Zweite Gesamtschule: Debatte
Für die CDU ist die rote Linie erreicht

Ahlen -

Abschied von der Städtischen Sekundarschule Ahlen: Der Stadtrat hat die Weichen für die zweite Gesamtschule gestellt. Der geheimen Abstimmung ging am Donnerstagabend eine lebhafte Debatte voraus.

Freitag, 13.12.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 14.12.2019, 12:26 Uhr
Lehrer und Schüler waren bei der Entscheidung live mit dabei. Die Sekundarschule füllte weite Teile des linken Rangs. Aber auch die anderen Plätze des Ratssaals waren besetzt.
Lehrer und Schüler waren bei der Entscheidung live mit dabei. Die Sekundarschule füllte weite Teile des linken Rangs. Aber auch die anderen Plätze des Ratssaals waren besetzt. Foto: Ulrich Gösmann

Die Weichen für eine zweite Gesamtschule sind gestellt. Mit 25 zu 20 Stimmen votierte der Rat am Donnerstagabend für die von der Verwaltung vorgeschlagene anlassbezogene Schulentwicklungsplanung mit die Reorganisation der Sekundarschule und wie berichtet mit 24 zu 20 Stimmen für die Umwidmung derselben in eine Gesamtschule. An der zweiten Abstimmung wirkte Hubertus Beier ( CDU ) nicht mit, weil seine Frau kommissarisch die Schule leitet und nicht ausgeschlossen ist, dass sie mit der Schulleitung beauftragt wird.

Versuche, den Modalitäten der Sitzung noch einen anderen Verlauf zu geben, waren nicht von Erfolg gekrönt. Sowohl Norbert Fleischer (FDP) scheiterte mit seinem Vorschlag auf namentliche Abstimmung, weil Gabi Duhme wie angekündigt geheime Wahl beantragte, als auch Rolf Leismann mit seinem Vorstoß, den Tagesordnungspunkt mit Rücksicht auf die zahlreichen Schüler auf den Zuschauerrängen vorzuziehen.

Ratsbeschluss zur zweiten Gesamtschule

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Um sich ganz auf den Haushalt konzentrieren zu können, ließ der CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Lehmann seinem schulpolitischen Sprecher Matthias Harman den Vortritt, um die Ablehnung seiner Fraktion zu begründen. Harman unterstrich, dass es „in dieser Stadt (. . .) zuallererst den Eltern- oder sogar Schülerwillen nach einer gymnasialen Ausbildung, nach beruflicher Bildung oder nach einem soliden Hauptschulabschluss“ gebe, auf den man auch in Zukunft bauen könne. Die Auflösung dieses funktionierenden und erfolgreichen Systems, die auch die Schulplanerin Dr. Lexis für die Overbergschule nicht ausschließen will, „ist für uns als CDU jedoch die rote Linie“.

Der Drops ist doch gelutscht.

Gabi Duhme

Für seine Aussage, dass es die Sekundarschule laut eigener Beschreibung „zum Teil mit einer schwierigen Klientel“ zu tun habe, handelte sich Harman eine Rüge von der SPD-Fraktionsvorsitzenden Gabi Duhme ein, wobei später Reiner Jenkel (Die Linke) den Begriff Reste­schule erneut unwidersprochen verwandte. Duhme widersprach der Auffassung Harmans, der langfristig die Oberstufe des Städtischen Gymnasiums in Gefahr sah. Das könne auch nicht das Hauptaugenmerk der SPD sein, erklärte Duhme, die demgegenüber die These vertrat, dass das Potenzial für eine weitere Oberstufe ausreiche, was Silvia Hillebrand (FWG) bezweifelte. Für seinen erneuten Vorstoß, die Sekundarschule zu einem zweiten Standort der Fritz-Winter-Gesamtschule umzufunktionieren, musste sich FWG-Chef Heinrich Armann von Gabi Duhme entgegenhalten lassen: „Der Drops ist doch gelutscht.“

Wer nicht bereit ist, Kompromisse zu schließen, darf nicht erwarten, auf Zustimmung zu treffen.

Petra Pähler-Paul

Grünen-Fraktionschefin Petra Pähler-Paul holte erst in ihrer Haushaltsrede den Knüppel aus dem Sack, als sie bemängelte, dass es die Verwaltung versäumt habe, „eine Lösung zu finden, mit der alle hätten leben können“ und die nicht zu einer solchen Konfrontation der Schulen untereinander hätte führen dürfen. Ihr hätte diese „offene Schulen-Konfrontation“ die Entscheidung erleichtert, denn wer nur sein eigenes Fell verteidige und andere beschädige, verspiele seinen Anspruch auf Solidarität. „Wer nicht bereit ist, Kompromisse zu schließen, darf nicht erwarten, auf Zustimmung zu treffen.“

 

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