40 Jahre Weltladen Ahlen
Für mehr Gerechtigkeit im Welthandel

Ahlen -

Fast auf den Punkt genau feierte der Weltladen am Samstag sein 40-jähriges Bestehen. Der Laden für fairen Handel war am 15. Dezember 1979 eröffnet worden – damals in der Hellstraße noch als „Dritte-Welt-Laden“.

Sonntag, 15.12.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 16.12.2019, 14:14 Uhr
Das Team des Weltladens feierte am Samstag gemeinsam mit Gästen den 40. Geburtstag. Natürlich durfte eine leckere Geburtstagstorte nicht fehlen.
Das Team des Weltladens feierte am Samstag gemeinsam mit Gästen den 40. Geburtstag. Natürlich durfte eine leckere Geburtstagstorte nicht fehlen. Foto: Ralf Steinhorst

Am 15. Dezember 1979 öffnete erstmals ein Laden in Ahlen, der sich auf die Fahnen geschrieben hatte, mit dem Verkauf von fair gehandelten Produkten mehr Gerechtigkeit in die Handelsbeziehungen einziehen zu lassen. Der Start erfolgte damals in der Hellstraße noch unter der Bezeichnung „Dritte-Welt-Laden“, am Samstagvormittag wurde das 40-jährige Bestehen des Weltladens in der Gerichtsstraße gefeiert.

Nicht nur der Name hat sich im Laufe der vier Jahrzehnte geändert, inzwischen sieht sich der Laden auch als Fachgeschäft für fairen Handel. In ihrer Begrüßung betonte Karla Grawinkel , Vorstandsmitglied im Weltladen e.V., dass ein Leitwort des brasilianischen Bischofs Hélder Câmara als Motivation für das ehrenamtliche Team dient: „Wenn ihr uns gerechte Preise zahlt, könnt ihr eure Almosen behalten.“

Seit damals habe die Forderung nach Gerechtigkeit in den Handelsbeziehungen in der Welt an Aktualität nichts verloren, ganz im Gegenteil. Die Weltläden und Kunden würden nicht auf politische Lösungen warten, sondern selbst handeln. „Wir im Ahlener Weltladen sind stolz dieser Bewegung anzugehören“, betonte Karla Grawinkel.

Der Weltladen hat an der Gerichtsstraße ein geeignetes Domizil.

Der Weltladen hat an der Gerichtsstraße ein geeignetes Domizil. Foto: Ralf Steinhorst

Durch den Ehrenamtspreis der Stadt Ahlen im Jahr 2018 und den Förderpreis „Blauer Turm“ der Bürgerstiftung Ahlen sowie der Anerkennung der Gemeinnützigkeit fühlt sich das Team in seiner Tätigkeit bestätigt: „Fairer Handel lebt vom Mitmachen!“

Einen Einblick in die Anfänge des Weltladens gab Willi Göke, der den Start begleitet hatte. „Das sind alles kirchliche Anfänge“, hob er hervor. Denn die GEPA, größter Importeur fair gehandelter Produkte, habe „Brot für die Welt“, „Adveniat“, die AG der evangelischen Jugend sowie den Bund der katholischen Jugend als erste Geldgeber gehabt. Pfarrerin Christine Burkhardt-Kleiner sei die treibende Kraft für die Gründung des „Dritte-Welt-Ladens“ in der Hellstraße gewesen: „Wenn sie was wollte, war das Evangelium.“ Mit einem Beschluss hatte sich die Evangelische Pfarrgemeinde dafür stark gemacht, den Laden zu unterstützen.

Das sind alles kirchliche Anfänge.

Willi Göke

Nach mehr als zehn Jahren musste das Ladenlokal aufgegeben werden. Zunächst fand das Team Unterschlupf in St. Bartholomäus, ehe es dann in ein Ladenlokal an der Nordstraße zog. Diese Zeit sei allerdings als „Flautezeit“ empfunden worden, warf Karla Grawinkel ein, der Standort sei unglücklich gewesen. Vor zweieinhalb Jahren zog der Laden in die Gerichtsstraße um, seit dem floriert er.

Burkhardt Engelke von der Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt, ging auf den Status der Stadt Ahlen als „Fairtrade-Stadt“ ein. Dieses Ziel sei am 15. Januar 2018 erreicht worden. „Faire Stadt zu sein, heißt auch, sich dem fairen Handel zu öffnen“, hob Engelke hervor und wünschte sich, dass die Stadt faire Produkte öffentlich beschafft. Würde der gesamte Welthandel so funktionieren wie der faire Handel, gäbe es keine Wirtschaftsflüchtlinge mehr. Es bräuchte keine Weltläden mehr, selbst große Einzelhandelskonzerne würden mit fairen Preisen eine lebenswerte Erde schaffen.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“, stellte die stellvertretende Bürgermeisterin Rita Pöppinghaus-Voss eine weitere Betrachtung auf, gemeinsam könne man eine Menge bewegen. Karla Grawinkel kündigte schließlich mit ihren Schlussworten an, dass sich sowohl das Städtische Gymnasium, als auch das Gymnasium St. Michael auf den Weg gemacht hätten, Fairtrade-Schulen zu werden.

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