Ratsentscheid: 24:20
Zweite Gesamtschule im Anmarsch

Ahlen -

Mit 24 zu 20 Ja-Stimmen hat der Rat der Stadt am Donnerstagabend der Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule zugestimmt.

Donnerstag, 12.12.2019, 19:50 Uhr aktualisiert: 12.12.2019, 20:58 Uhr
FWG-Chef Heinrich Artmann schritt als erster zur Wahlkabine. Von Vertretern aller Fraktionen wurden die Stimmen ausgezählt, was die Zuschauer von den Rängen verfolgten. Die Grünen, hier Petra Pähler-Paul und Dieter Broer, waren Zünglein an der Waage.
FWG-Chef Heinrich Artmann schritt als erster zur Wahlkabine. Von Vertretern aller Fraktionen wurden die Stimmen ausgezählt, was die Zuschauer von den Rängen verfolgten. Die Grünen, hier Petra Pähler-Paul und Dieter Broer, waren Zünglein an der Waage. Foto: Ulrich Gösmann

Die Grünen machten es am Donnerstagabend im Ratssaal bis zum Schluss spannend: In der Debatte um die Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule meldete sich die Fraktionsvorsitzende Petra Pähler-Paul nur mit der Bemerkung zu Wort, dass ihre Fraktion geschlossen für die Umwandlung stimmen würde. Die Begründung erfolgte später in der Haushaltsrede. Und weil sich auch Einzelkämpfer Dirk Tutat reaktivieren ließ, war das Abstimmungsergebnis der geheimen Wahl klarer als erwartet: 24 zu 20 für die Gesamtschule. Von den vor allem von Mädchen und Jungen besetzten Publikumsrängen gab es dafür Beifall.

Eine zweite Gesamtschule ginge also klar zu Lasten des Städtischen Gymnasiums.

Matthias Harman

Für die CDU hatte Matthias Harman Zweifel an der Seriosität der von den Schulentwicklungsplanern vorgelegten Zahlen geäußert und festgestellt, dass „die Zahlen keine weitere gymnasiale Oberstufe“ zuließen. „Eine zweite Gesamtschule ginge also klar zu Lasten des Städtischen Gymnasiums,“ sagte der Vorsitzende des Schul- und Kulturausschusses, da der Zufluss seitens der Sekundarschule versiegen würde. Die Gefahren für den Fortbestand der Overbergschule hätte sogar das Büro Dr. Lexis & Garbe in seinem Gutachten bejaht.

Ratsbeschluss zur zweiten Gesamtschule

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Die SPD-Fraktionsvorsitzende Gabi Duhme nannte den Beschluss für eine zweite Gesamtschule „überfällig“. Diesen Beschluss hätte man auch schon vor zwei Jahren treffen können. Mit einer „besseren Unterstützung“ für die Sekundarschule, wie sie die CDU reklamiere, sei ihr nicht mehr geholfen. „Die Sekundarschule wird sich von ganz allein auflösen“, prognostizierte Duhme. Sie wischte etwaige Zweifel, dass die Sekundarschule auch als Gesamtschule nur zweite Wahl bleiben könnte, mit dem Hinweis zur Seite, dass es möglicherweise „ein paar Jahre dauern könnte“, bis die Schulen auf Augenhöhe angekommen seien.

Silvia Hillebrand wiederholte in ihrem Redebeitrag den Antrag der FWG, die Sekundarschule zum Zweitstandort der Fritz-Winter-Gesamtschule zu deklarieren, um den Schulfrieden zu bewahren. Dieser Antrag wurde bei dem Abstimmungsprozedere nur noch von der FDP unterstützt und von den anderen abgelehnt.

Für das eigene Anliegen zu kämpfen, hieß in ihrem Fall nicht, die anderen zu beschädigen.

Petra Pähler-Paul

Rolf Leismann (BMA) und Reiner Jenkel (Die Linke) plädierten nachdrücklich für die Umwandlung, während Norbert Fleischer für die FDP ein klares Nein formulierte. Petra Pähler-Paul begründete erst in ihrer Etatrede, warum sich ihre Fraktion zu einem Ja entschlossen habe. Einzig die Sekundarschule habe den Ball während der Debatte „flach gehalten“, während sich die beiden Gymnasien und die Fritz-Winter-Gesamtschule hochmütig verhalten hätten. „Für das eigene Anliegen zu kämpfen, hieß in ihrem Fall nicht, die anderen zu beschädigen“, sagte sie. (Bericht folgt.)

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