Projekt „Bridge of Hope“
Ahlens Hilfe kommt in Indien an

Ahlen -

Ob Spendengelder oder ausrangierter Laptop: Hilfe aus Ahlen kommt in Indien an. Und bewirkt in der Heimat von Pfarrer Joseph Thota Großes.

Samstag, 04.01.2020, 20:19 Uhr
Pfarrer Joseph Thota (2. v. l.) übergibt in einem der HIV-Projekte der Stiftung vitaminreiche Nahrungsmittel wie Nüsse und verschiedene Linsensorten.
Pfarrer Joseph Thota (2. v. l.) übergibt in einem der HIV-Projekte der Stiftung vitaminreiche Nahrungsmittel wie Nüsse und verschiedene Linsensorten. Foto: privat

Auch im Jahr 2019 hat die Stiftung „Bridge of Hope“ von Pfarrer Joseph Thota mit vielen Projekten in seiner indischen Heimat wieder viel bewirkt. Möglich wurde das, weil die Spendensumme gegenüber dem Vorjahr wiederum erhöht werden konnte. Sie steigerte sich aus bundesweiten Spenden von 8000 Euro auf 12 000 Euro, wobei der Großteil aus Ahlen beigesteuert wurde.

Menschen in Not zu helfen, das ist das Ziel der Stiftung „Bridge of Hope“. Das betrifft vor allem diejenigen, die sich gesellschaftlich in den unteren Kasten befinden. „Ich sehe in meiner Heimat eine große Ausbeutung der Menschen“, beschreibt der indische Pfarrer Joseph Thota die Situation direkt: „90 Prozent dieser Menschen sind Analphabeten“. Deshalb sind ihm vor allem die Bildungsprojekte sehr wichtig. Kinder, die eine Schule besuchen können, sollen so zu Leuchttürmen in der Familie werden. „Ausbildung hilft Kindern auch, Ahnung von der Gesellschaft zu bekommen“, erklärt der Pfarrer, aber auch in der Familie können sie mit ihrem Wissen teilweise überforderten Eltern helfen.

Bridge of Hope

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Die Förderung von Schulen für Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren der unteren Kasten nimmt daher einen Schwerpunkt der Arbeit ein. Diese haben in der Regel keine Schulmöbel, keinen Strom, keine Toiletten oder Spielgeräte für die Pausen. So hat die Stiftung in jeweils zwei der sechs von ihr unterstützten Schulen im Raum Madepalli mit Schulmöbeln versehen und Toiletten gebaut. Seit 2003 wird zusätzlich auch die Bischofsschule in Anantapur im Bistum Kurnool gefördert. Dort ist ein Trinkwasserprojekt geplant. Wunsch von Pfarrer Thota ist es, dass diese Schule eine Partnerschaft zu einer Schule im Münsterland aufbauen kann. Seit 2019 wird in Uppaladadiya eine weitere Schule unterstützt, die mit Betten ausgestattet wurde. Pfarrer Thota nimmt aber auch gerne gebrauchte Laptops entgegen, die er an Auszubildende in seiner Heimat weiterreicht.

In Indien gibt es keine Krankenversicherung wie hier.

Pfarrer Joseph Thota

Die Gesundheitsprojekte wurden ebenfalls fortgeführt. „In Indien gibt es keine Krankenversicherung wie hier“, weist Pfarrer Joseph Thota auf die Notwendigkeit hin. Neben der Finanzierung von Medikamenten gehört auch die Gesundheitsaufklärung zur Aufgabe der Mitarbeiter der Stiftung. Vor allem das HIV-Projekt hat auch bei den Ahlener Mitreisenden im November einen schockierenden Eindruck über die gesundheitliche Situation hinterlassen.

Das Projekt Patenschaften liegt Pfarrer Joseph Thota besonders am Herzen. Mit nur 15 bis 20 Euro monatlich können ganz gezielt junge Menschen gefördert werden. Die Anzahl der Patenschaften konnte 2019 von 24 auf 40 fast verdoppelt werden. Davon übernahmen die im November mitreisenden Ahlener allein acht. „Das tut uns richtig gut“, sieht der Pfarrer diese Unterstützung als wichtigen Weg, als Baustein für die Entwicklung eines Kindes zu dienen. Über einen Briefkontakt können die Paten diese Entwicklung sogar verfolgen.

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