Konzert vor Mitternacht
Ein Experiment in der Silvesternacht

Ahlen -

Es war ein Experiment. Wer würde sich am Silvesterabend auf den Weg in die Stadt machen, um ab 23 Uhr in der Bartholomäuskirche ein weltliches Konzert zu hören? Bei seiner Begrüßung blickte Kantor Andreas Blechmann in einen wohl gefüllten Kirchenraum.

Donnerstag, 02.01.2020, 10:06 Uhr
Anne-Kathrin Hoffmann-Quittek unterhielt das Publikum mit bekannten Songs aus einem Zeitraum von 90 Jahren; am Klavier Larissa Neufeld.
Anne-Kathrin Hoffmann-Quittek unterhielt das Publikum mit bekannten Songs aus einem Zeitraum von 90 Jahren; am Klavier Larissa Neufeld. Foto: Dierk Hartleb

Musikalisch begrüßt worden waren die Besucher zuvor schon mit bekannten Melodien aus der englischen und französischen Nationalhymne in dem Werk „L´entente cordiale“ von Julien Bret, gespielt von Blechmann und seiner evangelischen Kollegin Larissa Neufeld auf der Orgel.

90 Jahre zurückversetzt fühlen konnten sich die Musikfreunde, als Anne-Kathrin Hoffmann-Quittek den Titelsong aus dem Musical „Cabaret“ präsentierte. Es sollte der vielversprechende Auftakt für zwei weitere Gesangseinlagen mit zwei so gefühlvollen Songs wie Louis Armstrongs „What a wonderful world“ und der von der niederländischen Popsängerin Caro Emerald im Retro-Stil gehaltene Hit „A Night Like This“.

Daneben glänzten auch die anderen Akteure. Das Trio Langenhorst, bestehend aus Beate, Olaf und Michael, mit zwölf Stücken für Gitarre und Flöte sowie dem Lied „Das Jahr geht zu Ende“ von Rolf Zukowski.

Besinnlich und einfühlsam das von Inga Baron auf der Klarinette intonierte Concerto Nr. 3 von Carl Stamitz, begleitet von Larissa Neufeld am Klavier. Und klassisch auch das Rondeau des französischen Komponisten Jean Joseph Moret aus dem Barock, das Hubertus Rustige auf der Trompete und Andreas Blechmann am Klavier gestalteten, dem das Duo den von Frank Sinatra bekannt gemachten Song „Fly me to the moon“ folgen ließ.

Danach wechselte die Klangfarbe des Konzerts und sprang mit Susanne Mandelkows auf der Querflöte gespielten „Street Tango“ von Astor Piazolla nach Südamerika. Mit dem „Canzone della Strada“ ging es zurück nach Europa, wo der argentinische Schöpfer des Tango Nuevo auch Musiker und Komponisten wie den Deutschen Mulo Francel beeinflusst hat. Der versprochene Sekt wurde dem Publikum, das den Akteuren stehend mit Ovationen dankte, anschließend vor der Kirche an Stehtischen kredenzt. Auch Initiator Andreas Blechmann war mit der geglückten Premiere sehr zufrieden. „Alle Musiker waren sofort bereit, mitzuwirken – ohne Honorar.“

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