Die Ahlener Rathausfrage
Der Bürgerentscheid kommt

Ahlen -

Bis auf die BMA-Fraktion halten alle Mitglieder des Rates an ihrer Entscheidung fest, den Neubau von Rathaus und Stadthalle auf den Weg zu bringen. Damit wird ein Bürgerentscheid unausweichlich.

Donnerstag, 12.12.2019, 18:52 Uhr aktualisiert: 12.12.2019, 20:58 Uhr
Alfred Thiemann sprach für die „Rathausfreunde“.
Alfred Thiemann sprach für die „Rathausfreunde“. Foto: Gösmann

Die große Mehrheit des Rates hält an der am 4. Juli getroffenen Entscheidung fest, auf eine Sanierung des maroden Rathauses zu verzichten und den Weg zu einem Neubau inklusive eines multifunktionalen Bürgerforums, betrieben durch die Stadthallen GmbH, zu ebnen. Damit kommt es unausweichlich zu einem Bürgerentscheid.

Einzig die Fraktion der Bürgerlichen Mitte Ahlen (BMA) hält nach wie vor an einer Rathaussanierung fest. „Wenn in diesem Bürgerbegehren fast 5000 Menschen ihre Meinung ausdrücken, scheint es sich um einen Fall zu handeln, bei dem die Demokratie versagt hat“, sagte Matthias Bußmann und erntete prompt einen Konter von Reiner Jenkel (Linkspartei): „Ich habe verfolgt, wie emotional und aggressiv die sogenannten ,Rathausfreunde‘ in den sozialen Medien agiert haben.“ Es sei überhaupt nicht klar, ob alle Bürger, die nun unterschrieben haben, alle Hintergründe und Gutachten kennen. Da vertraue er lieber auf die Fachleute, mit denen er es zu tun habe.

Als Sprecher der „Rathausfreunde“ hatte Alfred Thiemann wenige Minuten zuvor betont, wie fair seine Initiative zu Werke gegangen sei. „Wir haben nicht getrickst!“ Überhaupt hätten sich seine Mitstreiter sehr darüber geärgert, als „sogenannte Rathausfreunde“ – unter anderem durch den Bürgermeister – betitelt worden zu sein.

Die Rathausfreunde...

Die Rathausfreunde... Foto: Ulrich Gösmann

Gabi Duhme (SPD) warnte davor, schon jetzt in eine emotionale Diskussion einzusteigen, denn es sei noch nicht der richtige Zeitpunkt. „Es wird sich zeigen, was wirklich die Mehrheitsmeinung ist.“ Die Grünen hielten zwar ebenfalls am bisherigen Ratsbeschluss fest, enthielten sich aber bei einem Teilpunkt: „Wir haben uns damals nicht für einen Neubau in der geplanten Form ausgesprochen, sind aber auch keine Befürworter einer Sanierung dieses Hauses“, sagte Petra Pähler-Paul.

Eric Fellmann (FDP) wähnte die Fraktionen schon in einer Art Wahlkampfmodus und forderte stattdessen eine Geschlossenheit. „Das Instrument des Bürgerbegehrens müssen wir akzeptieren. Wir sollten weiterhin auf Augenhöhe diskutieren und alle Polemik weglassen“, sagte er. Am 8. März sollen die Ahlener an die Urnen gerufen werden.

Das Votum des Stadtrates...

Das Votum des Stadtrates... Foto: Ulrich Gösmann

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