlich so weit auseinanderklaffen.“ Schließlich habe der Verein in den vergangenen drei Jahren bereits zahlreiche Reparaturarbeiten am und im teilweise denkmalgeschützten Gebäude vorgenommen, darunter am Kamin sowie an den Strom- und Wasserleitungen. Das Ensemble ist seit mehr als einem Jahrzehnt ohne Nutzung. Remmert: „Vor der Vereinsgründung hat Haus Vorhelm über Jahre erfolglos versucht, die Anlage zu veräußern. Daher wollten wir den Dornröschenschlaf in Eigeninitiative beenden, bevor es irgendwann zu spät ist.“ Dazu sei dem Verein vom Haus Vorhelm Unterstützung zugesagt worden. „Ich denke, wir sind sehr erfolgreich gewesen. Überall ist das Projekt positiv aufgenommen worden“, konstatiert Kassierer Ralf Budt. „Leider können wir das versprochene Entgegenkommen in den jüngsten Forderungen nicht mehr erkennen“, sagt er. „Da fühlt man sich doch verschaukelt.“ Zur entscheidenden Sitzung sei die Eigentümerfamilie eingeladen worden, um die Gründe für die ablehnende Haltung vor den Mitgliedern zu erläutern.

Der „Kulturgut“-Vorsitzende Willi Wienker will sich bis zur Mitgliederversammlung nicht öffentlich äußern. Am Dienstagabend um 19.30 Uhr soll bei der Versammlung in der Alten Schule Tönnishäuschen beraten werden, ob das Projekt „Kulturgut Samson“ noch eine Zukunft hat. Wenn nicht, wird die Anlage wohl weiterhin de m Verfall preisgegeben sein.

Wir sind sehr enttäuscht.

Josef Remmert

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7118743?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Fuß- und Radweg entlang des Kanals bei Regen nicht benutzbar
Die Westseite des Kanalufers ist als Radweg zwischen Münster und Hiltrup ideal
Nachrichten-Ticker