„Spaß up Platt“
Verwirrung um ein verrücktes Testament

Ahlen -

Gelungene Premiere am Samstagabend in der Aula des Städtischen Gymnasiums. Dort zeigte die Theatergruppe „Spaß up Platt“ den lustigen Dreiakter „Dat verrückte Testament“.

Sonntag, 05.01.2020, 16:23 Uhr aktualisiert: 05.01.2020, 17:02 Uhr
Als gäbe es nicht schon genug Ärger, trampelt auch noch ein reimender Schauspieler in die Szenerie und macht sich an die Tochter des jüngst Verblichenen ran.
Als gäbe es nicht schon genug Ärger, trampelt auch noch ein reimender Schauspieler in die Szenerie und macht sich an die Tochter des jüngst Verblichenen ran. Foto: Peter Schniederjürgen

Nie wieder einen Schnaps anrühren – das nehmen sich die Akteure von „Spaß up Platt“ im neuen Stück „Dat verrückte Testament“ vor. Der Vorsatz hat immerhin ungefähr 30 Sekunden Bestand. Aus gutem Grund. Denn eine Wette macht aus dem letzten Willen der Schluckspechte einen großen Spaß. Und der ist seit Samstag auf der Bühne des Städtischen Gymnasiums zu sehen.

Die „Suffköppe“ haben aus Spaß mit schnapsvernebelten Hirn ihre Testamente umgeschrieben. Einer von ihnen ist der reiche Kaufmann Erwin. Dummerweise kommt der ganz kurz nach dem Besäufnis beim Unfall ums Leben.

Schon vor der Beerdigung fliegen bei den trauerden Hinterbliebenen die Fetzten. Denn jeder meldet seine vermeintlichen Ansprüche an. Dabei bedauern die „Mannslue“ den fehlenden Sinn für Humor bei ihren „Fruenslue“. Die beklagen ihrerseits die Verantwortungslosigkeit der Suffköppe. So langsam dämmert es der durstigen Truppe, dass die Idee vielleicht doch nicht so gut war. Denn es wird schwierig, alles rückgängig zu machen.

Der Witwe haut‘s die Beine weg. Kein Wunder bei diesem Testament.

Der Witwe haut‘s die Beine weg. Kein Wunder bei diesem Testament. Foto: Peter Schniederjürgen

Nun trampelt auch noch ein reimender Schauspieler in die ohnehin große Verwirrung. Dem gefällt die Tochter des Verstorbenen ziemlich gut, was wiederum deren Verehrer so in Harnisch bringt, dass er dem Schauspieler eine saftige Abreibung verpasst. Grün und blau geschlagen lässt der sich von den Töchtern des Hauses verarzten. Verarztet werden muss aber auch die Witwe des jüngst Verblichenen. Denn ihr reißt die Befürchtung über die testamentarischen Untaten des Toten schier die Beine weg. Da hilft nur noch ein Schnaps. Das ist dann auch gleich das Ende des selbst auferlegten Alkoholverbots. Schließlich klärt der Notar die verfahrene Situation, auch wenn nicht jeder bekommt, was er sich gewünscht hat.

Amors Pfeile, alkoholbedingte Erinnerungslücken, testamentarische Feinheiten – in diesem Lustspiel in drei Akten von Günther Müller gibt’s endlos viel zu lachen. Einschließlich Bühnenküsse und allerlei wilder Reimerei. Das Ganze in Plattdeutsch, aber mit einem gehörigen hochdeutschen Anteil. So ist es auch für Nicht-Plattdeutsch-gewöhnte Zuhörer und -schauer ein witziges Stück mit zahlreichen Pointen, einer ganzen Menge Mutterwitz und Bauernschläue.

Wer genau wissen will, wie es ausgeht, kann am Freitag, 10. Januar, um 19.30 Uhr, Samstag, 11. Januar, 19.30 Uhr, und zum letzten Mal am Sonntag, 12. Januar, 17 Uhr die Aufführung sehen. Karten gibt es noch an der Abendkasse.

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